Kwasi Darkos Fotoarbeit "In my Father's House", zu sehen im Dortmunder U. Foto: Kwasi Darko
04.01.2022

Das Museum als Heim

Die Ausstellung „EFIE: The Museum as Home“ zeigt im Dortmunder U historische und zeitgenössische Kunst aus Ghana. 

„EFIE“ bedeutet in den Akan-Sprachen „Heim“. So stellt die Schau die Frage, wie ein Museum zu einem Zuhause für Kunstwerke werden kann. Sie erweitert das traditionelle Verständnis eines Museums, hinterfragt althergebrachte Präsentationsformen und bietet neue Perspektiven – auf die Kunst, aber auch auf die Realität, der sie entstammen. Konzipiert wurde die Ausstellung von Nana Oforiatta Ayim. Die in Deutschland geborene und in Ghana lebende Kunsthistorikerin ist die Kuratorin des gefeierten ghanaischen Pavillons auf der Biennale in Venedig 2019, leitet das ANO Institute of Arts and Knowledge und ist Vorstandsmitglied der Vereinigung der Museen und Kulturerbe-Stätten Ghanas. 

Ihre Ausstellung im Dortmunder U präsentiert Videoarbeiten und multimediale Installationen von Afroscope, Diego Araúja, Rita Mawuena Benissan, Kwasi Darko, Kuukua Eshun, Na Chainkua Reindorf, Studio Nyali sowie El Anatsui. Diese Arbeiten zeitgenössischer Künstler stehen historischen Artefakten gegenüber, die deutsche Museen als Leihgaben zur Verfügung gestellt haben. 

Kwasi Darkos Fotoarbeit "In my Father's House", zu sehen im Dortmunder U. Foto: Kwasi Darko

Kuratorin Nana Oforiatta Ayim in der Ausstellung. Foto: Jürgen Spiler

Wichtig ist die Ausstellungsarchitektur, die sich auf das Mobile Museum bezieht, das in Ghana durch die Regionen reist und Menschen einlädt, sich kreativ einzubringen. Für die Dortmunder Schau entwickelte der Architekt DK Osseo-Asare eine modulare Bambusstruktur innerhalb der Ausstellungsfläche. Sie beherbergt die Kunstwerke und verbindet sie miteinander. Das Museum wird also nicht durch Beton begrenzt, sondern besteht aus einem Netzwerk beweglicher Strukturen, in dem die Kunstwerke zu Hause sind.

„EFIE: The Museum as Home“ ist bis zum 6. März 2022 im Dortmunder U zu sehen. Begleitet wird die Ausstellung von einer kleineren Schau im „Lautsprecher“ auf Ebene 4: Dort präsentieren im Wechsel junge Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten unter dem Titel „Streams of Diaspora“. Weitere Informationen hier.

wsp

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