Besucher vor einem Werk von Françoise Gilot. Foto: Christoph Steinweg
06.10.2022

„Boten der Nacht“

In der neu eröffneten Ausstellung „Boten der Nacht – Expressive Avantgarden in Deutschland 1918–1968“ zeigt das Picasso-Museum Münster Meisterwerke der deutschen Druckgrafik aus der Sammlung Ernst-Joachim Sorst. Die Schau widmet sich der deutschen Kunst- und Mentalitätsgeschichte der existentiellen Gefährdung, der Trauer, Angst und Hoffnungslosigkeit.

Von den Brücke-Künstlern über die Vertreter der Neuen Sachlichkeit bis in die Nachkriegsmoderne – die gezeigten Werke schaffen eine inhaltliche Verbindung zwischen den Schrecken der beiden Weltkriege bis hin zu der Furcht vor atomaren Bedrohungen der 1960er-Jahre, die nicht zuletzt in Anbetracht derzeitiger weltpolitischer Entwicklungen in unsere Gegenwart hineinwirkt. Neben Einsamkeit, Isolation, Furcht, Krieg, Flucht und Vertreibung widme sich die Ausstellung aber auch mystischen, ekstatischen und visionären Erfahrungen, teilt das Picasso-Museum mit.

Kurator Alexander Gaude erläutert: „Der Titel der Ausstellung „Boten der Nacht“ ist einer Zeile des Gottfried Benn-Gedichts „Sieh die Sterne, die Fänge“ aus dem Jahr 1927 entlehnt und beschreibt in der von Benn im Kontext des Gedichtes intendierten Vielstimmigkeit zwischen Unheilsverkünder, Erlöser, Komplize, Weggefährte und Medium die Heterogenität der in der Ausstellung vertretenen künstlerischen Positionen.“

70 Werke werden präsentiert

Es werden mehr als 70 Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Barlach, Otto Dix, Käthe Kollwitz, Jeanne Mammen, Gerhard Marcks, HAP Grieshaber und Horst Janssen gezeigt – darunter Holzschnitte, Radierungen, Lithografien und Skulpturen. Die Leihgaben stammen aus der in Hannover beheimateten Sammlung Ernst-Joachim Sorst, dem Käthe Kollwitz Museum Köln, dem Horst-Janssen-Museum Oldenburg sowie dem Ernst Barlach Haus Hamburg.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 22.1.2023. Weitere Infos finden Sie hier.

wsp

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