Das Ensemble "i can be your translator" ist spezialisiert auf inklusive Kunstpraxis. Zu erleben vom 12. bis 14. Dezember im Schauspiel Dortmund. Foto: Hupfeld / Theater Dortmund
13.11.2025

Spitzenförderung fließt vor allem ins Rheinland

Insgesamt zehn Ensembles werden vom Land NRW in das Förderprogramm Theater und Kinder-/Jugendtheater aufgenommen. Viele kommen aus Köln und Düsseldorf. 

Für die Spitzenförderung Theater hat die Jury sechs freie Ensembles ausgewählt: „half past selber schuld“, „subbotnik“ und „Marlin de Haan“ aus Düsseldorf, „vorschlag:hammer“ aus Duisburg und „Futur3“ aus Köln. Das einzige westfälische Ensemble kommt aus Herdecke: „i can be your translator“. Das freie Performance-Kollektiv, 2012 als Band gegründet, erforscht neue Formen kollektiver und gleichberechtigter Zusammenarbeit unterschiedlicher Gruppenmitglieder. Diese Erfahrungen werden auch in den Stücken auf der Bühne sichtbar. Zuletzt arbeitete „icbyt“ drei Jahre lang mit dem Schauspiel Dortmund im Rahmen des Programms für inklusive Kunstpraxis zusammen.

In die Spitzenförderung für Kinder- und Jugendtheater wurden vier Ensembles aufgenommen – allesamt mit Standort im Rheinland: „pulp fiktion“, „performing:group“ und „tanzfuchs Produktion“ aus Köln sowie „TOBOSO“ aus Essen. Alle geförderten Ensembles erhalten von 2026 bis 2028 jeweils 80.000 Euro pro Jahr. Dabei profitieren sie von der Aufstockung des Kulturetats, die NRW-Kulturministerin Ina Brandes kürzlich bekanntgegeben hatte. So war ursprünglich geplant, dass die Fördersumme auf 60.000 Euro abgesenkt wird. Aufgrund neuer Spielräume in der Finanzplanung des Landes kann es nun doch bei jeweils 80.000 Euro bleiben. „Ich freue mich sehr, dass wir diese positive Entwicklung möglich machen können“, kommentierte NRW-Kulturministerin Ina Brandes. 

Gefährdet durch „massive Kürzungen“

Der Fokus der Spitzenförderung auf das Rheinland ist nicht neu. Unter den 14 Ensembles die von 2023 bis 2025 vom Land finanziell unterstützt wurden, waren zwölf Gruppen aus dem Rheinland. Köln und Düsseldorf waren damals ebenfalls die regionalen Schwerpunkte. Hinzu kommt noch die Exzellenzförderung in Höhe von 100.000 Euro für Ensembles, die bereits drei Mal die Spitzenförderung erhalten haben. In diesem Programm sind von 2026 bis 2028 „Hofmann&Lindholm“ und das „kainkollektiv“ aus Bochum vertreten. Getroffen wurden diese Entscheidungen von Fachjurys. Darin vertreten sind Expertinnen und Experten aus Dramaturgie und Regie, Fachjournalistinnen und -journalisten sowie Vertreterinnen bzw. Vertreter des NRW-Kulturministeriums und – in beratender Funktion – aller NRW-Bezirksregierungen. Ergänzend zur Auswahl der Ensembles veröffentlichten die Juroren einen Kommentar. Mit Blick auf die Theaterförderung heißt es darin, dass das System „durch massive Kürzungen gefährdet war und ist“. So seien in der Kinder- und Jugendsparte in der kommenden Förderperiode nur vier statt sechs Plätze vergeben worden. Dieses System stehe „im eklatanten Widerspruch zur künstlerischen Exzellenz, die aus dieser Struktur hervorgeht“.

Annette Kiehl, wsp

Das Ensemble „i can be your translator“ präsentiert seine Arbeiten in dem Festival „Hurra, Theater für Viele!“ vom 12. bis 14. Dezember im Schauspiel Dortmund. Weitere Infos hier.

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