Das Coronavirus. Foto: Pixabay
17.05.2021

100.000 Impfungen am Tag

17.05.2021
Erstmals wurden in der vergangenen Woche 100.000 Corona-Schutzimpfungen pro Tag in den westfälischen Arztpraxen durchgeführt. Mehr als eine Million Impfungen haben die niedergelassenen Ärzte in Westfalen damit bislang verabreicht.

Der Impfstoff ist aber nach wie vor knapp, berichtet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Nicht alle Patienten könnten versorgt werden. „Viele Bürgerinnen und Bürger glauben, dass mit der Aufhebung der Priorisierung für den Impfstoff von AstraZeneca nun auch eine Impfung unmittelbar möglich ist. Die große Anzahl an Anrufen, die die Praxen in den vergangenen Tagen erreicht haben, bestätigt die hohe Nachfrage nach dem Vakzin. Gleichzeitig ist aber die Gesamtmenge des Impfstoffs immer noch begrenzt, auch für AstraZeneca. In der Konsequenz heißt das, dass nicht alle Impfwünsche unmittelbar erfüllt werden können und die Bürger weiterhin geduldig sein müssen“, erklärt der Vorstand der KVWL, Dr. Dirk Spelmeyer, Dr. Volker Schrage und Thomas Müller. Niedergelassene Ärzte würden trotz eines Wegfalls der Periodisierung nach ethischen Gesichtspunkten handeln und vorrangig ältere und vorerkrankte Patienten impfen.

Inzidenzwert unter 100

14.05.2021
In immer mehr Städten und Kreisen liegt der Inzidenzwert unter 100. Damit greift die sogenannte Bundesnotbremse nicht mehr; Lockerungen sind möglich.

Der Ennepetal-Ruhr-Kreis und der Märkische Kreis, die Kreise Recklinghausen und Borken melden neben einigen weiteren Kommunen sinkende Infektionszahlen. Damit enden Maßnahmen wie Ausgangssperren und strenge Kontaktbeschränkungen. Auch Museen und Freibäder dürfen mit Terminen und Schnelltest öffnen. Auch für die Außengastronomien,  Hotels und Ferienwohnungen oder auch Kosmetikstudios eröffnen sich neue Perspektiven für einen Betrieb. In den Schulen bleibt es jedoch beim Wechselunterricht.

Gute Nachrichten gab es am Freitag aus Münster. Das Gesundheitsamt meldet lediglich fünf neue Coronafälle. Die Inzidenz liegt bei 35.  Krisenstabschef Wolfgang Heuer wertet das als „deutliches Zeichen für den massiven Einbruch der dritten Welle“. Damit können Läden nun wieder ohne Terminbuchung öffnen, auch die zulässige Kundenzahl wird verdoppelt. Konzerte unter freiem Himmel und kontaktfreier Sport im Freien mit bis zu 20 Personen sind unter anderem möglich. Die Stadt Münster passt nun das Modellprojekt an den neuen, landesweiten Öffnungsfahrplan an.

12.05.2021
Mit einer Inzidenz von 35 zählt Münster aktuell zu den Städten mit den niedrigsten Infektionszahlen bundesweit. Das Land plant umfassende Lockerungen.

Die Außengastronomie, der Einzelhandel und weitere Einrichtungen könnten von der Öffnungsstrategie profitieren. „Die neuen Vorgaben sind weitreichend und wegen unseres guten Inzidenzwertes von akuter Bedeutung für unsere Stadt“, sagte Wolfgang Heuer, Leiter des Städtischen Krisenstabs. Geplant sind in Münster ohnehin Lockerungen im Rahmen der Modellregion. Zu den Projekten zählt ein „digitaler Biergarten“, der am 21. Mai eröffnet. Check-In und Bestellung erfolgen kontaktlos, auch die Bezahlung ist nur kontaktlos möglich. Ein negatives Testergebnis und eine Registrierung sind jedoch Voraussetzung für den Besuch. Auch ein Freibad soll in Münster öffnen und „Abstandsschwimmen“ in drei unterschiedlichen Tempozonen ermöglichen. 

Theater öffnen in Münster ebenfalls wieder. So sind für Juni im Stadttheater drei Wochen mit Vorstellungen geplant. Auch hier ist unter anderem ein negatives Testergebnis oder ein Nachweis über die Immunisierung notwendig. Ebenso öffnen das Wolfgang-Borchert-Theater, das Theater im Pumpenhaus und das Kino „Cinema & Kurbelkiste“ für Vorführungen. Masken, Frischluftzufuhr sowie eine kontaktlose Buchung soll dort ebenfalls für Sicherheit sorgen. 

Sportvereine, Musikschulen und kulturelle Begegnungszentren in den Stadtteilen beteiligen sich auch an dem Modellprojekt. Ermöglicht werden soll das durch eingeschränkte Teilnehmerzahlen und Testungen sowie Angebote im Außenbereich.

Die Öffnungen sollen über mehrere Wochen erprobt werden. Sollten die Infektionszahlen wieder an mehreren Tagen über einer Inzidenz von 100 liegen, kann das Modellprojekt wieder beendet werden.

Soest und Lippstadt öffnen Außengastronomie

In Soest und Lippstadt dürfen Restaurants und Cafés ab heute (12. Mai) wieder draußen Speisen und Getränke servieren. Die Gastronomieöffnungen sind im Rahmen des Modellprojektes jedoch an Bedingungen geknüpft. So benötigen Gäste einen negativen Schnelltest oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung. Außerdem müssen nach dem „Click & Meet“-Prinzip Tische reserviert werden. In den Lokalen werden feste Plätze zugewiesen, dabei dürfen fünf Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch sitzen. In Soest beteiligen sich zurzeit 25 Lokale mit rund 1800 Sitzplätzen an dem Projekt, in Lippstadt sind es neun Betriebe mit 530 Plätzen.

Wenn sich die Infektionslage in den Modellkommunen allerdings deutlich verschlechtert, müssen die Gastronomen wieder schließen. Bei einer Inzidenz von über 100 sind eine Änderung des Modells oder auch ein Abbruch möglich.

Post-Covid-Ambulanz in Dortmund

10.05.2021
Müdigkeit, Aufmerksamkeitsdefizit, Kopfschmerzen, Ängste Gedächtnisschwierigkeiten – das sind nur einige Beschwerden, unter denen einige Betroffene noch Wochen nach einer Covid-Erkrankung leiden. Die Symptome schränken sowohl den Alltag der Patienten ein als auch deren berufliche Leistungsfähigkeit. Hilfe bietet ihnen nun die Post-Covid-Ambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund an. „Wir alle sind froh, dass aktuell die Inzidenzraten für Corona-Infektionen rückläufig sind. Viele Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht haben, klagen aber weit über die Zeit der eigentlichen Viruserkrankung hinaus auch über Beschwerden“, sagt Dr. Thomas Finkbeiner, Chefarzt der Klinik. Ihnen soll in Lütgendortmund geholfen werden. Ein möglicher Therapieplan könne die Verordnung von ambulanter Ergotherapie, aber auch von Psychotherapie oder von Entspannungsverfahren umfassen, teilt die Klinik mit. Ebenso sei die Verordnung von Antidepressiva denkbar, welche sich bei anderen postinfektiösen Müdigkeitssyndromen bewährt haben.

Libori abgesagt

06.05.2021
Im Sommer werden voraussichtlich kaum Volksfeste und Großveranstaltungen in Westfalen stattfinden. Das Libori-Volksfest in Paderborn wurde nun abgesagt, statt der Kirmes soll es unter dem Motto „Libori light“ mehrere kleine Veranstaltungen geben. „Unser geliebtes Libori-Fest absagen zu müssen, trifft uns gerade in diesem Jahr sehr, weil wir mit  ‚500 Jahre Libori-Kirmes‘ ein besonderes Jubiläum feiern wollten“, zitiert der WDR den Paderborner Bürgermeister Michael Dreier. Auch das größte Volksfest in Südwestfalen, das „Wendsche Karmätze“, wird nun schon zum zweiten Mal aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. „Mir blutet das Kirmes-Herz, da ich selbst „Kirmeskind“, und mit dem Duft von Zuckerwatte, Gewürzgerüchen und dem Gefühl des Mittendrinseins im Kirmesleben aufgewachsen bin“, sagte Wendens Bürgermeister Bernd Clemens. In Hamm, Welver und Soest wird das beliebte „Sattel-Fest“, eine Großveranstaltung rund um das Fahrrad, im Sommer nicht stattfinden. Die erwarteten Auflagen  seien zu hoch, um das Fest mit tausenden Teilnehmern, vielen Ehrenämtern und Personal veranstalten zu können. Auch die Soester Fehde, ein Festival mit 1000 Aktiven aus 14 Nationen, soll in diesem Sommer ausfallen. Als nächster Termin für das Fest wird 2023 anvisiert.

