Wie in dieser Studie könnten die Einschienenfahrzeuge aussehen. Foto: monocab-owl.de
07.10.2021

Großer Auftritt für das MonoCab OWL

Das Einschienenfahrzeug „MonoCab OWL“ präsentiert sich auf der Leitmesse für intelligente Transportsysteme (ITS) in Hamburg einem großen Publikum. Mit zukunftsweisender Technologie will es die Mobilität auf dem Land verbessern.

Auf dem ITS Weltkongress werde man über die Idee und den Stand der Planung für das Projekt informieren, sagt Thorsten Försterling im Gespräch mit dem WESTFALENSPIEGEL. Der Diplom-Ingenieur und Innovationsmanager in Bielefeld-Sennestadt hat die Idee vom Einsatz eines Einschienenfahrzeugs für individuelle Mobilität auf dem Land auf den Weg gebracht. 2018 erhielt das Projekt den Deutschen Mobilitätspreis.

„Wir wollen im kommenden Frühjahr ein erstes Demonstrationsmodell auf die Schiene bringen. Bis Ende des nächsten Jahres wollen wir zeigen, dass sich unsere Idee auch tatsächlich realisieren lässt“, so Försterling. Dann sollen Modelle mit Messtechnik über einen Streckenabschnitt fahren. Beim MonoCab handelt es sich um eine sogenannte kreiselstabilisierte Einschienenbahn, die die zahlreichen stillgelegten Bahnstrecken im ländlichen Raum wiederbeleben soll.

Ländliche Bahnstrecken reaktiveren

Die MonoCabs balancieren dabei auf nur einer Schiene eines normalen Bahngleises. Die Kabinen, die bis zu vier Passagieren Platz bieten, können in entgegengesetzter Richtung aneinander vorbeifahren, was sie gerade für eingleisige Stecken attraktiv macht. Sie sollen autonom auf den Schienen unterwegs sein und per App angefordert werden. Denkbar ist aber auch ein System ähnlich einem Paternoster, in dem die Kabinen auf bestimmten Strecken hin und her pendeln. Försterling berichtet von großem Interesse aus anderen Regionen für das MonoCab. Auch andere Einsatzmöglichkeiten etwa im Kleingütertransport seien denkbar.

Das Konzept soll auf ländlichen Bahnstrecken den individuellen Personennahverkehr als Ergänzung zu ÖPNV und Auto revolutionieren und die Regionalentwicklung vorantreiben, heißt es in einer Mitteilung der OstWestfalenLippe GmbH. Partner des Regionale 2022-Projekts sind die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, die Fachhochschule Bielefeld, das Fraunhofer IOSB-INA sowie der Landeseisenbahn Lippe e.V.

„Sicher, zuverlässig und bezahlbar“

Auf dem Gemeinschaftsstand der Bundesländer beim ITS Weltkongress 2021 (11. bis 15. Oktober) stellt Projektleiter Prof. Thomas Schulte von der TH OWL den aktuellen Stand vor. „Die Herausforderung ist es, zu zeigen, dass solche Fahrzeuge sicher, zuverlässig und bezahlbar realisiert werden können“, sagt Schulte. Rund 15.000 Besucherinnen und Besucher und 400 Fachaussteller aus 130 Ländern werden auf dem Kongress erwartet.

jüb/wsp

Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier.

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