Ausstellungsansicht: Mwangi Hutter, If, 2003, C-Print, 125 x 168 cm und Susanne Albrecht, Fahrrad umwickelt, angelehnt, 28er Damenfahrrad, Schaumgummi, gesammelte Stoffe, gefärbte Stoffbänder, 110 x 185 x 67 cm © Mwangi Hutter, VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: KunstArztPraxis.de
20.09.2022

Inventur und Vision

Die aktuelle Ausstellung „Perspektiven einer Sammlung – Inventur und Vision“ in der Gehry-Galerie im Marta in Herford markiert den Auftakt für die neue Marta-Direktorin Kathleen Rahn. Mit Werken aus der hauseigenen Sammlung erhalten Besucher Einblick in die Bestände. Darüber hinaus soll die Schau aber auch die Perspektiven für die zukünftige Entwicklung des Hauses aufzeigen. 

Von der Malerei über Fotografie und Video hin zu Skulpturen und Installationen werden etwa 30 Positionen von Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Jahrzehnten der zeitgenössischen Kunst gezeigt und in Dialog mit der besonderen Architektur Gehrys gesetzt. So halten unter anderem weiträumige Installationen wie das große Luftschiff „Papaver“ des verstorbenen belgischen Künstlers Panamarenko oder die 50 Meter lange Teppicharbeit „Läufer“ von Nevin Aladağ wieder Einzug in die Gehry-Galerien.

Nevin Aladağ, Läufer, 2016, Teppichläufer (Wolle, Synthetik), 50 x 85 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: KunstArztPraxis.de

Nevin Aladağ, Läufer, 2016, Teppichläufer (Wolle, Synthetik), 50 x 85 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: KunstArztPraxis.de

Die erste Marta-Schau der neuen Direktorin Kathleen Rahn bietet jedoch nicht nur Gelegenheit, ein Stück Ausstellungsgeschichte der Sammlung wieder aufleben zu lassen, sondern auch die eigene Sammlungspraxis kritisch zu hinterfragen und für die Zukunft neu auszurichten. Auffällig sei etwa, dass sich in der Sammlung überwiegend Werke männlicher Künstler finden und dass es von vielen Künstlerinnen nur einzelne Arbeiten, beziehungsweise Werke aus einer Gruppe gebe, so das Marta. Das soll sich in Zukunft ändern und diese Neuausrichtung wurde in der Sammlungs-Ausstellung bereits umgesetzt. Denn das Geschlechterverhältnis ist in der Schau nahezu ausgeglichen.

Die Ausstellung erstreckt sich über die Gehry-Galerien hinaus auch auf die Public Street (Marta-Café) und auf die neu erschlossene 2. Etage. „Markiert“ werden diese Orte durch eine Serie von Lampen-Skulpturen („Infections“) von Tobias Rehberger.

Zu sehen ist „Perspektiven einer Sammlung – Inventur und Vision“ bis zum 15.01.2023. Weitere Informationen gibt es hier.

wsp

Während der Herforder Kulturnacht ist am 24. September ab 18 Uhr freier Eintritt in die Sammlung.

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