04.05.2021
Im Kreis Recklinghausen sind die erste Fälle der Mutation B 1.617 festgestellt worden, die zuerst in Indien aufgetreten ist. Zunächst war eine Person aus Gladbeck an der Coronavirus-Mutante erkrankt, die von einer Indienreise in die Region zurückgekehrt ist. Daraufhin wurde die sogenannte indische Variante bei zwei ihrer Kontaktpersonen, die in Dorsten leben, nachgewiesen. Alle betroffenen Personen befinden sich in Quarantäne, so der Kreis Recklinghausen.

Cranger Kirmes abgesagt

30.04.2021
Das größte Volksfest Nordrhein-Westfalens, die Cranger Kirmes, ist abgesagt. Die Stadt Herne habe entschieden, dass es aufgrund der Corona-Pandemie auch im Jahr 2021 keine Cranger Kirmes geben könne, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, weil wir wissen, wie wichtig dieses Volksfest für unsere Stadt und das Lebensgefühl unserer Region ist“, sagt Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda. „Das Licht am Ende des Tunnels kommt durch das steigende Tempo bei den Impfungen näher, aber eine Veranstaltung mit vier Millionen Gästen kann es Anfang August noch nicht geben.“

Nach 2020 wird „Crange“ damit zum zweiten Mal aufgrund der Pandemie abgesagt. Davor hatte es letztmals 1945 kein Volksfest auf dem Festplatz am Rhein-Herne-Kanal gegeben.

Kommunen fordern Pandemie-Ausgleich

29.04.2021
Die Corona-Pandemie belastet die NRW-Kommunen stark. Daher fordern die NRW-Landräte von Bund und Land, die absehbaren weiteren Corona-Auswirkungen für die Kommunen wie im Vorjahr auszugleichen. „Bereits 2020 hat die Pandemie zu dramatischen Steuereinbrüchen geführt. Durch Corona gehen auch in diesem Jahr die Steuereinnahmen massiv zurück. Wir befürchten, dass die für Mai terminierte Steuerschätzung 2021 für die Kommunen erneut verheerend ausfällt“, warnte der Präsident des Landkreistags NRW, Landrat Thomas Hendele (Kreis Mettmann).

Kreis Coesfeld bereitet Modellprojekt vor

26.04.2021
Die verschärften Regeln der „Bundes-Notbremse“ gelten nun in fast allen Städten und Kreisen in NRW. Ausnahmen bilden vorläufig nur die Stadt Münster sowie die Kreise Coesfeld und Höxter.  Dort liegt die 7-Tages-Inzidenz noch unter 100. Die „Notbremse“ gilt erst ab diesem Wert.

Der Kreis Coesfeld bereitet sich auf den Start des Modellprojektes für Öffnungen im Bereich Sport und Kultur vor. So soll es an der Burg Vischering und der Kolvenburg, an Freilichtbühnen, bei einzelnen Sportvereinen und auch im Leohaus in Olfen Veranstaltungen und Sportangebote geben. Zu den Voraussetzungen zählt unter anderem, dass alle Besucher und Teilnehmer ein aktuelles negatives Testergebnis vorlegen müssen. Die Modellphase wird wissenschaftlich begleitet. Sollten die Infektionszahlen steigen, werde der Kreis Coesfeld reagieren, sagte Kreisdirektor Dr. Linus Tepe: „Das Land und wir haben klare Abbruchkriterien definiert.“

Zahlreiche Museen schließen

23.04.2021
Die „Bundes-Notbremse“ hat Auswirkungen auf das Leben in zahlreichen Kommunen in Westfalen. In Städten und Kreisen mit einem Inzidenzwert von über 100 müssen ab morgen unter anderem Kultureinrichtungen und Denkmäler schließen. Dazu zählen unter anderem das Lippische Landesmuseum in Detmold, das Heinz Nixdorf Forum in Paderborn sowie das Hermannsdenkmal. In Marl muss das Skulpturenmuseum Glaskasten schließen, in Soest ist unter anderem das Museum Wilhelm Morgner geschlossen und in Ahlen das Kunstmuseum. Münster kreist um den Wert 100 bei der 7-Tages-Inzidenz, daher bleibt das LWL-Museum für Kunst und Kultur ab Samstag geschlossen. Das rock’npopmuseum in Gronau darf die große Beethoven-Ausstellung ebenfalls vorerst doch nicht für Besucher öffnen. Auch die Ausstellung „Die Welt inder Tasche“ im Museum für Westfälische Literatur in Oelde, die ebenfalls am 24. April eröffnet, darf die Türen zur Ausstellung vorläufig nicht öffnen. Jedoch sind auch Installationen im Außenbereich vom Kulturgut Haus Nottbeck zu sehen.

Entlastung bei Kita-Beiträgen gefordert

Bürgermeister aus dem Kreis Recklinghausen fordern vom Land NRW eine Entlastung bei den Elternbeiträgen für die Kinderbetreuung. Die Städte könnten den Erlass der Beiträge nicht allein stemmen.
Seit Monaten sind Kitas und Einrichtungen des Offenen Ganztags sowie der Übermittagsbetreuung aufgrund der Corona-Pandemie im „eingeschränkten Regelbetrieb“. Viele Angebote, zum Beispiel in Grundschulen, sind praktisch weggefallen. „Bei uns fragen schon länger immer wieder Eltern an, warum sie trotz des eingeschränkten Betreuungsangebotes den kompletten Beitrag für ihre Kinder bezahlen müssen. Ich habe darauf auch keine plausible Antwort und kann sehr gut verstehen, dass das für Unmut sorgt“, sagt Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche.

Den vollständigen Erlass könnten die Städte jedoch nicht allein leisten. „Das übersteigt unsere Möglichkeiten“, so Tesche. Die Stadt befinde sich in der misslichen Lage, Eltern vertrösten zu müssen. Gleichzeitig würde darum geworben, Kinder nicht in die Einrichtungen zu schicken, sondern besser zu Hause zu betreuen. „Wir appellieren deshalb an das Land, schnell Abhilfe zu schaffen“, sagt der Recklinghäuser Sozialdezernent Dr. Sebastian Sanders.

Das Land NRW hatte im Januar bereits die Hälfte der Elternbeiträge übernommen. „Das war ein wichtiges Signal, reicht aber nicht aus. Vielmehr brauchen wir eine dauerhafte Lösung. Leider hat das Land, trotz entsprechender Signale, bisher noch keine Regelung zum Erlass der Betreuungsgebühren verabschiedet“, so Sanders.

Frust bei Unternehmen

22.04.2021
Der Wirtschaft fehlt in der Pandemie eine Öffnungsperspektive. Das machten westfälische Industrie- und Handelskammern in Westfalen in Stellungnahmen zum Infektionsschutzgesetz deutlich. Betroffen von Schließungen und Auflagen seien vor allem Handel und Gastronomie sowie Tourismus und die Veranstaltungsbranche. „Der Frust bei vielen Unternehmen ist groß, denn es bleibt schlechtweg nicht nachvollziehbar, warum zum Beispiel die meisten Nicht-Lebensmittelhändler ab einer Inzidenz von 100 massive Einschränkungen hinnehmen müssen, obwohl wissenschaftliche Studien im Handel eben ausdrücklich keinen Infektionstreiber sehen“, so Heinz-Herbert Dussmann, Präsident der IHK zu Dortmund.

Die bundeseinheitlichen Regelungen, die mit dem Infektionsschutzgesetz beschlossen worden sind, erhöhten zwar die Planungssicherheit, würden aber aber auch Gestaltungsfreiheit nehmen, ergänzte, Ralf Stoffels, Präsident der Südwestfälischen IHK zu Hagen und der IHK NRW. So könnten die guten Ansätze in NRW nun nicht umgesetzt werden, mit denen Erkenntnisse über das Verhalten und über die Vermeidung von Infektionen in den verschiedenen Branchen generiert werden können. Er machte deutlich dass viele Unternehmen kurzfristig bereitstünden, um mit den Betriebsärzten beim Impfen zu unterstützen.

Immer mehr Ausgangssperren

20.04.2021
Immer mehr Städte und Kreise in Westfalen verhängen nächtliche Ausgangssperren. Der Kreis Unna und Hamm haben als Reaktion auf Inzidenzwerte von über 200 die Beschränkungen erlassen. In Hagen, dem Märkischen Kreis sowie den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Minden-Lübbecke gelten die Ausgangssperren schon länger. Damit einher gehen strengere Regeln in weiteren Bereichen, Schließungen von Zoos, Museen und Bibliotheken sowie der Distanzunterricht von Schülern.

