In St. Vit, einem Dorf, das zu Rheda-Wiedenbrück gehört, wurde das alte Küsterhaus nach der Sanierung zum einem Begegnungsort umgewandelt. Foto: Gisbert Strotdrees
18.02.2022

Ideen für ein besseres Dorfleben

Leben auf dem Land ist seit der Pandemie für viele attraktiv geworden – obwohl es dort nach wie vor strukturelle Probleme gibt. Das Projekt „Dorfideen mit Weitblick“ zeigt, wie im ländlichen Raum bürgerschaftliches Engagement Lücken schließt. Nachahmung ausdrücklich erwünscht.

Initiiert wurde das Projekt vom Westfälischen Heimatbund e. V. (WHB) in Kooperation mit dem Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben aus dem Landwirtschaftsverlag mit Sitz in Münster. Verein und Verlag haben mithilfe eines Aufrufs originelle Ideen gesammelt und präsentieren nun in einer Handreichung eine Auswahl vorbildlicher Projekte, die Anregungen für Engagierte in der Dorfentwicklung liefern soll.

„Ländliche Räume brauchen eine zukunftsfeste Gesamtstrategie. Der WHB als einer der mitgliederstärksten Heimatverbände in Deutschland möchte mit seinen Aktivitäten rund um die Zukunft der Dörfer dazu einen Beitrag leisten. Dorfentwicklung ist für eine lebendige Demokratie zentral“, so Matthias Löb, Vorsitzender des Westfälischen Heimatbundes. „Wir wollen mutmachende Beispiele vorstellen und die Menschen zu Wort kommen lassen, die hinter den Projekten stecken.“

13 vorbildliche Projekte

Insgesamt werden in dem Reader 13 Projekte präsentiert. „Die Spannweite reicht von der Renaturierung einer ortsnahen Heidefläche in Saerbeck (Kreis Steinfurt) über die digitale Dorfvernetzung in Wittgenstein bis nach Störmede im Kreis Soest, wo ein ganzes Dorf gemeinsam daran mitwirkt, zukunftsfähig zu werden. Wem diese Vorbilder Mut machen, selbst aktiv zu werden, findet im Serviceteil viele wertvolle Fördertipps“, sagt Dr. Ludger Schulze Pals, Geschäftsführer des Landwirtschaftsverlages.

In Saerbeck wurde eine Heidefläche renaturiert. Foto: M. Schröder (Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben)

In Saerbeck wurde eine Heidefläche renaturiert. Foto: M. Schröder (Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben)

Vor knapp zwei Jahren war das Projekt gestartet worden. Die Intention: Ideen mit Vorbildcharakter sollten einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Außerdem wollten die Initiatoren die ganze Bandbreite ländlich-dörflichen Engagements in den Blick nehmen – „von der Umgestaltung einer Dorfkirche bis zur umfassenden Digitalisierung eines Ortes, von der ehrenamtlich betriebenen Dorfkneipe bis zum Heimatmuseum, das auch als Zentrum musisch-künstlerischer Aus- und Weiterbildung dient“.

Die Publikation ist kostenlos über die Geschäftsstelle des WHB und über das Wochenblatt erhältlich und steht digital über die Website des WHB zum Herunterladen zur Verfügung. Außerdem ist ein „digitales Forum zur Zukunft der Dörfer“ auf YouTube abrufbar. Zudem soll in diesem Jahr eine Wanderausstellung folgen. Die genauen Termine werden derzeit erstellt, so Silke Eilers, Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbunds.

maz/jüb/wsp

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