Die Städte wollen in den Impfstellen das Impfen forcieren. Foto: Tim Reckmann/pixelio
28.04.2022

Eingeschränktes Angebot

Die Corona-Impfquote in Westfalen stagniert seit Anfang des Jahres bei ungefähr 80 Prozent, die Nachfrage nach Impfungen ist in den Städten und Kreisen der Region nur noch gering. Die Kommunen schließen daher zunehmend Impfstellen oder schränken Öffnungszeiten ein.

So öffnet die Impfstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises in Ennepetal ab Mai nur noch einmal pro Woche statt wie zuletzt vier Mal wöchentlich. Der Kreis reagiere mit der Reduzierung der Öffnungszeiten auf „die nach wie vor schwache Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen“, heißt es von der Kreisverwaltung. Der Impfbus soll jedoch weiter unterwegs sein. Doch auch hier ist das Angebot eingeschränkt. So soll der Bus in jeder kreisangehörigen Stadt lediglich im Zwei-Wochen-Rhythmus halten.

Rund 52.500 Impfungen zählten die Teams der zwei Impfstellen im Kreis Lippe seit dem 17. November. Das Angebot in Lemgo hat seine Türen seit Mittwoch jedoch geschlossen. Nur noch die Impfstelle in Blomberg bleibt als Basisangebot mit eingeschränkten Öffnungszeiten bestehen. Auch in Großstädten wie Hamm werden die Kapazitäten zurückgefahren – die städtische Impfstelle in der Fußgängerzone ist ebenfalls ab Mai nur noch an zwei statt wie bisher sechs Tagen geöffnet.

Letzte Sitzung des Corona-Krisenstabs

In Münster bleibt zwar die zentrale Impfstelle in der „Jovel“-Konzerthalle mit kürzeren Öffnungszeiten bestehen. Auf das weitgehende Ende der Corona-Schutzmaßnahmen reagiert die Stadt Münster jedoch mit der vorläufigen Auflösung des Corona-Krisenstabs – genau 25 Monate und 25 Tage nach dessen erstem Zusammenkommen am 2. März 2020. „Die Pandemie ist erkennbar nicht zu Ende“, betont Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer dennoch und erklärt: „Da aber die Zahl der Intensivpatienten auf einem überschaubaren Niveau verharrt und die Handlungsmöglichkeiten der Stadt nur noch in geringem Umfang gegeben sind, wird die Pandemie zukünftig wieder in den regulären Strukturen der Stadtverwaltung bearbeitet werden.“

Ein „Team Corona“ also Scouts, medizinisches Personal, Organisatoren und die Koordinierende Covid-Impfeinheit, setzen die Arbeit in Münster fort. Und auch eine Reaktivierung des Corona-Krisenstabs sei möglich – wenn sich die pandemische Lage in den kommenden Monaten doch wieder verschärfen sollte. Einen Krisenstab hat die Stadt nach wie vor. Dieser ist jedoch nun ausschließlich für Ukraine-Flüchtlinge zuständig.

wsp

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