Appell von Kulturrat

19.04.2021
Open-Air-Vorstellungen sollten auch bei hohen Inzidenzwerten weiterhin möglich sein. Mit diesem Appell wendet sich der Kulturrat NRW an die Landesregierung. Im Vorfeld der Bundesratssitzung am 22. April zum Bundesinfektionsschutzgesetz fordert der Kulturrat mehr Differenzierung. Ziel ist es, auch bei Inzidenzwerten von mehr als 100 Aufführungen unter freiem Himmel mit Abstands- und Hygienekonzepten zu genehmigen. Außerdem sollen Streamings und Vorstellungen als Modellprojekte zum Testen von Öffnungsstrategien möglich sein. „Streaming und Open-Air-Veranstaltungen erfordern nur ein Minimum physischer Kontakte, halten aber Teile des Kulturlebens in einer Zeit aufrecht, in dem die fortgesetzte Isolation vieler Bürgerinnen und Bürger immer gravierendere Auswirkungen in der psychischen und sozialen Situation unserer Gesellschaft zeitigt“, begründet der Kulturrat NRW.

In vielen Städten sind die Schüler aufgrund hoher Inzidenzwerte in den Distanzunterricht gestartet. Einige Städte und Kreise, darunter Dortmund und die Kreise Recklinghausen und Unna, hatten diesen Schritt bereits am Freitag beim Land NRW beantragt und angekündigt. In anderen Städten wie Hamm fand der Schwenk von Präsenz- und Distanzunterricht kurzfristig statt. Eltern wurden erst am Wochenende informiert, dass die Schulen geschlossen bleiben.

Dortmund will keinen Präsenzunterricht

16.04.2021
Dortmund will weiter auf Unterricht in den Schulen verzichten. Die Stadt hat beim Land NRW die Fortführung des Distanzunterrichts beantragt, weil sie das Konzept des Landes, das Präsenzunterricht mit Tests vorsieht, „angesichts der hoch dynamischen Infektionslage“ für unzureichend hält. Außerdem sollen ab Montag in Dortmund wieder die Museen schließen und das „Click and Meet“-Konzept im Einzelhandel nicht weitergeführt werden. Auch soll der Spot auf Sportplätzen gänzlich untersagt werden. Hintergrund ist, dass Dortmund aktuell eine Inzidenz von 188,7 hat. Es sei davon auszugehen, dass dieser Wert in den nächsten Tagen steigen werde und die Marke von 200 überschritten werde. „Weitere Verzögerungen können wir uns angesichts der aktuellen Zahlen nicht leisten“, so Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Die Inzidenzwerte in einigen Städten und Kreisen Westfalens nähern sich der Marke 200 oder haben diese bereits überschritten. Bei diesem Wert sollen Schulen wieder in Distanz unterrichten. Die Stadt Datteln verlangt vom Schulministerium Planungssicherheit. „Es ist wichtig, dass das Schulministerium den Eltern und Schülern rechtzeitig sagt, wie es nächste Woche weitergeht“, so Bürgermeister André Dora. Es sei deutlich absehbar, dass der Kreis Recklinghausen spätestens am Wochenende die Inzidenz von 200 überschreiten wird. Im Kreis Unna (Inzidenz 208) wurde der Start des Präsenzunterricht bereits ausgesetzt, ebenso im Kreis Siegen-Wittgenstein (204), Gelsenkirchen (206) und im Märkischen Kreis (214).

Start für Modellprojekte wird verschoben

15.04.2021
Angesichts steigender Infektionszahlen rücken immer mehr Kommunen von Plänen für Modellprojekte ab. In Ahaus und Münster wurden aufgrund von 7-Tages-Inzidenzen über oder um die 100 die Vorbereitungen für die kontrollierten Öffnungen ab dem 19. April ausgesetzt. Im Kreis Paderborn kann das Modellprojekt für Öffnungen im Sport vorerst nicht starten, da die Inzidenz dort mittlerweile bei 113 liegt. Auch in Hamm, wo der Wert in den vergangenen Tagen sprunghaft auf 151 gestiegen ist, rücken weitere Öffnungen in die Ferne. Vielmehr gilt dort nun die sogenannte Notbremse. Das bedeutet unter anderem, dass Geschäfte ihre Kunden nur mit negativem Corona-Test einlassen dürfen. Selbst im Kreis Coesfeld wurde nun entschieden, dass es wegen steigender Inzidenzen zum kommenden Montag keine Öffnungen geben wird. „Wir wollen nur öffnen, wenn dies verantwortbar ist und auch nicht zu wirtschaftlichen Verwerfungen führt“, so Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr.

Notbremse stoppt erste Modellprojekte

14.04.2021
Am 19. April sollen die ersten Modellkommunen in NRW mit kontrollierten Öffnungen starten. Die Planungen laufen, doch der Start ist an einigen Orten unsicher. Im Kreis Warendorf liegt die 7-Tages-Inzidenz nun am dritten Tag über der kritischen Marke von 100. Daher greift die Notbremse des Landes. Der Start der Lockerungen in der Modellstadt Ahaus im Kreis Borken wird sich verzögern, bis der Wert stabil unter 100 liegen wird. In Münster ist die Inzidenz auf 91 geklettert. Der Krisenstab rechnet damit, dass die Stadt den maßgeblichen Wert von 100 kurzfristig überschreiten wird. „Aufgrund dieser deutlichen Verschlechterung der Infektionslage setzen wir den ursprünglich für kommende Woche geplanten Start der digitalen Modellprojekte für unbestimmte Zeit aus“, so Leiter Wolfgang Heuer.

Der Kreis Coesfeld bereitet sich weiterhin auf den Modellversuch vor. Mit einem Inzidenz-Wert von 84 stehen die Chancen dort derzeit gut. Wesentlicher Baustein des Öffnungskonzeptes soll eine „digitale Eintrittskarte“ sein, die negativ auf das Virus getesteten Personen den Zutritt zu bestimmten Bereichen und Einrichtungen ermöglicht. Klar sei jedoch, dass es keine vollständige Öffnung von Läden, Kultureinrichtungen oder auch der Gastronomie geben wird. Dies sei rein logistisch nicht möglich, betonte Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann.

Fast jeder Fünfte ist geimpft

13.04.2021
18 Prozent der Bürger in Westfalen sind bereits einmal gegen das Coronavirus geimpft. Mit dieser Quote liegt Westfalen über dem Bundesdurchschnitt von 16,3 Prozent, berichtet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe. Alleine in den Vertragsarztpraxen wurden innerhalb von einer Woche rund 115.000 Impfungen durchgeführt, weitere 285.000 erfolgten in der vergangenen Woche in den Impfzentren. „Die Einbindung der niedergelassenen Ärzte bringt nun zusätzliches Tempo in die Impfkampagne – das kann man bereits jetzt sehen, obwohl die Praxen im Moment nur sehr wenig Impfstoff erhalten“, sagt  KVWL-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Spelmeyer.

Ausgangssperre in Hagen

Angesichts steigender Infektionszahlen werden die Corona-Regeln in immer mehr Städten verschärft. Neben Herne greift die sogenannte Notbremse ab morgen, 14.04.2021, auch in Hamm. Dort liegt die Inzidenz den dritten Tag in Folge über 100. Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs dürfen dort nur noch einen Abholservice, das sogenannte „Click and Collect“ anbieten. Das Museum und weitere Einrichtungen müssen schließen.

In Hagen hat der Krisenstab beschlossen, aufgrund der Inzidenz von 216 eine Ausgangssperre von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens zu erlassen. „Trotz zahlreicher Maßnahmen und wiederkehrenden Appellen sinken die Zahlen in Hagen nicht: Über 60 Prozent der Ansteckungen mit dem Coronavirus finden nach wie vor in der Familie sowie im Freundes- und Bekanntenkreis statt“, sagt Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Leiter des Krisenstabs. Die Ausgangssperre sei nun die nächste, dringend notwendige Konsequenz. „Auch wenn sie einen starken Eingriff in das Privatleben unserer Bürgerinnen und Bürger bedeutet.“

Herne schließt Museen

12.04.2021
In Herne müssen Museen, einige Dienstleister, die Stadtbibliothek und auch die Musikschule aufgrund hoher Infektionszahlen ab Dienstag, 13.04.2021, wieder schließen. Die verschärften Schutzmaßnahmen der sogenannten Notbremse betreffen unter anderem Kosmetikstudios und Tätowieren, die vorerst keine körpernahen Dienstleistungen mehr anbieten dürfen. Geschäfte dürfen hingegen weiterhin „Click and Meet“-Termine mit Kunden mit aktuellem und negativem Corona-Schnelltest vereinbaren. Auch Friseure und Fußpfleger dürfen weiterarbeiten. Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell in Herne bei 129, aktuell infiziert sind 763 Bürger.

