04.05.2018

Hebammenmangel: Mütter werden von Bochumer Hochschule befragt

Bochum (wh). Im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) werden von Mitte Mai an Mütter zu ihren Erfahrungen mit der geburtshilflichen Versorgung befragt. Hintergrund ist die Verschlechterung der Versorgung rund um die Geburt in Deutschland, auf die der Deutsche Hebammenverband wiederholt zum internationalen Hebammentages am 5. Mai hinweist.

Die Bochumer Wissenschaftler wollen im Rahmen der Studie „Geburtshilfliche Versorgung durch Hebammen in Nordrhein-Westfalen – kurz HebAB.NRW“ herausfinden, wie viele Hebammen es landesweit gibt, ob bestimmte Regionen unterversorgt sind und wie Mütter die Versorgung durch Hebammen aktuell wahrnehmen.

Verlässliche Zahlen gibt es bisher nämlich nicht. „Der Landesverband NRW hat aktuell etwa 4100 Mitgliedshebammen, wir wissen aber nicht, wer was und wieviel arbeitet“, sagt Barbara Blomeier, Vorsitzende des Landesverbands der Hebammen NRW auf Anfrage des Nachrichtenservice „Westfalen heute“. So gibt es auch Hebammen, die nicht im Verband organisiert sind.

Nach Angaben der hsg Bochum gab es in Westfalen in 2017 noch acht Geburtshäuser und 73 Geburtskliniken. Im Vergleich zu 2007 waren das 28 Kliniken weniger. NRW-weit sank die Zahl der Krankenhäuser mit entsprechenden Abteilungen von 194 auf 153. Zugleich kamen aber deutlich mehr Kinder auf die Welt.

Probleme gibt es vor allem bei der Nachsorge. „Der Hebammenmangel ist flächendeckend, es gibt keine Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Regionen. Für Bielefeld und Gütersloh zum Beispiel hat die Hebammenzentrale gemeldet, dass im letzten Jahr über 500 anfragende Frauen nicht im Wochenbett versorgt werden konnten“, sagt Blomeier.

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