In Westfalens Wäldern sind große Mengen Holz angefallen, Kahlflächen nehmen zu – wie hier bei Arnsberg. Foto: Jürgen Bröker
02.12.2022

Der Wald im Stress

NRW-Forstministerin Silke Gorißen hat den Waldzustandsbericht vorgestellt. Nur ein knappes Drittel der Bäume ist völlig gesund.

„Der heiße Sommer und die lange Dürreperiode in diesem Jahr haben deutliche Spuren hinterlassen. Seit Beginn der Waldzustandserhebung 1984 wird die Lage immer ernster, auch weil die Folgen des Klimawandels im Wald immer spürbarer werden“, fasste Gorißen die Ergebnisse des Berichtes zusammen. 

Nur 28 Prozent der untersuchten Bäume weisen keinen Verlust von Blättern oder Nadeln auf und gelten als gesund. Dieser Wert ist seit dem Vorjahr stabil geblieben. Ein weiteres gutes Drittel (34 Prozent) zeigt eine geringe sogenannte „Verlichtung“ der Baumkrone, 2021 lag der Anteil etwas niedriger bei 32 Prozent. 38 Prozent der Bäume sind stark geschädigt, 2021 waren es 40 Prozent. Besonders stark beeinträchtigt ist die Fichte, die unter dem Borkenkäferbefall leidet. In tieferen Lagen sei die Fichte inzwischen fast vollständig verschwunden. Zudem stünde sie mit ihrem flach entwickelten Wurzelsystem während der gesamten Vegetationsperiode unter Wasserstress, heißt es vom NRW-Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Langfristiger Trend

Der insgesamt negative Trend der sogenannten Vitalitätsverschlechterung setzt sich seit dem Beginn der Waldzustandserhebung im Jahr 1984 fort. Insgesamt sind 135.000 Hektar Wald in NRW sogenannte Schadflächen, die durch das Zusammenwirken von Stürmen, Sommerdürren und Massenvermehrungen von Fichtenborkenkäfern entstanden sind. Ziel sei es, dass gesunde und klimaangepasste Mischwälder wachsen. Die entsprechende Anpflanzung neuer Bäume sei nun die wichtigste Aufgabe der Forstwirtschaft, so die Ministerin. 2023 sollen 70 Millionen Euro Fördermittel für die Forst- und Holzwirtschaft zur Verfügung stehen.

wsp

Mehr zur „Wunderwelt Wald“ lesen Sie im WESTFALENSPIEGEL 4/2021.

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