Ein Blick in die Ausstellung. Foto: Ruhr Museum / Christoph Sebastian
15.09.2022

Ein Fluss im Fokus

Zur Feier der Vollendung des Emscherumbaus kam sogar Bundeskanzler Olaf Scholz. Nun widmet sich eine Ausstellung im Ruhr Museum der Geschichte des Flusses.

Kloake oder Köttelbecke – die Bezeichnungen für die Emscher waren jahrelang alles andere als schön, aber umso treffender: Ein Jahrhundert lang war sie der Abwasserkanal des Ruhrgebiets, galt als dreckigster Fluss Deutschlands. Seit Ende 2021 ist das Wasser sauber, die Neugestaltung ist gelungen. Die Sonderausstellung im Ruhr Museum auf der Zeche Zollverein in Essen nimmt den Fluss in den Blick.

Bei Recklinghausen fließt der Suderwicher Bach in die renaturierte Emscher. Foto: Emschergenossenschaft

Bei Recklinghausen fließt der Suderwicher Bach in die renaturierte Emscher. Foto: Henning Maier-Jantzen / Emschergenossenschaft

400 Bilder dokumentieren den zweifachen Umbau des Ruhrgebietsflusses, der zuerst wegen der zunehmenden Industrialisierung zum offenen Abwasserkanal verkam und in den vergangenen 30 Jahren vom Dreckwasser befreit wurde. „Die Ausstellung zeigt die große Geschichte des zweifachen Umbaus eines ganzen Flusssystems, die gleichzeitig auch eine Geschichte des Ruhrgebiets im Industriezeitalter ist. Und sie zeigt die Möglichkeit auf, den Folgen der Industrialisierung zu begegnen und die Zukunft zugestalten“, so Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums.

Transformation der Region

Grafiken, Gemälde und Fotografien zeigen den Fluss vor seiner Begradigung zu Beginn des 20. Jahrhundert. Einen weiteren Schwerpunkt der Schau bilden Fotografien aus dem Archiv der Emschergenossenschaft. Dort lagern etwa 40.000 Glasplatten, die den Lauf der Emscher und ihrer Bäche sowie die Baustellen festgehalten haben, teilt das Ruhr Museum mit. Filme und weitere Fotografien zeigen schließlich die „neue Emscher“ in ihrem aktuellen Zustand.

Die Emscher bei Dortmund. Hier noch als Kloake. Foto: Emschergenossenschaft, Archiv

Die Emscher bei Dortmund. Hier noch als Kloake. Foto: Emschergenossenschaft, Archiv

„Die dokumentarische Fotografie hat bereits in der Vergangenheit eine große Rolle bei der Emschergenossenschaft gespielt – und sie tut es auch in Zukunft. Die neue Ausstellung im Ruhr Museum veranschaulicht die Transformation der Region im Zuge des gerade abgeschlossenen Emscher-Umbaus. Doch der blaugrüne Umbau unserer Stadtlandschaft geht weiter und damit auch die fotografische Dokumentation dieses stetigen Wandels“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Die Sonderausstellung „Die Emscher. Bildgeschichte eines Flusses“ ist bis zum 16. April 2023 im Ruhr Museum in Essen zu sehen. Weitere Informationen zur Ausstellung und den Öffnungszeiten finden sie auf der Website des Ruhr Museum.

wsp

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