Wiglaf Droste: Die schweren Jahre ab dreiunddreißig, Berlin: Edition Tiamat. 250 Seiten. 18 Euro. ISBN 978­3893202522
17.03.2020

68 Texte Erinnerung

BUCHTIPP: Wiglaf Droste wird fehlen – niemand ging so berserker­haft, provokativ und radikal mit seinen Texten um wie er, niemand dabei so aufrichtig und witzig­ lakonisch.

Nur drei Monate nach dem Tod des ostwestfälischen Autors und Droste­-Hüls­hoff-­Preisträgers am 15. Mai hat Klaus Bittermann mit glücklicher Hand einen Aus­wahlband zusammengestellt, der Droste so zeigt, wie er war: als Enfant terrible des deutschen Literaturbetriebs, als „Tucholsky unserer Tage“, der seine Texte mit der „Zärt­lichkeit eines Holzhammers herausdrosch“ (Friedrich Küp­persbusch), „intelligent, lei­denschaftlich, humorsatt, poetisch“ (Fritz Eckenga). Die neu erschienene Auswahl zeigt noch einmal die große thematische Bandbreite und stilistische Vielfalt des Dros­ te‘schen Œuvres. Und auch, wie oft Westfalen in seinen Texten vorkommt – Familiäres, Lokales (Bielefeld), Schuler­lebnisse, Reflexionen über den Heimatbegriff.

Droste brauchte, wie er sagte, manchmal den „Stall­ geruch seiner Heimat“, um das „Rohr wieder frei zu bekommen“ – um dann freilich wieder ins Großstadtgetümmel einzutauchen. Dort wurde er als kritischer Zeitkolumnist gebraucht.

Walter Gödden

Wiglaf Droste: Die schweren Jahre ab dreiunddreißig, Berlin: Edition Tiamat.
250 Seiten. 18 Euro. ISBN 978­3893202522

Dieser Text erschien zuerst in Heft 5/2019 des WESTFALENSPIEGEL.

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