Bürgermeister Werner Arndt (l.) und Wirtschaftsförderer Dr. Manfred Gehrke (r.) arbeiten mit Kreishandwerksmeister Arnd Neubauer am Ziel eines Hochschulstandort in Marl für das Handwerk. Foto: Stadt Marl
20.07.2022

Neue Hochschul-Pläne

In Westfalen könnte es bald zwei neue Hochschulstandorte geben. In Arnsberg soll der Fokus auf dem Thema Nachhaltigkeit liegen, Marl will eine „Eliteschmiede“ für das Handwerk aufbauen.

In Arnsberg hat der Rat der Stadt „grünes Licht“ für weitere Planungen zur Gründung einer „Hochschule Arnsberg für nachhaltige Entwicklung und Transformation“ (HANET) gegeben. Rückenwind erhält Bürgermeister Ralf Paul Bittner dabei von der Landesregierung. So wird im Koalitionsvertrag erwähnt, dass der Bildungsstandort Arnsberg mit Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit gefördert werden soll. 

„Eine neue Hochschule soll dabei Studierende durch Wissenschaft, Forschung und Transfer dazu befähigen, komplexe Transformationsprozesse auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft kompetent zu gestalten“, beschreibt es die Stadt Arnsberg. Sie sei als Standort bestens geeignet, heißt es weiter. Denn die rund 73.000 Einwohner zählende Kommune im Sauerland sei mit ihrer „Roadmap #klimaneutrales #arnsberg2030“ ein bundesweiter Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Als Waldkommune sei Arnsberg schon lange auf diesem Gebiet aktiv.

„Eliteschmiede“ für das Handwerk

Die Stadt Marl will zum Hochschulstandort für das Handwerk werden. Bürgermeister Werner Arndt verfolgt dabei die Vision einer „Elitenschmiede“ für Handwerker. „Wir haben uns gefragt, wo es den größten Bedarf gibt. Neben der Pflege ist dies eindeutig das Handwerk. Zudem spielen dort die Themen Klimawandel, Nachhaltigkeit und Klimaschutz schon seit Jahren eine wichtige Rolle“, so Arndt. Ein Gewerke übergreifendes Studium sei vorgesehen, das mit einem anerkannten akademischen Grad abschließt, heißt es aus Marl.

Für Planung und Aufbau einer solchen Einrichtung hofft die Ruhrgebietsstadt auf Gelder aus dem „Just Transition Fund“ der EU. Für das nördliche Ruhrgebiet stünden 100 Millionen Euro bereit, um den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu schaffen. Wenn der Rat den Plänen zustimmt, könnte das Projekt „Handwerker-Hochschule“ 2023 in Marl konkreter werden.

wsp

Lesen Sie auch im Bereich "Politik/Wirtschaft, Wissenschaft"

Testen Sie den WESTFALENSPIEGEL!

Ihnen gefällt, was Sie hier lesen? Dann überzeugen Sie sich von unserem Magazin!