„Baukultur ist kein Luxusthema“
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat fünf Bauprojekte mit dem Westfälischen Preis für Baukultur ausgezeichnet. Hinzu kommen zehn Anerkennungen.
Wie unterschiedliche Bauaufgaben vorbildlich umgesetzt werden können, zeigen die fünf Preisträgerprojekte: Das genossenschaftliche Wohnbauprojekt „Grüner Weiler“ in Münster weist, so die Jury, „einen neuen und überzeugenden Weg in die Zukunft des Wohnens in Westfalen“. Beispielsweise tragen dort gemeinschaftlich genutzte Räume dazu bei, den Flächenverbrauch zu reduzieren. Die Landesgartenschau Höxter schuf neue und nach wie vor bestehende Verbindungen zwischen Altstadt, Weser und dem Welterbe Corvey. Sie zeigt, „wie Baukultur einen Standort, gerade auch jenseits der Großstadt, langfristig stärken kann“. Das Konzept „Schule als Lebensraum“ löst die neue Grundschule St. Michael in Paderborn städtebaulich, architektonisch wie pädagogisch ein. Mit einer neuen Sporthalle, deren begrüntes Dach als Pausenhof dient, und einem Musikcampus vollendet sie den innerstädtischen Schulkomplex.
Eine intensive Auseinandersetzung mit einem Bestandsgebäude würdigte die Jury mit ihrer Auszeichnung der Jacoby Studios in Paderborn. Die Relikte einer wiederentdeckten Klosteranlage wurden Teil des neuen Firmensitzes in der Altstadt. Eine weitere Auszeichnung mit dem Westfälischen Preis für Baukultur gab es für das Eingangsgebäude des LWL-Freilichtmuseums Hagen. Dieses lade dazu ein, „Innen und Außen als fließende Einheit zu erleben. Konstruktion, Materialien und Betrieb setzen ein Zeichen für den bewussten Umgang mit Ressourcen“, so die Jury. Hier hatten sich die LWL-Vertreterinnen und Vertreter in der Jury bei der Abstimmung aus Gründen der Neutralität enthalten.
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Die hohe Qualität der Einreichungen zeigt sich auch in den zehn Anerkennungen. Sie gingen an die Baugruppe KliQ in Münster, das Rat- und Bürgerhaus Holzwickede (Kreis Unna), den Waldkindergarten Wadersloh-Liesborn (Kreis Warendorf), das Fritz Bauer Forum, die KoFabrik und das Anneliese Brost Musikforum in Bochum, das Mittlere Paderquellgebiet in Paderborn, das kult Westmünsterland in Vreden (Kreis Borken), das Museum Peter August Böckstiegel in Werther (Kreis Gütersloh) und das Projekt „Siegen zu neuen Ufern“.
„Baukultur ist kein Luxusthema“, sagte Dr. Georg Lunemann, der Direktor des LWL, bei der Preisverleihung in Münster. „Dadurch, was und wie wir bauen, können wir unsere alltägliche Lebenswelt ganz unmittelbar verbessern.“ Ziel des Westfälischen Preises für Baukultur sei es, die Bedeutung der Baukultur für das Profil der Städte und Gemeinden sichtbar zu machen und den Diskurs über zukunftsfähiges Bauen anzuregen. LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger betonte die Rolle guter Baukultur im Zusammenleben: „Der LWL will gelungene Baukultur regelmäßig würdigen und feiern: Neben herausragender Architektur gehören dazu auch Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.“
Die Jury, bestehend aus Fachleuten und Vertreterinnen und Vertretern des LWL, wählte die Preisträger und Anerkennungen aus rund 200 eingereichten Projekten aus. Bewertet wurden neben der Qualität von Städtebau, Architektur und Freiraumplanung auch die Einbindung in den Kontext, die Nachhaltigkeit sowie Planungs-, Beteiligungs- und Umsetzungsprozesse.
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