07.02.2017

Jahresbilanz 2016: Westfälische Sparkassenkunden sparen kräftig

Westfalen (wh). Trotz einer Niedrig-Zins-Phase haben die westfälischen Sparkassen-Kunden im vergangenen Jahr so viel gespart wie nie zuvor: Die Geldvermögensbildung, also die Summe, die Privatkunden neu auf Tagesgeldkonten und Sparbüchern, in Wertpapieren, Bausparverträgen oder auch Lebensversicherungen angelegt haben, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 27,8 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro.

Mit diesem Ergebnis zog Dr. Rolf Gerlach als Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe (SVWL) eine positive Bilanz des Jahres 2016. Die Sparkassen in der Region steigerten den Bestand an Kundenkrediten um 2,9 Prozent auf 89 Milliarden Euro, die Einlagen wuchsen um 2,4 Prozent Euro auf 93,8 Milliarden Euro. Sowohl die Bilanzsumme (plus 2,6 Prozent auf 127,9 Milliarden Euro) als auch das Jahresergebnis (207 Millionen Euro, plus 15,5 Prozent) stiegen. Das Betriebsergebnis lag jedoch mit 1,01 Prozent leicht unter dem Vorjahresergebnis. 147 Millionen Euro spendeten und stifteten die westfälischen Sparkassen bzw. schütteten Gelder aus.

Fast die Hälfte der westfälischen Sparkassenkunden führt das Girokonto mittlerweile online, das sind doppelt so viele wie 2008. Neue Sparkassen-Apps wie "Kwitt" und "Yomo" ("Your money") mit vereinfachten Zahlfunktionen sollen die "digital Natives" auch in Zukunft ansprechen. Zusammen mit dem Streben nach mehr Effizienz hat dieser Trend auch Auswirkungen auf das Filialnetz: 2015 gab es noch 69 Sparkassen mit 1415 Geschäftsstellen, seit dem 1. Januar 2017 sind es nur noch 65 Institute mit 1356 Niederlassungen. Diese sollen sich stärker auf die Kundenberatung konzentrieren.

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit Ende März nutzte Verbands-Präsident Gerlach die Jahres-Pressekonferenz in Münster als Gelegenheit für einen Appell zum Sparen "aus tiefer Überzeugung": "Wer spart, gewinnt Bewegungsspielraum. Das gilt uneingeschränkt auch in einer Phase, in der die Zinsen bei Null liegen."

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