Blinde Flecken
Das Kulturprojekt „Blind Spots“ widmet sich in Haltern am See dem Schicksal der „Displaced Persons“ in Westfalen.
Die Veranstaltungsreihe dreht sich um ein weitgehend verdrängtes Kapitel – einen „blinden Fleck“ – der Nachkriegsgeschichte: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren die aus ganz Europa nach Deutschland verschleppten KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen von den Alliierten in Lagern untergebracht worden. Von dort sollten sie in ihre Heimat zurückkehren. Viele der sogenannten „Displaced Persons“ lebten jedoch über Jahre hinweg und unter großen Einschränkungen in „DP“-Lagern.

Eine kartografische Rekonstruktion des Displaced-Persons-Lagers in Haltern am See. Foto: RVR Stadtplanwerk
Katja Kottmann, eine aus Haltern am See stammenden Künstlerin, hat hierzu ein Kulturprojekt mit verschiedenen Veranstaltungen entwickelt. Die Eröffnung wird am 11. Oktober im LWL-Römermuseum mit der gleichnamigen Ausstellung im öffentlichen Raum gefeiert. Präsentiert wird ein zweisprachiger Audiowalk, der die Geschichte des ehemaligen Lagers für „Displaced Persons“ in Haltern – eines der größten in Westfalen – vor Ort erfahrbar macht. Darüber hinaus entsteht eine künstlerische Intervention im öffentlichen Raum, deren Ausgangspunkt ein Archivbild aus dem Stadtarchiv Haltern am See aus jener Zeit ist. Kartoffelschalen fungieren als Erinnerungsobjekte und bilden ein dezentrales Denkmal im Stadtraum. Bis Ende des Jahres finden zudem unter anderem Führungen, Filmvorführungen, Lesungen mit Zeitzeugnissen sowie eine abschließende Podiumsdiskussion statt.
Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Jubiläumsjahres „1250 Jahre Westfalen“ und wird von der LWL-Kulturstiftung gefördert. Weitere Informationen hier.
wsp