05.02.2019

Ausstellung „Vergessen Sie uns nicht“

Die Ausstellung „Vergessen Sie uns nicht“ des Westpreußischen Landesmuseums in Warendorf stellt bis zum 24. März das Werk der Malerin Julie Wolfthorn (1864-1944) vor.

Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts beschäftigt sich die Kunstgeschichte mit der Erforschung vergessener Künstlerinnen, die es sowohl als Frauen als auch aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit schwer hatten, sich einen Platz in der Kunstgeschichte zu erobern. Für die im westpreußischen Thorn geborene Malerin und Grafikerin Wolfthorn war das Judentum für die meiste Zeit ihres Lebens nicht von Bedeutung. Dies änderte sich mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten, nach der alle und Künstler jüdischer Herkunft von den 1935 verabschiedeten „Nürnberger Rassegesetzen“ betroffen waren.

Gerade viele Künstlerinnen hatten erfolgversprechende Karrieren vor sich oder bereits einen wichtigen Beitrag zur Kunst geleistet, als sie durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten Ausgrenzung erfuhren und schließlich im Holocaust vertrieben, deportiert oder ermordet wurden. So wurde auch Julie Wolfthorn 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo sie zwei Jahre später krank und entkräftet starb.

Das Westpreußische Landesmuseum präsentiert anlässlich des 75. Todestages von Wolfthorn eine Übersicht über das Œuvre der Künstlerin. Gezeigt werden Porträts, Landschaften, Stillleben, grafische Arbeiten und biografische Dokumente aus Privatbesitz.

Julie Wolfthorn (Thorn 1864 – 1944 Theresienstadt) Gladiolen, um 1906, Öl auf Leinwand. / Foto: privat

Julie Wolfthorn (Thorn 1864 – 1944 Theresienstadt) Gladiolen, um 1906, Öl auf Leinwand. / Foto: privat

Weitere Informationen zur Ausstellung.

Lesen Sie auch im Bereich "Freizeit, Kultur"

WESTFALENSPIEGEL im Abo regelmäßig lesen!