Modellregionen für Öffnungen in Westfalen

09.04.2021
Die Modellregionen für Corona-Lockerungen stehen fest: Die Stadt Ahaus, die Kreise Coesfeld und Warendorf, die Städte Münster und Mönchengladbach, Kreis und Stadt Paderborn sowie der Kreis Soest mit Soest und Lippstadt dürfen am 19. April mit weiteren Öffnungen in dem Testprojekt starten. In einer zweiten Gruppe, ab 26. April, sind der Kreis Düren, die Stadt Essen, Hamm, Köln, Krefeld, Lennestadt, Siegen und der Hochsauerlandkreis mit Schmallenberg und Winterberg dabei. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die 7-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Eine erste Zwischenbilanz ist für Mitte Mai geplant.

Im Märkischen Kreis gilt ab sofort eine Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr. Damit reagiert der Kreis auf die hohen Infektionszahlen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Kreisgebiet bei 185. Auch in den Kliniken sei die Situation angespannt. Viele Infektionen hätten ihren Ursprung im privaten Umfeld, sagte Landrat Marco Voge. „Unsere Maßnahmen richten sich weiter an diejenigen, die mit unvorsichtigem und unkooperativen Verhalten das Infektionsgeschehen anfachen. Wir brauchen diese Verschärfungen, um gemeinsam die dritte Welle zu brechen und eine Überlastung der Krankenhäuser zu vermeiden und die gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu schützen.“

Distanzunterricht in NRW-Schulen

08.04.2021
Ab dem kommenden Montag werden alle Schulen in Nordrhein-Westfalen zunächst für eine Woche im Distanzunterricht starten. Grund sei ein schwer einzuschätzendes und diffuses Infektionsgeschehen nach den Osterfeiertagen, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Daher werde es zunächst eine Woche Distanzunterricht geben. Ausgenommen sind Schüler in den Abschlussklassen. Wenn der Unterricht im Wechselmodell in Präsenz fortgesetzt wird, soll es es eine Testpflicht für alle Schüler. Lehrer und das Personal geben. Die Abiturprüfungen sollen wie geplant am 23. April stattfinden.

Impftermine schnell vergeben

06.04.2021
Alle Impftermine mit AstraZeneca für Menschen über 60 Jahren sind rasch vergeben worden. Bereits am Ostersonntag wurden etwa 10.000 Impfungen mit dem Vakzin durchgeführt, meldet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). „Wir können sehr zufrieden sein mit diesem Ergebnis. Zum einen zeigt es uns, dass sich der Umstieg auf ein neues Terminbuchungssystem ausgezahlt hat. Zum anderen macht es deutlich, dass die Impfbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger weiterhin hoch ist“, sagte der  KVWL-Vorstand. Die Nachfrage nach dem Sonderkontigent war größer als die Zahl der Termine. Trotz Wartezeiten und Verzögerungen habe die Terminvergabe stabil funktioniert, so der KVWL-Vorstand. Am 6. April startet wie geplant die Vergabe von Impfterminen für 79-Jährige.

Astrazeneca für über 60-Jährige

01.04.2021
Ab Samstag können sich Menschen, die älter als 60 Jahre sind, für einen Impftermin mit dem Vakzin von Astrazeneca registrieren lassen. Das hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann angekündigt. Möglich wird dies, weil die Ständige Impfkommission (STIKO) empfohlen hat, den Impfstoff von Astrazeneca bei unter 60-Jährigen aufgrund der aufgetretenen Fälle von Hirnvenenthrombosen nicht mehr einzusetzen. Landesweit stehen ab Samstag für ganz Nordrhein-Westfalen etwa 380.000 Impfdosen zur Verfügung, teilten die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe mit. Sie machen darauf aufmerksam, dass die angesprochene Bevölkerungsgruppe mehr als zehn Mal so groß ist als Impfdosen zur Verfügung stehen. Sind alle verfügbaren Termine ausgebucht, wird das Impfangebot für diese Altersgruppe zunächst auch wieder eingestellt, heißt es weiter.

Die Terminvergabe für Bürger im Alter ab 60 Jahren startet in Westfalen-Lippe am Samstag, 3. April, über die bekannten Wege: entweder online unter www.116117.de oder telefonisch unter 0800 116 117 02. Die KVWL rechnet damit, dass es einen großen Ansturm geben wird. Daher sei Geduld gefordert.

Impfungen werden ausgeweitet

30.03.2021
Nach den Osterferien werden in Westfalen auch die 79-Jährigen Bürger geimpft. Darauf hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hingewiesen. Um die Anmeldeysteme nicht zu überlasten, erfolge die Impfeinladung für die Bürger, die über 70 Jahre alt sind, jahrgangsweise, so die KVWL. Zunächst erhalten somit Menschen, die zwischen dem 1. Februar und dem 31. Dezember 1941 geboren wurden, eine entsprechende Einladung.

Außerdem beginnen dann auch die niedergelassenen Ärzte mit den Impfungen, heißt es weiter. „Dass nun endlich Haus- und Fachärzte in die Impfkampagne einbezogen werden, ist der wichtigste Schritt seit Wochen“, sagt Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL. „Mit der Hilfe der rund 11.000 Praxen in Westfalen-Lippe wird die Impfkampagne schnell an Kraft und Umfang gewinnen. Das Impfen ist jetzt da angekommen, wo es hingehört.“

Aufgrund der geringen Impfstoffmenge, die den einzelnen Praxen zunächst zur Verfügung gestellt werden kann, werden sich die niedergelassenen Ärzte in einem ersten Schritt vor allem auf ihre bettlägerigen Patienten in der eigenen Häuslichkeit konzentrieren, so die KVWL. Sie weist zudem darauf hin, dass die Ärzte die potenziellen Impfkandidaten selbst ansprechen: „Die Impfstoffmenge ist zu Beginn noch sehr begrenzt. Bitte sehen Sie deshalb von telefonischen Nachfragen in den Praxen ab, um die Praxisteams nicht unnötig zu belasten!“

Keine Präsenzgottesdienste in Lage

29.03.2021
Der Rat der Stadt Lage hat für die Ostertage Präsenzgottesdienste für alle Religionsgemeinschaften verboten. Das Verbot gelte zunächst bis zum 18. April, teilt die Stadt mit. Hintergrund der Entscheidung war ein „massiv erhöhtes Corona-Infektionsgeschehen“ in einer Lagenser freikirchlichen Gemeinde, heißt es weiter. Dieses hatte den Inzidenzwert in der Stadt im Kreis Lippe zwischenzeitlich auf mehr als 800 ansteigen lassen. Etwa 1000 Mitglieder der Gemeinde waren getestet worden, bei 322 Menschen wurde eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt – hauptsächlich mit der britischen Variante. Rund 1100 Gemeindemitglieder wurden daraufhin unter Quarantäne gestellt. Der Rat der Stadt setzte sich mit dem Verbot für alle Religionsgemeinschaften über eine Entscheidung des NRW-Gesundheitsministeriums hinweg. Dieses hatte mitgeteilt, die Stadt könne lediglich für die betroffene freikirchliche Gemeinde ein entsprechendes Verbot ausstellen.

Klarheit für die Schulen gefordert

25.03.2021
Der Vorsitzende des Städtetags Nordrhein-Westfalen, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen, fordert von der Landesregierung eine Neubewertung der Corona-Lage und Konsequenzen für den Schulunter­richt nach den Osterferien. Bei steigenden Infektionszahlen dürfe „nicht einfach alles weiterlaufen wie vorher“, so Clausen.

Nach einer Vorstandssitzung des kommunalen Spitzenverbandes sagte er: „Die Virusmutationen machen auch vor den Schulen nicht halt.“ Daher dürfe Wechsel- und Präsenzunterricht erst wieder stattfinden, wenn es eine funktio­nierende Teststrategie für Schülerinnen und Schüler gebe und eine Impfstrategie für die Lehrkräfte, die umsetzbar sei. Zudem forderte Clausen klare Regeln für das Schließen von Schulen und Kitas: „Das Land muss jetzt kurzfristig festlegen, ab welchem landesweiten Inzidenz­wert Schulen in den Distanzunterricht und Kitas in die Notbetreuung wechseln sollen.“

„Oster-Ruhetage“ sind vom Tisch

24.03.2021
Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer (SIHK) zu Hagen ist erleichtert über die Rücknahme der angekündigten „Oster-Ruhe“. „Es ist ein wichtiges und gutes Signal, dass die Politik den Fehler erkannt und frühzeitig abgestellt hat“, sagte SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat. So würden vor Ostern unter anderem Lieferengpässe, Gedränge in Supermärkten und Kosten für Unternehmen vermieden. Zahlreiche Unternehmen hätten der SIHK gemeldet, dass es schier unendlich viele offene Praxisfragen mit Blick auf die angekündigten Ruhetage gibt, so Geruschkat.

Kritik an Corona-Beschlüssen

23.03.2021
Westfälische Industrie- und Handelskammern kritisieren die Corona-Beschlüsse aus der Bund-Länder-Konferenz. Die Beschlüsse seien ein „heftiger Rückschlag für die bereits etablierten Differenzierungen in der regionalen Wirtschaft“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen, Dr. Fritz Jaeckel.

