07.10.2016

Energiewende: Neue Studie offenbart Vorreiter und Nachzügler in Westfalen

Westfalen (wh). Weg von Kohle-, Gas- und Kernkraft, hin zu Sonne, Wind-, und Wasserkraft: Die Energiewende schreitet in vielen westfälischen Kommunen zügig voran. Eine neue Detailstudie des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ) zeigt jetzt, welche Gemeinden zu den Vorreitern oder auch zu den Nachzüglern bei der klimafreundlichen Energieversorgung gehören.

Laut der UFZ-"Energiewende-Landkarte" weisen unter anderem die Gemeinden Billerbeck, Saerbeck, Anröchte, Büren, Bad Wünnenberg, Lichtenau, Willebadessen, Borgentreich und Horn-Bad Meinberg ein starkes Engagement bei der CO2-neutralen Stromerzeugung auf. Für die Bewertung analysierten die Forscher alle bis Mitte 2015 verfügbaren Daten zur Stromerzeugung und setzten diese ins Verhältnis zum regionalen Stromverbrauch. "Ländliche Regionen mit viel Platz für Wind- und Solarparks bei zugleich dünner Besiedelung erreichen so leichter eine gute Position. Verdichtungsräume mit hohem Industrieanteil haben dagegen noch größere Aufgaben zu bewältigen", fasst Studien-Autor Sebastian Rauner zusammen.

Für Rüdiger Brechler von der Energieagentur NRW spiegeln die Ergebnisse der westfälischen Kommunen allerdings nur einen Teilaspekt der Energiewende wider: "Es ist natürlich erfreulich, dass sich Projekte wie der Windenergiepark Lichtenau oder die Bio-Energie-Dörfer in Anröchte positiv auswirken." Allerdings umfasse die Energiewende deutlich mehr als nur die regenerative Stromerzeugung. "Der Verkehr beispielsweise wird in der Studie überhaupt nicht berücksichtigt", so Brechler.

Bundesweit präsentiert sich die "Energiewende-Landkarte" laut UFZ als ein "Flickenteppich" und offenbart deutliche regionale Unterschiede. "Weit vorne rangieren Gemeinden an der Westküste Schleswig-Holsteins mit zahlreichen Windparks und Biogasanlagen", teilt das UFZ mit. Nachholbedarf hätten dagegen Großstädte wie Berlin oder industrielle Ballungszentren in Hessen und Baden-Württemberg. Auch das Ruhrgebiet weist noch deutliche Defizite auf, was unter anderem auf die äußerst dichte Besiedlung und den nach wie vor relativ hohen Industrieanteil in der Region zurückzuführen ist.

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