Kuno Gonschior, V. Rot-Grün, 1965, Leuchtfarbe auf Leinwand, 45.5x45 cm, aus Privatbesitz
28.09.2020

Farbe sehen

Die Kunsthalle Recklinghausen zeigt die leuchtenden Bilder des Künstlers Kuno Gonschior. Er gilt als einer der wichtigsten Farbmaler der Moderne.

Mit mehr als 60 Werken aus seinen verschiedenen Schaffensperioden gibt die Ausstellung „Kuno Gonschior – Farbe sehen“ einen umfassenden Einblick in sein Lebenswerk.

Der Künstler, 1935 in Wanne-Eickel geboren, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei K. O. Götz, von dem auch Gerhard Richter, Sigmar Polke und andere bekannte Künstler lernten. Mit Beginn der 1960er Jahre wendete sich Gonschior von der informellen Kunst seines Lehrers ab und widmete sich ausdrucksstarken Farbräumen und der Malerei mit Farbpunkten. 1977 nahm er an der documenta 6 teil und von 1982 bis 2000 unterrichtete er als Professor für freie Malerei an der Hochschule der Künste Berlin.

Durchbrochene Sehgewohnheiten

In Auseinandersetzung mit den Konzepten der „Interaction of color“ und der Konkreten Kunst untersuchte Gonschior fortan in seinen Werken das Wesen und die Qualität von Farbe. Seine Bilder durchbrechen Sehgewohnheiten und lassen die Farbe erlebbar werden. Sie ist Mittelpunkt seiner Werke und spielt zunächst vor allem optisch und später auch haptisch eine große Rolle.

„Farbe hat eine optische Wirkung, das ist Blau, Rot oder Grün, das kann ich ganz flächenhaft auftragen. Aber manchmal brauche ich dieses Haptische, dass die Farbe dreidimensionaler wird, dass sie dicker wird im Auftrag. Dann habe ich ganz stark dieses Gefühl, dass das auch eine Substanz ist, eine Masse. Dass es ein Körper ist, dass die Farbe einen Körper hat. Dann kommt noch dieses Hell-Dunkel-Wirkung hinzu, der Effekt von Licht und Schatten. Es ist nuancenreicher, wenn ich das dreidimensionaler mache,“ beschreibt Gonschior.

Die Ausstellung ist bis zum 15. November zu sehen. Weitere Infos finden Sie hier.

wsp

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