„In den letzten Wochen hatten besonders hart vom Winter-Lockdown betroffene Unternehmen mit intelligenten Konzepten und Vorschlägen erste Öffnungsschritte unter Einhaltung aller notwendigen Infektionsbekämpfungs- und Hygienestandards erprobt. Hinter diese ersten Schritte fallen wir jetzt wieder zurück“. so Jaeckel weiter. Er fordert, den Fokus auf das Impfen und die Kontaktverfolgung mit neuen Apps zu richten. „Bis die Mangelverwaltung bei den Impfstoffen beendet und eine ausreichende Immunität in der Bevölkerung durch Impfen erreicht ist, muss nun überall, auch in den Unternehmen wo immer möglich getestet werden. Und zwar so viel wie möglich.“

Petra Pigerl-Radke, Hauptgeschäftsführerin der IHL Ostwestfalen, warnte vor den Konsequenzen für die Wirtschaft: „Die gestern von der Bundeskanzlerin und den Länderregierungen beschlossenen Maßnahmen werden viele Unternehmen und Branchen hart treffen“, sagte sie. Es seien viele Fragen offen geblieben, zum Beispiel in Sachen Gründonnerstag:  „Jetzt wird erstmals eine Art Zwangsruhetag eingeführt, der das wirtschaftliche Leben insgesamt lahmlegt. Die wirtschaftlichen Kollateralschäden durch den erweiterten Lockdown werden immer größer.“

Gedenkminute für Corona-Tote

22.03.2021
In zahlreichen Städten Europas soll am Mittwoch (24.03.) der Opfer der Corona-Pandemie gedacht werden. Um 12 Uhr mittags sind die Menschen eingeladen eine Minute innezuhalten und in Stille der Toten zu gedenken. Dazu hat der europäische Städtebund Eurocities aufgerufen. Zu diesem Städtebund gehört zum Beispiel auch Münster. Eurocities repräsentiert zweihundert europäische Städte mit rund 130 Millionen Menschen. Gedacht werden soll per Live-Stream. Dieser findet sich hier.

Lage: 1100 Gemeindemitglieder in Quarantäne

22.03.2021
In einer freikirchlichen Baptistengemeinde in Lage im Kreis Lippe wurden 90 Mitglieder positiv auf das Coronavirus getestet. Daraufhin stellte das zuständige Gesundheitsamt die gesamte Gemeinde – rund 1100 Menschen – unter Quarantäne. Die Stadt Lage habe für die Evangeliums-Christen Baptistengemeinde ECBG e.V. bis Ostern alle Präsenzgottesdienste untersagt, heißt es in einer Mitteilung des Kreises Lippe. Bis Sonntag (21.03.) waren rund 300 Mitglieder der Gemeinde auf das Coronavirus getestet worden. 800 weitere Tests standen noch aus. Zudem werde der Kreis Lippe heute gegenüber dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen weitere Maßnahmen für Lippe oder auch einzelne Gemeinden oder Städte abstimmen. Die Regelungen könnten von strengeren Auflagen für Religionsgemeinschaften bis hin zu Kontaktbeschränkungen für den privaten Raum reichen, heißt es weiter.

Dortmund darf Schulen nicht schließen

21.03.2021
Die Stadt Dortmund darf ihre Schulen und Kindertagesstätten nicht schließen. Das NRW-Gesundheitsministerium lehnte einen entsprechenden Antrag der Stadt von Freitag (19.03.) ab. Die Stadt müsse zunächst auch andere Maßnahmen prüfen, hieß es aus Düsseldorf. „Wir werden in einen rechtlichen Rahmen gepresst, der längst nicht mehr zum Infektionsgeschehen passt“, sagte Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal. Und weiter: „Es ist eine absurde Situation. Wir sehen sehr genau, was auf uns zukommt. Aber handeln dürfen wir nicht.“ Im Oberbergischen Kreis und im Kreis Düren hatte die Landesregierung Schulschließungen erlaubt. Dort lagen die Sieben-Tage-Inzidenzen deutlich über 100. Lesen Sie mehr zum Dortmunder Antrag: Dortmund will Schulen schließen

Neustart für AstraZeneca

19.03.2021
Nachdem die 27 Impfzentren die Vergabe des Vakzins von AstraZeneca zu Beginn der Woche ausgesetzt hatten, wollen sie heute die Impfung mit dem Wirkstoff fortsetzen. Nach entsprechenden Warnungen des Paul-Ehrlich-Instituts und Aufforderungen des Bundes- und des Landesgesundheitsministeriums hatten Gesundheitsbehörden die Sicherheit des Impfstoffs erneut überprüft. Auf Basis der Ergebnisse wurde empfohlen, dass die Impfungen nun bundesweit fortgesetzt werden sollen. Wolfgang Heuer, Leiter des städtischen Krisenstabes, sagte: „Ich bin erleichtert, dass die erneute Überprüfung zu diesem Ergebnis kam und hoffe, dass die Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, unter dieser Sicherheitsschleife nicht leidet. Die Massenimpfung ist der Ausweg aus der Pandemie.“ Die abgesagten Impftermine können in einigen Zentren eine Woche später nachgeholt werden. Andernorts müssen neue Termine vereinbart werden.

Corona-Test mit „Lolli-Methode“

17.03.2021
An der Technischen Universität Dortmund wurde ein Verfahren erprobt, bei dem man sich selbst eine Probe für einen PCR-Test auf das Coronavirus entnimmt. Dabei lutscht man zunächst 30 Sekunden auf einem Wattestäbchen, dann führt man sich den Bausch noch einmal ins linke und rechte Nasenloch ein, so die Uni in einer Mitteilung. Auf diese Weise gesammelte Proben können direkt einem PCR-Test unterzogen werden.

Um die Effizienz des Test- und Probeverfahrens zu steigern, werden immer zehn Proben in einem Gefäß gesammelt und zusammen analysiert. Ist das Ergebnis dieser Sammelprobe negativ, weiß man, dass keine der zehn Personen infiziert ist. „Ist das Ergebnis positiv, werden die jeweiligen B-Proben einzeln nachanalysiert. Je niedriger die Inzidenz, umso seltener sind die Nachtests nötig“, erklärt die Hochschule. Die Analyse der Coronatests übernimmt das Klinikum Dortmund im Rahmen eines Forschungsprojekts. Ist das Verfahren erfolgreich, soll es auf dem Campus im Sommersemester als Reihentest auf das Coronavirus eingeführt werden, damit Präsenzlehre vor allem in praktischen Kursen stattfinden kann.

Impfzentren stoppen Impfung mit AstraZeneca

15.03.2021
Die Impfzentren in Westfalen setzen die Impfung mit dem Vakzin AstraZeneca bis auf weiteres aus. Hintergrund ist eine entsprechende Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts. Das Institut hatte sich dafür ausgesprochen, die Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca zu pausieren, damit weitere Untersuchungen wegen einer erkannten Häufigkeit von Thrombosen durchgeführt werden können. Das Bundesgesundheitsministerium war dieser Empfehlung gefolgt. Daraufhin stoppten die Impfzentren Erst- und Folgeimpfungen mit dem Impfstoff. Die Termine für Menschen, die älter als 80 Jahre sind und den Biontech-Pfizer-Impfstoff erhalten sollen, sind davon nicht betroffen.

„Einsam, aber es gab schon Schlimmeres“

15.03.2021
Eine Gruppe von Studenten der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat Menschen im Altenheim befragt, wie es ihnen während der Coronapandemie ergeht. Der Tenor: Der Kontakt zu Kindern und Enkeln fehlt, gemeinsame Aktionen werden vermisst. Aber viele sagten auch, sie hätten schon Schlimmeres erlebt, vor allem den Krieg. „Da können wir von der älteren Generation auch etwas lernen“, sagt Daniel Ruhmöller, der gemeinsam mit vier weiteren Studierenden das Projekt „Eine Stimme aus dem Altenheim“ durchgeführt hat. Dazu haben die Altenheimbewohner einen Fragebogen mit offenen Frage beantwortet.

„Gerade die besonders persönlichen Geschichten haben uns beim Auswerten gerührt“, so das Team. Sie hätten viele emotionale Anekdoten gelesen, vor allem zum Zweiten Weltkrieg, der verglichen mit der jetzigen Pandemie, deutlich schlimmer war, teilt die RUB mit. Auch ein Vergleich mit anderen Krankheiten habe gezeigt, wie wichtig es sei, auf die oft ungehörten Erfahrungen der älteren Generation zu hören, so das Fazit der Studierenden. Aus den Antworten ist eine Ausstellung entstanden. Zur Ausstellung geht es hier.

