Die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung ist coronabedingt stark angestiegen. Foto: Birgoleit
25.09.2020

Arbeitsmarkt ist angespannt

Die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderung ist seit Beginn der Corona-Krise deutlich gestiegen, zeigt ein LWL-Bericht. Bund und Land unterstützten betroffene Inklusionsbetriebe und Werkstätten mit Förderprogrammen.

Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen in Westfalen ist seit Februar von knapp 23.000 um mehr als zehn Prozent auf rund 25.500 gestiegen, berichtet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Ein beträchtlicher Teil der 170 Inklusionsbetriebe und -abteilungen in der Region, in denen Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten, leidet unter Umsatzrückgängen. Dies betreffe besonders die Gastronomie aber auch Betriebe, die als Zulieferer anderer Branchen tätig sind, berichtet LWL-Sozialdezernent Matthias Münning. Zwar habe es lediglich 151 Kündigungen von Arbeitsverhältnissen gegeben; viel stärker mache sich jedoch bemerkbar, dass befriste Verträge nicht verlängert wurden oder geplante Einstellungen ausfielen.

Werkstätten wieder im Normalbetrieb

Die 62 Werkstätten für behinderte Menschen in Westfalen wurden im März geschlossen und sind nach einer Übergangsphase in dieser Woche zum Normalbetrieb zurückgekehrt. Rund 38.000 Mitarbeiter können dort nun wieder regelmäßig arbeiten. Die Werkstätten hätten die Menschen auch während der Pandemie gut betreut, berichtet Münning. Um einen regelmäßigen Betrieb zu gewährleisten, seien Schutzvorrichtungen installiert und Arbeitsabläufe Corona-gerecht organisiert worden. Die Erfahrungen der vergangenen Monate sind positiv: „Keine Werkstatt ist zu einem Infektions-Hotspot geworden“, so der LWL-Dezernent.

Der LWL setze sich in der aktuellen Situation besonders für Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt ein, betont Münning. „Für Menschen mit Schwerbehinderung ist es viel schwerer, ins Arbeitsleben zurückzufinden. Da ist unser ganzes Engagement gefragt.“

Notwendig sei jedoch eine umfangreiche finanzielle Förderung. Das Land unterstütze die Betriebe in Westfalen-Lippe mit 4,5 Millionen, der Bund voraussichtlich mit zehn Millionen Euro. Diese Ankündigung stimme optimistisch, heißt es vom LWL.

wsp

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