Die zentrale Ausstellung "775 - Westfalen" im LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn ist noch bis zum 1. März 2026 zu sehen. Foto: LWL/Besim Mazhiqi
09.12.2025

Begegnungen mit der Geschichte

Das Jubiläumsjahr „1250 Jahre Westfalen“ hat weit in die Region ausgestrahlt, heißt es in einer Bilanz der LWL-Kulturstiftung und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.

„Setzen wir für jede Veranstaltung eine Stecknadel in die Landkarte von Westfalen-Lippe, dann können wir 2025 mehr als 500 bunte Köpfe an über 80 Orten sehen“, sagt Dr. Georg Lunemann, Direktor des LWL und Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung. Die Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläumsjahres wurden organisiert von Museen, Kulturämtern und professionellen Initiativen, aber auch von ehrenamtlich geführten Vereinen. In rund 90 Kooperationen haben sie Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Bühnenshows und Workshops in Städte und Gemeinden getragen. Schirmherr des Programms ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

„Von Kabarett über internationale Kochworkshops, musikalisch und poetisch, selbstkritisch und unterhaltsam – für unser Programm mit kultureller und thematischer Vielfalt interessierten sich mehr als 100.000 Besuchende in Westfalen“, berichtet Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin und Vorstandsmitglied der LWL-Kulturstiftung. „Rund 70.000 Personen haben zudem die digitalen Angebote des Jubiläumsjahres wahrgenommen. Daran zeigt sich, wie aktuell Fragen nach Geschichte und Identität sind, und wir wollen künftig mit weiteren Förderschwerpunkten an diesen Erfolg anschließen.“

Zentrale Ausstellung in der „Kaiserpfalz“

Ein zentraler Ort des Jubiläumsjahres war und ist die Ausstellung „775 – Westfalen“ im LWL-Museum“ in der Kaiserpfalz in Paderborn (bis 1. März 2026). Der kulturhistorische Überblick bietet seit Mai 2025 historische und archäologische Exponate in einer interaktiven Inszenierung. Weitere zehn größere Präsentationen und Wanderausstellungen beleuchteten ältere oder jüngere Entwicklungen der Region, wie etwa „Die Schlacht am Brunsberg“ vom Huxarium Gartenpark Höxter. Künstlerisch stand bei dem Projekt „Versumpfung“ vom Kunstverein Arnsberg das Thema Ökologie im Fokus. Literarisch wurde es auf dem westfälischen Poesie-Parcours „Landstriche“ im Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde, und die Ausstellung „Blind Spots“ in Haltern machte das Schicksal der sogenannten „Displaced Persons“ in Westfalen sichtbar. Auch Podcasts, Videos, eine poetische Landkarte sowie digitalen Formate gehörten zum Programm. Diese Angebote bleiben über das Jubiläumsjahr hinaus bestehen. So legt ein Dokumentarfilm über das „Weltkulturerbe Klosterkirche Corvey“ ein baukulturelles Zeugnis ab und lädt auch künftig zu einer Begegnung mit der Geschichte Westfalen-Lippes ein.

Das Jubiläumsjahr „1250 Jahre Westfalen“ war mit einem Fördervolumen von drei Millionen Euro der dritte und größte Förderschwerpunkt der LWL-Kulturstiftung. Die Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost förderte das Kulturprogramm ebenfalls und unterstützte ausgewählte Projekte in Münster und im Kreis Warendorf.

wsp

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