 

Börse für Rest-Impfstoffe in Borken

11.03.2021
Seit der Kreis Borken in der vergangenen Woche eine Börse für übrig gebliebene Impfdosen eingerichtet hat, haben sich dort bereits mehrere Zehntausend Menschen registriert. Menschen, die sich online in die Liste eingetragen haben, werden benachrichtigt, wenn Impfdosen übrig bleiben. Dabei beachtet der Kreis die Prioritätenliste. Wer kontaktiert wird und innerhalb einer Stunde am Impfzentrum in Velen ist, erhält eine Impfung. Das Angebot gilt nur für Bürger des Kreises.

Gemeinsam mit weiteren Grenzregionen zu Belgien und den Niederlanden hat der Kreis Borken von der Landesregierung zudem zusätzliche Impfdosen gefordert. Hintergrund des Appels sind die deutlich höheren Sieben-Tage-Inzidenzen in den Nachbarländern. So liegt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner in Belgien bei 145,2, in den Niederlanden bei 187,4. Für Deutschland gibt das Robert-Koch-Institut den Wert mit 65,4 an.

Testzentren gesucht

08.03.2021
Kreise und Städte in Westfalen sind auf der Suche nach Betreibern für die Zentren, in denen die Bürger einmal pro Woche einen Corona-Schnelltest machen können. „Weder wir als Kreis noch die Städte haben die Kapazitäten, um die von Bund und Land vorgesehenen kostenlosen Tests von Bürgerinnen und Bürgern umzusetzen. Daher suchen wir gemeinsam nach externen Betreibern für Angebote zwischen Breckerfeld und Hattingen, Witten und Ennepetal“, erklärt zum Beispiel der Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises Olaf Schade. Infrage kommen beispielsweise Ärzte und Apotheken sowie Testzentren von Hilfsorganisationen oder von Privatanbietern. Im Kreis Lippe wollen das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter-Unfall-Hilfe eigene Testzentren aufbauen. Dort hat das erste Testzentrum seine Arbeit bereits aufgenommen, teilt der Kreis mit.

Mit dem Rikscha-Taxi zum Impftermin

05.03.2021
In Münster können Menschen, die einen Termin im Impfzentrum auf einen besonderen Beförderungsservice zurückgreifen: Die Stadt bietet in Zusammenarbeit mit den „LeezenHeroes“ eine münstertypische Gelegenheit zur Anfahrt. Mit einer Fahrradrikscha werden mobilitätseingeschränkte impfberechtigte Personen über 80 Jahre an ihrer Adresse abgeholt, zum Impfzentrum in der MCC Halle Münsterland und nach der Impfung dann auch wieder zurückgebracht, so die Stadt. Die Eigenbeteiligung für diesen Service beträgt fünf Euro je Fahrt; die Stadt Münster übernimmt die restlichen Beförderungskosten.

Impfzahlen steigen langsam

03.03.2021
Die Impfungen in Westfalen-Lippe schreiten voran. Seit dem Start der Impfzentren am 8. Februar sind in diesen Einrichtungen rund 190.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden, teilt die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe mit. Noch einmal rund 195.000 Bürger haben ihre schützende Spritze durch ein mobiles Impfteam erhalten. „Die Impfung ist unser Weg raus aus der Pandemie. Die Impfzentren in unserer Region sind nun seit fast einem Monat in Betrieb und ich kann sagen, dass es im Großen und Ganzen sehr gut läuft, obwohl  wir vereinzelt immer noch mit den Konsequenzen fehlerhafter Terminbuchungen zu kämpfen haben“, erklärt Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).

Münster will mehr kommunale Verantwortung

02.03.2021
Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe fordert gemeinsam mit seinen Kollegen Boris Palmer (Tübingen) und Claus Ruhe Madsen (Rostock), den Kommunen mehr Verantwortung für lokale Lockerungen zu übertragen. Vor den Beratungen von Bund Ländern zu weiteren Corona-Maßnahmen schlugen die Oberbürgermeister eine lokale Corona-Ampel vor. Mit Schnelltests und neuen Apps zur Kontaktverfolgung sollen so sichere Teilöffnungen in Gastronomie und Handel möglich werden. Jetzt schlage die Stunde der Kommunen, schreiben sie. „Vor Ort können innovative Lösungen mit der Bürgerschaft entwickelt, erprobt und praktiziert werden. Vor Ort kommen Freiheit und Verantwortung zusammen. Die Informations- und Entscheidungswege sind in der Kommune kurz“, so die Oberbürgermeister.

Viele Neuinfektionen im Märkischen Kreis

26.02.2021
Der Märkische Kreis hat NRW-weit die höchste Sieben-Tages-Inzidenz. Sie liegt bei 120,4. Die Ursachen dafür lägen in einzelnen lokalen Ereignissen mit jeweils einer größeren Anzahl an Infizierten begründet, teilt der Krisenstab mit. So sei es zuletzt vermehrt in Krankenhäusern und Unternehmen zu Ausbrüchen gekommen. Auch trage die zunehmende Verbreitung der ansteckenderen britischen Virusvariante zu einem deutlichen Anstieg der Zahlen bei. Insgesamt acht Kreise und kreisfreie Städte liegen bei der Sieben-Tage-Inzidenz noch unter dem 50er-Schwellenwert. Münster mit 21,3 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen und der Kreis Coesfeld mit einem Wert von 30 haben die niedrigsten Zahlen

Dortmund verschärft Maskenpflicht

25.02.2021
Die Stadt Dortmund weitet die Maskenpflicht in besonders stark frequentierten Freizeit- und Parkanlagen wie dem Rombergpark oder den Wegen am Phoenixsee aus. Von Samstag (27.02.2021) an müssen Spaziergänger dort samstags, sonntags und feiertags jeweils von 12 bis 18 Uhr auf sämtlichen Wegeflächen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Ziel dieser Maßnahme sei es, die Bevölkerung weiterhin zu sensibilisieren und auf die Gefahren durch den Coronavirus hinzuweisen, teilt die Stadt mit.

Studie: Corona spaltet und eint

24.02.2021
Die Studie „Zwischen individueller Freiheit und Gemeinwohl“ der Bertelsmann Stiftung Gütersloh zeigt Unterschiede, die in der Corona-Debatte zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Wertemilieus gibt. Demzufolge akzeptieren Humanisten die Einschränkungen der individuellen Freiheit zu 80 Prozent, lehnt Hälfte der Leistungsorientierten diese ab. „Die Corona-Pandemie verschärft Wertekonflikte, die bereits vorher schwelten“, erklärt dazu Yasemin El-Menourar, Expertin für gesellschaftlichen Zusammenhalt bei der Bertelsmann Stiftung. Weitere Ergebnisse: Rund ein Drittel der Deutschen wollen sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Ebenfalls rund ein Drittel der Befragten lehne zudem die Einschränkung von Freiheitsrechten in der Corona-Pandemie ab. Lesen Sie mehr

Initiative zur Rückkehr von Zuschauern

23.02.2021
Das Theater und das Konzerthaus Dortmund haben sich einer Initiative von mehr als 40 Kultur- und Sporteinrichtungen angeschlossen, die sich für die Rückkehr von Zuschauern und Gästen bei Veranstaltungen einsetzt. Virologen, Raumlufttechniker und Gesundheitsökonomen haben an dem Konzept mitgewirkt, das eine coronasichere Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Sport und Kultur gewährleisten soll. Zum Konzept gehören unter anderem eine Kapazitätsbegrenzung auf 25 bis 40 Prozent am Veranstaltungsort, personenenbezogene Ticketvergabe, umfassende Maskenpflicht sowie weitere strenge Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen. 20 Wissenschaftler und Experten haben das Konzept ausgearbeitet. Zu den weiteren Unterzeichnern der Initiative gehören u.a. der Deutsche Fußballbund, der Deutsche Kulturrat oder auch der Deutsche Bühnenverein.

Das Coronavirus in einer Animation. Foto: pixabay

Das Coronavirus in einer Animation. Foto: pixabay

Weiter Probleme bei Impfterminvergabe

22.02.2021
In einigen  Impfzentren Westfalens kommt es weiter zu Problemen bei der Terminvergabe. Im Zentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises war ein Termin über das Buchungssystem der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) um ein Vielfaches zu oft vergeben worden.

Statt der geplanten drei Bürger kamen 31 zur selben Uhrzeit nach Ennepetal, teilt der Kreis mit. Dennoch konnten alle Senioren vor Ort mit Impfstoff versorgt werden. „Wir haben befürchtet, dass sich das Problem wiederholt“, sagt Krisenstableiter Michael Schäfer mit Blick auf den Sonntag der Vorwoche, als 60 Senioren zum Impfzentrum gekommen waren, die nicht auf der Liste für einen Impftermin standen. Weil für sie kein Impfstoff vorhanden war, mussten sie zunächst unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt werden. Der Kreis hat nun eine Telefonnummer eingerichtet, unter der Bürger ihren Termin überprüfen lassen können, bevor sie zum Impftermin fahren.

