Im LWL-Naturkundemuseum in Münster wurden detailgetreue Modelle der Raupen in ihrer typischen "Prozession" am Baum angebracht. Foto: LWL/Heimann
16.08.2019

Eichenprozessionsspinner: Hohe Kosten für Städte

Für viele Menschen waren in diesem Sommer die Begegnungen mit dem Eichenprozessionsspinner schmerzhaft, für die betroffenen Städte und Gemeinden war der Befall durch die Raupen vor allem teuer.

Die Stadt Münster rechnet mit Kosten von rund 350.000 Euro allein für die Beschaffung von Geräten, Schutzkleidung und Material sowie für die Beauftragung von Firmen, um die Raupen des Eichenprozessionsspinners zu entfernen – hinzu kommen noch Kosten für den Einsatz von städtischem Personal, berichtet das Grünflächenamt. Seit April wurde der Befall beobachtet und mit Bioziden sowie mechanischen Maßnahmen bekämpft. In den Spitzenzeiten im Juli waren in Münster neben acht städtischen Mitarbeitern auch Firmenkolonnen im Einsatz. Aktuell werden bereits Pläne für das nächste Jahr gemacht, berichtet Hans-Ulrich Menke vom Grünflächenamt. Zwar gebe es zurzeit noch keine Prognose dazu, wie stark der Eichenprozessionsspinner 2020 auftreten wird, die Stadtverwaltung gehe aber davon aus, dass der Befall noch intensiver ausfallen wird.

465 Meldungen zu den Gespinsten der Raupe zählte die Stadt Hamm in diesem Jahr bislang. Spielplätze, Wege oder auch Bereiche von Parkanlagen mussten hier zeitweise gesperrt werden, um Passanten nicht zu gefährden. Zwei Fachfirmen waren im Einsatz, um die Nester zu entfernen, für solche Einsätze werden voraussichtlich 160.000 Euro fällig, prognostiziert die Stadt Hamm.  

Absaugen als Prävention

In Dortmund setzt die Stadt zurzeit auf Prävention, um einen Befall 2020 möglichst gering zu halten. Jede abgesaugte Raupe erspare 150 bis 250 Eier im nächsten Jahr, daher sei die Absaugung die effektivste Möglichkeit, schon jetzt vorzubeugen, berichtet ein Stadtsprecher.

Neugierige, die sich die Eichenprozessionsspinner einmal gefahrlos aus der Nähe ansehen möchten, können dies bald im LWL-Naturkundemuseum in Münster tun. Ab dem 25. September sind in der Sonderausstellung „Beziehungskisten – Formen des Zusammenlebens in der Natur“ 200 Raupen zu sehen, die Präparatoren aus Harz hergestellt haben. Museumsbesucher können an diesen und weiteren Modellen die Vielfalt des Zusammenlebens von großen Insektenstaaten, über Parasiten und der Funktion von Vogelschwärmen bis hin zu lebenswichtigen Bakterien im menschlichen Körper entdecken.

wsp

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