Im Rahmen der Mobilfunkmesswoche sollen Bürgerinnen und Bürger Funklöcher melden. Foto: pixabay.de
22.05.2023

Funklöcher aufspüren

Bei der ersten Mobilfunkmesswoche NRW können Bürgerinnen und Bürger über eine App vom 27. Mai bis 3. Juni schlechten Empfang melden.

Das Telefonat mit dem Smartphone reißt ab, die Musikdatei stottert, E-Mails können nicht geladen werden – Empfangsstörungen und Funklöcher sind ärgerlich. Eine Initiative der Mobilfunkkoordinatorinnen und -koordinatoren in den Kreisen und Städten Nordrhein-Westfalens will nun die weißen Flecken im Mobilfunknetz aufspüren. Und davon gibt es immer noch einige, wie die Funklochkarte der Bundesnetzagentur zeigt. Vor allem im Sauerland, dem Sieger- und Wittgensteiner Land sowie in Teilen Ostwestfalens gibt es nach wie vor Empfangsprobleme. Doch vereinzelt können Störungen auch im Ruhrgebiet oder dem Münsterland auftreten – je nachdem, bei welchem Anbieter man Kunde ist.

Nicht ganz zwei Prozent der Landesfläche sind als „weiße Flecken“ bislang weder mit 4G noch mit 5G versorgt, heißt es in einer Mitteilung des Landeswirtschaftsministeriums. Demnach beträgt die 4G-Flächenversorgung durch mindestens einen Mobilfunknetzbetreiber in NRW 97,9 Prozent. 5G ist bereits in mehr als 89 Prozent der Fläche durch mindestens einen Netzbetreiber verfügbar. 14 Prozent der Landesfläche sind so genannte „graue Flecken“, also Flächen die von mindestens einem, aber nicht allen Netzbetreibern mit 4G oder 5G versorgt werden.

Flächendeckend schnelles Internet bis 2030

Mit der Mobilfunkmesswoche sollen nun Funklöcher aufgespürt werden, damit die tatsächliche Mobilfunkversorgung vor Ort ermitteln werden kann. „Je mehr Menschen sich an der ersten Mobilfunkmesswoche NRW beteiligen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Die Angaben helfen, noch gezielter an einer flächendeckenden Mobilfunkversorgung in Nordrhein-Westfalen zu arbeiten“, sagt NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubauer.

Erst in der vergangenen Woche hatte sie eine Bilanz für die digitale Infrastruktur im Land vorgelegt und das Ziel formuliert, dass schnelles Internet bis spätestens 2030 flächendeckend sichergestellt sein soll. „Schnelles Internet daheim und überall unterwegs ist wichtige Voraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse und einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort. Nur so ermöglichen wir den freien Zugang zu den neuesten digitalen Entwicklungen und weiteren technologischen Fortschritt“, so die Ministerin.

Coesfeld ist beim Glasfaserausbau spitze

360.000 Haushalte sind nach Ministeriumsangaben allein im zweiten Halbjahr 2022 an das Glasfasernetz angeschlossen worden. Die Glasfaserquote habe sich von 17 Prozent im Jahr 2021 auf rund 24 Prozent im Jahr 2022 verbessert, heißt es weiter. Spitzenreiter beim Ausbau des schnellen Internets in NRW ist der Kreis Coesfeld, dort verfügen bereits mehr als Dreiviertel aller Haushalte über einen Glasfaseranschluss. Im Kreis Borken sind es mehr als die Hälfte aller Haushalte, in Gelsenkirchen und im Kreis Steinfurt liegt die Quote bei knapp unter 50 Prozent. Bei der Flächenversorgung mit 5G betrug der Zuwachs in NRW neun Prozent innerhalb eines halben Jahres.

jüb/wsp

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