In Münster mussten am Wochenende Menschen abgewiesen werden, obwohl sie sich sicher waren, einen Termin gebucht zu haben. Allerdings konnten sie keine Bestätigung für den Termin vorlegen, sondern hatten sich einen vermeintlich gebuchten Termin notiert oder während der Terminreservierung einen Screenshot angefertigt. Das reiche aber nicht aus. „Es handelt sich dabei um nicht vollständig abgeschlossene Buchungsvorgänge“, erläutert Hendrik Oen, Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Online-Buchungen sind erst verbindlich, wenn es eine Bestätigungsmail vom Buchungssystem gebe.

Mutanten weniger verbreitet als befürchtet

17.02.2021
Die hochansteckenden Coronavirus-Mutanten sind in Nordrhein-Westfalen weniger verbreitet als befürchtet, zeigt ein Modellprojekt, an dem das Universitätsklinikum Münster beteiligt war. Demnach handelt es sich bisher bei rund neun Prozent der positiven Abstriche auf das Coronavirus in NRW um eine der besonders ansteckenden Mutationen. Lesen Sie mehr

Neue Kältespeicher für Biontech-Impfstoff

16.02.2021
Wissenschaftler der Universität Paderborn entwickeln spezielle Kältespeicher für den Biontech-Impfstoff, die ohne Trockeneis auskommen sollen. Trockeneis ist festes Kohlenstoffdioxid (CO2), das bei einer Temperatur von minus 78° Celsius verdampft. Da bereits CO2-Konzentrationen von acht bis zehn Prozent in der Atemluft tödlich sein können, ist die Menge, die z. B. in Flugzeugen und Transportern eingesetzt werden kann, limitiert, teilt die Universität mit. In Paderborn werde deshalb an sogenannten Phasenwechselmaterialien (PCM), die für den Einsatz in Kühlakkus verfüllt werden und die erforderlichen Kühltemperaturen von minus 80°C bis minus 60°C erreichen, geforscht.

Inzidenz in sechs Kreisen unter 50

11.02.2021
Die Corona-Inzidenzen in Westfalen fallen weiter. Inzwischen sind bereits sechs Kreise unterhalb der kritischen 50er-Schwelle. Die niedrigsten Infektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner hat die Stadt Münster. Dort liegt der Wert bei 19,3 (Stand 11.02.2021), es folgen die Kreise Coesfeld (24,9) und Paderborn (27,0), die Stadt Bielefeld (29,3) sowie die Kreise Steinfurt (32,6) und Gütersloh (40,3). Den landesweit höchsten Wert verzeichnet Hagen mit 119,8.

Coronamaßnahmen schützen vor weiteren Infektionen

10.02.2021
Hygiene- und Abstandsregeln sowie die Kontaktbeschränkungen im Rahmen der Coronapandemie haben im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Rückgang anderer Infektionskrankheiten geführt. Darauf verweist die AOK Nordwest. So seien im letzten Jahr nur 199 Infektionsfälle von Keuchhusten gemeldet worden. Im Vorjahr waren es noch 839 und 2018 sogar noch 1110. „Wir gehen davon aus, dass die AHA-Regeln und die KiTa- sowie Schulschließungen zu diesem starken Rückgang geführt haben, denn die Ansteckung erfolgt bei Keuchhusten über kleinste Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen versprüht werden“, sagte AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

09.02.2021
Die 27 Impfzentren in Westfalen haben ihre Arbeit aufgenommen. Trotz der widrigen Witterungsbedingungen ist der Start geglückt. In den meisten Zentren verliefen die ersten Tage reibungslos. Mehr zum Impfstart lesen Sie hier

„An Masken führt kein Weg vorbei“

05.02.2021
„Egal, welchen Impfstoff die Menschen nun erhalten: An Masken führt auch weiterhin kein Weg vorbei, denn Impfen schützt vor der Erkrankung, Masken vor der Übertragung“, erklärt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL). Daher solle auch jeder Geimpfte sicherheitshalber eine FFP2-Maske nutzen.

Vor dem Hintergrund der geplanten Neufassung der Coronavirus-Impfverordnung, die aktuell als Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) vorliegt und Regelungen zur Schutzimpfung mit dem neu zugelassenen Impfstoff des Herstellers AstraZeneca sowie impfstoffspezifische Priorisierungen beinhaltet, da für diesen Impfstoff bislang nur eine Schutzimpfung bei Personen bestimmten Alters empfohlen ist, mahnte Gehle vor einem „unwissenschaftlichen Schlechteren“, teilt die ÄKWL mit. „Solange noch nicht ausreichend Impfstoff für alle vorhanden ist, müssen wir mit den Impfstoffen arbeiten, die vorhanden und zugelassen sind. Es gibt keinen Impfstoff zweiter Klasse. Das Coronavirus bleibt trotz des Impfstarts noch lange eine harte Herausforderung und kann das Gesundheitssystem an die Grenze des Leistbaren bringen. Alle sind auch zukünftig aufgerufen, sich und andere konsequent zu schützen – und Geduld zu haben.“

Virus-Mutante breitet sich weiter aus

03.02.2021
In immer mehr Städten und Kreisen in Westfalen tritt die neue hochansteckende Variante des Coronavirus auf. Die Krisenstäbe mahnen dazu, sich weiter an die geltenden Infektionsschutz-Maßnahmen zu halten: Abstand halten, Maske tragen, häufiges  Händewaschen sowie die intensive Belüftung von Innenräumen, in denen sich mehrere Menschen aufhalten. In Münster sagte Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer: „Nach den uns vorliegenden Erkenntnissen weichen die Krankheitsverläufe, die durch die neuen Corona-Mutationen ausgelöst werden, nicht wesentlich von den Krankheitsverläufen bei herkömmlichen Covid-Infektionen ab. Die besondere Gefährlichkeit der neuen Mutationen besteht nach aktuellem Wissensstand darin, dass man sich wesentlich leichter mit ihnen infizieren kann.“ Gleichzeitig warnte er davor, die langsam zunehmende Verfügbarkeit von Impfstoffen mit einer allgemeinen Entspannung der pandemischen Lage zu verwechseln.

Erste Osterfeuer abgesagt

02.02.2021
Gut zwei Monate vor Ostern haben die ersten Kommunen entschieden, dass sie wegen der Corona-Pandemie keine Osterfeuer genehmigen werden. So haben die Stadt Castrop-Rauxel und die Stadt Unna bereits angekündigt, dass sämtliche Osterfeuer ausfallen müssen. Schon 2020 war das Abbrennen von Osterfeuern in den Kommunen untersagt worden.

Impfung in Pflegeheimen geht weiter

01.02.2021
Seit Montag sind die mobilen Impfteams wieder in Westfalen unterwegs, um Erstimpfungen in Alten- und Pflegeheimen durchzuführen. Diese waren Mitte Januar unterbrochen worden, da der Pharmahersteller Biontech seine prognostizierte Impfstoff-Liefermenge reduziert hatte. Wie die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mitteilt, seien im Landesteil Westfalen-Lippe rund 90 Prozent der berechtigten Alten- und Pflegeheime bereits mit Impfstoff für die Erstimpfung versorgt, weitere etwa 20.000 Bewohner und –mitarbeiter werden in den nächsten Tagen und Wochen noch geimpft.

Erste Bilanz der Terminvergabe

29.01.2021
In Westfalen wurden in dieser Woche 479.000 Termine für die Corona-Impfung vergeben. Fast 240.000 berechtigte Bürger über 80 Jahren haben demnach einen Termin für die erste und zweite Impfung erhalten, berichtet die Kassenärztliche Vereinigung (KVWL). „Die vergangenen Tage waren für die Bürger, aber auch für uns und alle Beteiligten, eine echte Zerreißprobe“, sagte Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL. Am Montag waren die Buchungssysteme zusammengebrochen, es folgten eine Vielzahl  technischer Probleme. „Wir entschuldigen uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die mit Problemen bei der Vereinbarung eines Impf-Termins zu kämpfen hatten. Wir haben kein Geheimnis daraus gemacht, dass wir mit Schwierigkeiten bei der Terminvergabe rechnen, wenn der Großteil der fast eine Million Impfberechtigten in NRW sich gleichzeitig an eine Hotline und ein Online-Portal wendet. Dass sich der Start jedoch so schwierig gestaltet hat, bedauern wir sehr“, erklärte der KVWL-Gesamtvorstand,

Infektionszahl sinkt

28.01.2021
Nach der Stadt Münster melden auch die Kreise Borken und Coesfeld erstmals seit Wochen wieder eine Sieben-Tage-Inzidenz unterhalb des kritischen Schwellenwerts von 50. Im Kreis Borken liegt die Zahl der Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage bei 47,4 und im Kreis Coesfeld bei 49,0. Den niedrigsten Wert verzeichnet nach wie vor Münster mit 33,6. In allen anderen Kreisen und kreisfreien Städten NRWs liegt die Sieben-Tage-Inzidenz noch über dem 50er-Schwellenwert.

