14.01.2013

Damwild hilft ADHS-Patienten: Tiergestützte Therapie in Marl ist deutschlandweit einzigartig

Marl-Sinsen (wh). 30 "tierische Therapeuten" sind in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Marl im Einsatz, um jungen Patienten mit seelischen Verwundungen zu helfen. Die Tiergestützte Therapie an der LWL-Haardtklinik ist mit diesem Umfang deutschlandweit einzigartig, berichtet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).
40 bis 50 Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen nehmen pro Woche an der Therapie auf einem zwei Hektar großen Tiergehege am Waldgebiet der Haardt teil. Dort leben 30 Heidschnucken, Ziegen, Meerschweinchen, Kaninchen und Damwild. Der große Vorteil beim therapeutischen Einsatz der Tiere liege in "deren Unvoreingenommenheit und Authentizität", sagen die Therapeutinnen der westfälischen Klinik: "Esel Friedemann ist es egal, ob sein Gegenüber dick oder dünn, klein oder groß ist."
Für fast jede Erkrankung finde sich in dem Gehege ein passendes Tier, haben die Betreuerinnen erfahren. So könnten etwa ADHS-Patienten im Kontakt mit dem scheuen Damwild lernen, ruhig und geduldig zu agieren. Die Arbeit mit zutraulichen und streichelbedürftigen Eseln entspanne hingegen traumatisierte Kinder und Jugendliche.

Lesen Sie auch im Bereich "Gesellschaft, Politik/Wirtschaft, Wissenschaft"

Testen Sie den WESTFALENSPIEGEL!

Ihnen gefällt, was Sie hier lesen? Dann überzeugen Sie sich von unserem Magazin!