24.07.2014

Geburten ohne Trauschein: Anteil ist in Westfalen vergleichsweise niedrig

Westfalen (wh). In den westfälischen Städten und Landkreisen ist die Zahl nichtehelich geborener Kinder immer noch niedrig, verglichen mit bundesweiten Zahlen. Das zeigt eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung.

Die Studie zeigt einen deutlichen Unterschied zwischen Städten und ländlichen Regionen. Mit einem Anteil von 35 Prozent nichtehelicher Geburten liegt Dortmund in der Region an der Spitze, in den münsterländischen, ostwestfälischen und südwestfälischen Landkreisen liegt der Anteil weitgehend bei 21 bis 25 Prozent.

In Ostdeutschland haben weit mehr als die Hälfte aller Neugeborenen unverheiratete Eltern.

Die Zahlen aus dem Jahr 2012 hat der Demografie-Forscher Sebastian Klüsener mit einer Geburtenstatistik von 1937 verglichen. Seine Untersuchung zeigt, dass sich die regionale Verteilung wenig verändert hat, trotz eines Anstiegs insgesamt. So war der Anteil nichtehelicher Geburten in Westfalen bereits vor rund 75 Jahren relativ niedrig. Großstädte wie Münster und Dortmund verzeichneten mit einer Quote von mehr als fünf Prozent die höchsten Zahlen, während in der Provinz der Anteil meist bei ein bis zwei Prozent lag.

Klüsener nennt bäuerliche Dorfstrukturen und kleinere Familienbetriebe als Gründe für die historische Entwicklung in Westdeutschland. Heute spielten Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen und die steuerliche Begünstigung der Ehe eine wichtige Rolle.

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