Die Jahrhunderthalle Bochum; eine Spielstätte der Ruhrtriennale. Foto: Jörg Brüggemann/Ostkreuz/Ruhrtriennale
16.05.2019

Europa auf der Bühne

Die Ruhrtriennale positioniert sich politisch. Intendantin Stefanie Carp richtet in der Spielzeit vom 21. August bis 29. September den Fokus auf Europa. Künstler setzen sich mit europäischer Dominanz auseinander, fragen nach dem Demokratieverständnis und entwerfen Zukunftsmodelle.

Zum Auftakt des Festivals der Künste inszeniert Christoph Marthaler das Musiktheater „Nach den letzten Tagen. Ein Spätabend“. Aufführungsort ist das Audimax der Ruhr-Universität Bochum; es bietet die Kulisse für ein futuristisches Weltparlament. Die Zuschauer blicken darin auf ein zerstörtes Europa. In dem imaginären Parlament erklingen Werke jüdischer Komponisten, von denen viele während des Zweiten Weltkriegs ermordet oder vertrieben wurden. Marthaler, der als Artiste associé der Ruhrtriennale verbunden ist, widmet seine Kreation dem Demokratieverlust, Rassismus und Antisemitismus.

Das Audimax der Ruhr-Universität Bochum - Spielstätte des Musiktheaters "Nach den letzten Tagen. Ein Spätabend". Foto: Jörg Brüggemann. Ostkreuz. Ruhrtriennale

Das Audimax der Ruhr-Universität Bochum – Spielstätte des Musiktheaters „Nach den letzten Tagen. Ein Spätabend“. Foto: Jörg Brüggemann. Ostkreuz. Ruhrtriennale

Als „Europäische Selbstkritik“ bezeichnet die Ruhrtriennale ihren Festivalfokus, der Stefanie Carps Triennale-Thema „Zwischenzeit“ in diesem Jahr weiterführt. So setzt sich der frühere Festival-Intendant Heiner Goebbels in der multimedialen Installation „Everything that Happened and Would Happen“ mit der zerstörerischen europäischen Geschichte der vergangenen 100 Jahre auseinander. In der Inszenierung, die in der Jahrhunderthalle Bochum stattfindet, verbindet Patrik Ouredniks Text „Europeana“ mit Nachrichtenbildern des TV-Senders Euronews.

Optimistischer blickt der Künstler Olu Oguibe auf den europäischen Kontinent. Für die kommende Spielzeit entwickelt er die temporäre Arbeit „Colours of Europe“ für die Glasfassade des Foyers der Jahrhunderthalle. Mit farbigen Folien greift er die minimalistische Formensprache der Architektur auf und spielt mit Licht- und Farbreflexen. Das Werk soll für das friedliche und freundschaftliche Zusammenleben in Europa stehen.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier.

wsp

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