Der Flughafen Paderborn/Lippstadt steht im Jubiläumsjahr unter finanziellem Druck. Foto: Flughafen Pad
01.10.2019

Flughafen Paderborn benötigt Finanzspritze

Während der Flughafen Dortmund auf ein Rekordjahr mit mehr als zwei Millionen Passagieren zusteuert, hat sich die wirtschaftliche Situation des Flughafens Paderborn/Lippstadt seit dem vergangenen Jahr weiter verschlechtert. Der jährliche Verlust verdoppelte sich auf fünf Millionen Euro – finanzieren sollen das Kreise und Städte der Region als Gesellschafter.

Der Kreistag Gütersloh hat in dieser Woche mit 27 zu 24 Stimmen einer Erhöhung der Ausgaben zugestimmt. Bis 2022 wird der Kreis einen Beitrag von 400.000 Euro statt wie bislang 200.000 Euro tragen. Die Abstimmung über die Zukunft des Flughafens war knapp. Wären die Fraktionen in der Sitzung vollständig vertreten gewesen, wäre es voraussichtlich auf ein „Nein“ hinausgelaufen.

Insolvenzen von Fluggesellschaften

Hintergrund ist, dass die Flughafen Gesellschaft 2018 unter finanziellen Druck geraten ist. Mit insgesamt 736.200 Passagieren konnte der Airport das Vorjahresniveau knapp halten. Insolvenzen von Fluggesellschaften wie Air Berlin und Nikki sowie der fortschreitende Abzug der britischen Streitkräfte drückten auf das Jahresergebnis. Rabatte, die gewährt wurden, um neue Airlines nach Paderborn zu bringen, verschlechterten ebenfalls die Erlöse, heißt es in einer Beschlussvorlage. Mit dem zusätzlichen Geld aus der Kasse der Gesellschafter wolle der Flughafen in erster Linie Posten wie die Feuerwehr und die Flugsicherung finanzieren.

Ein Gutachten soll nun Aufschluss für eine weitere Entwicklung des 50 Jahre alten Flughafens geben. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft, der Paderborner Landrat Manfred Müller, hatte bereits im Februar dieses Jahres den „immensen Wert des Flughafens für die Regionen Ostwestfalen, Südwestfalen und Lippe“ und den Nutzen für die regionale Wirtschaft betont.

Zum Kreis der Anteilseigner zählen neben dem Kreis Gütersloh auch die Kreise Paderborn, Soest, Lippe und Höxter sowie der Hochsauerlandkreis und die Stadt Bielefeld. Die Mehrheit hat sich bereits für eine weitere Finanzierung ausgesprochen, in Lippe und in Bielefeld will die Politik in den nächsten Wochen entscheiden.

wsp

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