Larissa Sirah Herden alias Lary und Lars Eidinger stehen im Mittelpunkt des Musiktheaters „I Did It My Way“, das die Ruhrtriennale in Bochum eröffnet. Foto: Jan-Versweyveld-Ruhrtriennale-2025-Probe
14.08.2025

Geprägt vom Ruhrpott

Larissa Sirah Herden alias Lary glänzt in Musik und Schauspiel. Gemeinsam mit dem Schauspieler Lars Eidinger eröffnet sie am 21. August die Ruhrtriennale in Bochum mit dem Musiktheater „I Did It my Way“.

Es waren zuletzt aufregende Monate für Larissa Sirah Herden, besser bekannt unter ihrem Künstlerinnennamen „Lary“: Sie war auf Tournee, sang in der Philharmonie Essen und live bei der Verleihung der Grimme Preise 2025. Dort gewann die Serie „Player of Ibiza“, in der sie mitspielt, einen der begehrten Preise. In Tom Tykwers Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale „Das Licht“ war Lary zudem neben Schauspielstar Lars Eidinger auf der Leinwand zu sehen. Und an der Seite von eben Lars Eidinger wirkt sie im August als Co-Star der Ruhrtriennale in Bochum bei der Produktion „I Did It My Way“ mit. Deren neun Vorstellungen in der Jahrhunderthalle sind schon lange ausverkauft.

Wurzeln in Gelsenkirchen

Ob in der Musik oder im Schauspiel: Die 1986 in Gelsenkirchen geborene Lary hat es weit nach oben geschafft. Abgehoben ist die Tochter eines Briten jamaikanischer Abstammung und einer Deutschen deshalb nicht. Ihre Bodenhaftung hat sie aus ihrer Heimat, dem Ruhrgebiet, über das sie sagt: „Ohne den Pott wäre ich nicht die, die ich heute bin und mag.“ Ihre Tournee 2025 beendete sie daher auch in Gelsenkirchen: in der Herz-Jesu-Kirche in Ückendorf, dem Stadtteil, in dem sie ausgewachsen ist. Nach der Trennung ihrer Eltern lebt Larissa Sirah Herden bei ihrer Mutter unter einem Dach mit Stiefvater, Oma, Onkel und Cousin. Schon im Grundschulalter steht sie singend auf der Bühne. Sie studiert später Kulturwissenschaften in Düsseldorf, singt mit Straßenmusikern in New York, jobbt als Model. Als sie nach Berlin zieht, gelingt es ihr, Kontakte in die Musikbranche zu knüpfen. Für ihre Songs erhält sie als erste weibliche Künstlerin den „New Music Award“. Die Agentur „Four Artists“ nimmt sie unter Vertrag und Lary geht mit den „Fantastischen Vier“ auf Stadiontour.

Poesie, Pop und Elektronik

Die Kritik lobt 2014 Larys Debütalbum „Future Deutsche Welle“. Die Single „So wie Du bist“ mit MoTrip entwickelt sich zum Longseller und hat inzwischen Diamant-Status erreicht. Lary nimmt mit Musikstars wie Jan Delay, Lena Meyer-Landrut und Patrice Lieder auf. In ihren selbstgeschriebenen Songs, oft dunkle Chansons über Liebe und Schmerz, verbindet sie Poesie mit Pop und Elektronik. 2018 veröffentlicht Lary nicht nur ihr zweites Album, sondern beginnt auch ihre Schauspielkarriere. In der zweiten Staffel der „Emmy“-nominierten Serie „Bad Banks“ ist sie an der Seite von Paula Beer und Albrecht Schuch zu sehen, 2021 auch im internationalen Kinofilm „The Magic Flute“, der auf der „Zauberflöte“ basiert, produziert von Roland Emmerich. Weitere Film- und Serienrollen folgen.


Diesen Artikel und weitere interessante Beiträge lesen Sie in Heft 4/2025 des WESTFALENSPIEGEL mit dem Schwerpunkt „Wa(h)re Schönheit“.


„Hardcore-Chanson für Romantik Ultras“ umschreibt die Künstlerin die Musik ihres dritten Studioalbums „Stereo Noir“, das im Mai 2024 erscheint. Lary lebt inzwischen in Paris. Nach Gelsenkirchen kommt der bekennende Fan des FC Schalke 04 zwar nur noch selten, aber gerne zurück, vor allem, um ihre Familie zu besuchen. „Dann ist alles sehr geprägt von schönen Erinnerungen“, sagt sie der WAZ Gelsenkirchen im Interview. „Gelsenkirchen ist mein Kern. Woanders weiß man selber, wer man ist. Zu Hause wissen das die anderen.“  Martin Zehren

Das Programm der Ruhrtriennale unter der Intendanz von Ivo van Hove finden Sie hier. Die Vorstellungen von „I Did It My Way“ sind ausverkauft, es gibt jedoch eine Warteliste für Tickets.

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