In den ländlichen Regionen Westfalen gibt es teilweise nur noch wenige Arztpraxen. Foto: pixelio
03.05.2019

Ärztemangel in Westfalen am größten

In keiner anderen Region Deutschlands ist das Netz der hausärztlichen Versorgung dünner als in Westfalen, zeigen aktuelle Zahlen aus dem Bundesarztregister von Ende 2018.

Durchschnittlich 59,9 Hausärzte je 100.000 Einwohner sind laut der Statistik in Westfalen ambulant tätig. Die Spanne reicht dabei von Münster, wo der Wert bei 73,5 liegt, bis zum Kreis Herford mit rund 50 Hausärzten je 100.000 Bürger. Das ist bundesweit der Negativrekord.

Bei den niedergelassenen Medizinern insgesamt zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede: Westfalen rangiert mit durchschnittlich 191 Ärzten je 100.000 Einwohnern im Bundesvergleich weit hinten; dabei schneiden besonders die Landkreise wie die Kreise Gütersloh (125), Lippe (132) und Höxter (134) schlecht ab, während Münster mit einem Wert von 308 außergewöhnlich gut versorgt ist. Mit 225 Medizinern je 100.000 Bürger liegt das Rheinland in der Spitzengruppe der Regionen. Mehrere Großstädte mit einer weit überdurchschnittlichen Versorgung gaben dort den Ausschlag.

Zwei neue medizinische Fakultäten an den Universitäten Siegen und Bielefeld sowie die Landarztquote sollen dem Ärztemangel in Westfalen entgegenwirken. Bis diese Maßnahmen allerdings greifen, werde es aufgrund des umfangreichen Medizinstudiums jedoch noch etwa zehn Jahre dauern, prognostizieren Experten.

wsp

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