Ein hoher, sakral anmutender Raum soll den Rahmen für die Präsentation des Liesborner Evangeliars bilden. Visualisierung: DBCO GmbH
15.07.2019

Evangeliar wird in Liesborn präsentiert

Das Liesborner Evangeliar soll in Zukunft im Mittelpunkt eines neu gestalteten Museums Abtei Liesborn stehen. Der Kreis Warendorf hat nun die Weichen für die Neuausrichtung des Hauses gestellt.

Die mehr als 1000 Jahre alte Handschrift wird in Zukunft in einem Evangeliarraum inszeniert. Der Evangeliar ist dann als zentrales Exponat des Museums in einem sakral anmutenden, etwa sieben Meter hohen Raum zu sehen. Eine gesicherte Vitrine und ein ausgeklügeltes Beleuchtungskonzept sollen dafür sorgen, dass nicht zu viel Licht auf das historische Buch fällt, dessen Seiten aus Pergament bestehen. Gleichzeitig werde es für Besucher von zwei Seiten gut sichtbar sein, kündigt der Kreis Warendorf nach Entscheidungen der politischen Gremien an.

In einem ersten Bauabschnitt wird unter anderem der Eingang zum Museum verlegt und ein neues Foyer sowie Sanitäranlagen und Räume für museumspädagogische Angebote geschafften. Knapp zwei Millionen Euro sind hierfür veranschlagt; zahlreiche Förderer tragen zur Finanzierung bei; allein der Landschaftsverband Westfalen-Lippe unterstützt den Ausbau mit insgesamt einer Million Euro, hat der Landschaftsausschuss beschlossen.

Wie der Eingang zum Museum Abtei Liesborn aussehen soll, zeigen der Wadersloher Bürgermeister Christian Thegelkamp, Museumsleiterin Dr. Elisabeth Schwarm, Landrat Dr. Olaf Gericke und Christian Oberteicher vom Planungsbüro DBCO/ BOK+Gärtner. Foto: Kreis Warendorf

Wie der Eingang zum Museum Abtei Liesborn aussehen soll, zeigen der Wadersloher Bürgermeister Christian Thegelkamp, Museumsleiterin Dr. Elisabeth Schwarm, Landrat Dr. Olaf Gericke und Christian Oberteicher vom Planungsbüro DBCO/ BOK+Gärtner. Foto: Kreis Warendorf

Das Evangeliar wurde zur Blütezeit der Buchmalerei um 980 geschrieben und umfasst das Neue Testament, also die Überlieferungen der vier Evangelisten. Das Werk lag im Mittelalter auf dem Altar in der Abtei Liesborn und zählt zu den herausragenden Zeugnissen des kulturellen Erbes in Westfalen. Der Kreis Warendorf hat den Kunstschatz mit Unterstützung des Landes und von Stiftungen im Frühjahr 2017 für rund drei Millionen Euro von einer amerikanischen Kunsthändlerin zurückgekauft, nachdem die Handschrift mehrere Jahre in Privatbesitz war.

wsp

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