Virusmutationen werden erforscht

27.01.2021
In einem Modellprojekt an den Universitätskliniken Münster und Düsseldorf sollen die Corona-Virusmutationen untersucht werden. „Mir ist es ein besonderes Anliegen zu untersuchen, ob sich die Varianten in Nordrhein-Westfalen unterschiedlich verbreitet haben, beispielsweise in den Grenzregionen zu den Niederlanden. Noch diese Woche wird damit begonnen, rund 1.000 positive SARS-CoV-2 Proben insbesondere aus dieser Region zu sammeln und auszuwerten“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Geleitet werden die Forschungen von Professor Alexander Mellmann vom Institut für Hygiene des Universitätsklinikums Münster.

Nach einem Verdacht auf Virusmutationen am Marienhospital Steinfurt werden dort alle Patienten und Mitarbeiter auf das Covid-19-Virus getestet. Die Proben sollen auf die britischen und südafrikanischen Virusvarianten untersucht werden. In dem Standort des Universitätsklinikums Münster besteht die Vermutung, dass sich drei Personen mit dem mutierten und als stärker ansteckend geltenden Virus infiziert haben.

300.000 Impftermine vergeben

26.01.2021
Rund 300.000 Impftermine haben die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen am Montag zum Start der Terminvergabe mit Über-80-Jährigen vereinbart, sagte der Vorsitzende der KV Nordrhein, Frank Bergmann, bei WDR5. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagte, er habe Verständnis für die Verärgerung vieler Senioren, die mehrere Stunden am Computer verbracht hätten, um einen Termin zu vereinbaren. Immerhin seien aber 275.000 Ersttermine über das System gemacht worden. Jeder Impfwillige würde ein Angebot erhalten, so Laumann.

Der Distanzunterricht an den Schulen wird bis mindestens zum 12. Februar fortgeführt, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer heute Mittag. Wann es wieder Präsenzunterricht oder Wechselmodell an den Schulen geben werde, sei nicht vorherzusagen. Hintergrund sind die Virusmutationen, deren Einfluss auf das Infektionsgeschehen zurzeit noch unklar sei.

Hotline für Impfterminvergabe überlastet

25.01.2021
Die Telefonhotline dauerbesetzt, die Internetseite nicht erreichbar – seit Montagmorgen können sich über 80-Jährige um Termine für eine Corona-Schutzimpfung bemühen. Doch beim Bemühen blieb es wohl in den meisten Fällen. Denn weder telefonisch noch über die angegebene Internet-Seite www.116117.de war es zeitweise möglich, weiterzukommen. Schon gegen Mittag zeigte die Internetseite zudem an, dass alle Termine bereits vergeben seien. Lesen Sie mehr

Impfstopp: Große Enttäuschung

22.01.2021
Der Stopp der Corona-Impfungen in den nordrhein-westfälischen Kliniken und die Verschiebung des Impfstarts hat für große Irritationen gesorgt. Ärztekammer-Präsident Hans-Albert Gehle zeigte sich „enttäuscht und besorgt“. Er forderte eine verlässliche Impfplanung. Auch Hausärzte und ihre Mitarbeiter müssten mit höchster Priorität geimpft werden.

Während die Impfzentren bedingt durch den Lieferstopp des Biontech-Impfstoffs erst am 8. Februar öffnen, wird die Terminvergabe wie geplant am 25. Januar online und telefonisch starten. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe erwartet eine sehr hohe Nachfrage und kündigt an, dass sich mehr als 1000 zusätzliche Mitarbeiter um die telefonische Terminvereinbarung kümmern werden. Jeder Impfwillige werde drankommen, es sei aber Geduld gefragt, heißt es dort.

Start der Impfungen von Über-80-Jährigen verschoben

20.01.2021
Die Start der Impfungen von Über-80-Jährigen muss in NRW verschoben werden, da es Lieferengpässe beim Impfstoffhersteller Biotech gibt, geben Städte und Kreise  in Berufung auf das NRW-Gesundheitsministerium. Statt wie geplant am 1. Februar werden die Impfzentren erst am 8. Februar ihren Betrieb aufnehmen, heißt es. Ebenfalls pausieren müssen in der kommenden Woche die Impfungen in Pflegeheimen und Krankenhäusern. An Terminen für Zweitimpfungen in Pflegeheimen ändert sich jedoch nichts.

Gute Nachrichten gibt es aus Münster. Dort ist der Inzidenzwert unter die angestrebte Marke von 50 gesunken. 45 Neuansteckungen je 100.000 Einwohner wurden dort in der vergangenen Woche verzeichnet. Das ist der niedrigste Wert in NRW.

Erste Impfungen in Krankenhäusern

18.01.2021
Seit Wochenbeginn werden Mitarbeiter von Krankenhäusern in NRW gegen Corona geimpft. In einem ersten Schritt wird Klinikpersonal geimpft, das Kontakt mit COVID-Patienten hat oder in besonders sensiblen Bereichen wie der Onkologie arbeitet. Mediziner und Pflegekräfte, aber auch Reinigungs- und Servicekräfte wurden zur Impfung eingeladen. Das Universitätsklinikum Münster (UKM) berichtet, dass 1000 Mitarbeiter innerhalb von zwei Tagen die Schutzimpfung erhalten sollen. Um dies zu ermöglichen, wurden Aufklärungsgespräche bereits im Vorfeld des Impftermins geführt. Um die Impfung dann zügig durchführen zu können, wurden zwei Impfstraßen eingerichtet. „Wir haben eine Impfbereitschaft von über 80 Prozent“, sagte Prof. Dr. Hugo Van Aken, Ärztlicher Direktor am UKM.

Impfzentren wollen Anfang Februar starten

14.01.2021
Die 27 Impfzentren in Westfalen-Lippe sollen zum 1. Februar ihre Arbeit aufnehmen. Das teilt die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe mit. In den Zentren sollen zunächst Bürger geimpft werden, die 80 Jahre oder älter sind und einen Termin vereinbart haben. Mehr als 300.000 Menschen sind demnach in dieser Gruppe in der Region impfberechtigt. Sie erhalten in den kommenden Tagen ein Informationsschreiben, wie die Impfungen ablaufen.

Fortschritte bei Impfung in Westfalen

12.01.2021
Die Impfungen gegen Corona gehen in Westfalen mit großen Schritten voran. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) teilt mit, dass bis Ende Januar alle der laut NRW-Gesundheitsministerium berechtigten Heime mit der 1. Schutzimpfung versorgt sein werden, parallel dazu starte in den nächsten Tagen in vielen Einrichtungen die zweite Impfrunde.

Wer wissen möchte, wie viele Impfungen genau gegen das Coronavirus in den westfälisch-lippischen Alten- und Pflegeheimen bisher verabreicht wurden, kann dies nun auf der Corona-Webseite der KVWL erfahren. Hier geht es zu den Daten.

Fünf Regionen über 200er Schwelle

11.01.2021
In fünf Regionen Westfalens ist die Sieben-Tage-Inzidenz auf mehr als 200 gestiegen. Den Höchstwert gibt es aktuell in Höxter mit 261 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Auch der Kreis Recklinghausen (228,5), die Stadt Gelsenkirchen (227,2), der Kreis Minden-Lübbecke (223,9) und die Stadt Bielefeld (211,6) lagen über der 200er-Schwelle, ab der ursprünglich weitere Einschränkungen gelten sollten.

So hatte die Bund-Länder-Konferenz für diesen Fall eigentlich vorgesehen, die Bewegungsfreiheit der Bürger einzuschränken. Sie sollten sich nur noch in einem Radius von 15 Kilometern bewegen dürfen. In NRW gilt das aber nicht automatisch. Die betroffenen Städte und Kreise können dagegen in Absprache mit dem Landesgesundheitsministerium weitere Maßnahmen verabschieden. In Recklinghausen wird heute (11.01.2021) über weitere Schutzmaßnahmen verhandeln.

Der Kreis Coesfeld hat seit Tagen die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz in NRW. Sie lag am Montag bei 73,9.

Massive Probleme bei Start des digitalen Unterrichts

11.01.2021
Zahlreiche Schulen in Westfalen konnten am Montag nicht wie geplant mit dem digitalen Unterricht beginnen. Betroffen waren vor allem Einrichtungen, die auf die digitale Plattform IServ setzen. Diese hatte massive Probleme. Es sei nicht möglich Videokonferenzen zu eröffnen oder diesen beitreten, teilte das Unternehmen über den Nachrichtendienst Twitter mit. Nach einer Störungskarte des Portals netzwelt.de gehörte die Region Münster zu den am stärksten von den Einschränkungen betroffenen Gebieten.

wsp

Lesen Sie auch im Bereich "Politik/Wirtschaft"

Testen Sie den WESTFALENSPIEGEL!

Ihnen gefällt, was Sie hier lesen? Dann überzeugen Sie sich von unserem Magazin!