Höxters Bürgermeister Daniel Hartmann schickte den Rathausschlüssel auf die Reise (l.). Tobias Voss, Abteilungsleiter des Elferrats Ovenhausen, packte den Schlüssel wieder aus. Fotos: Stadt Höxter
11.02.2021

Karneval trotz(t) Corona

Der Karneval ist coronabedingt in der Region abgesagt. Ganz auf Frohsinn verzichten möchten die Narren aber nicht. 

Rathaussturm an Weiberfastnacht, Umzüge an den folgenden Tagen – so sieht der Karneval normalerweise auch in vielen Gemeinden und Städten in Westfalen aus. Nicht in diesem Jahr. Die Corona-Pandemie verhindert auch die ansonsten üblichen Veranstaltungen des Sitzungs- und Straßenkarnevals. Doch vielerorts sind die Narren kreativ geworden, damit zumindest hier und da ein wenig Karnevalsstimmung aufkommt.

So hält der Elferrat in Höxter normalerweise von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch das Zepter im Rathaus in der Hand. Beim Rathaussturm wird der Bürgermeister gezwungen, seinen Schlüssel herauszurücken. Weil das aber pandemiebedingt nicht möglich ist, hat Bürgermeister Daniel Hartmann den Schlüssel zum Höxteraner Rathaus kurzerhand in eine Kiste gepackt und an den Elferrat verschickt. „Wir leben gerade in schwierigen Zeiten. Umso wichtiger ist es, dass wir unseren Humor nicht verlieren. Wir brauchen jetzt Akteure, die mit Frohsinn und Heiterkeit unsere Stadt in den nächsten Tagen führen“, sagte Hartmann.

„Karneval vonne Couch aus“

Die Kattfiller, die Karnevalsgesellschaft Attendorn, die sich selbst als „klein Köln im Sauerland“ bezeichnet, hat ein Online-Programm auf die Beine gestellt. Motto: „Karneval vonne Couch aus“. An Weiberfastnacht stellt sich der Prinz mit einem Video vor. Samstag (13.02.2021) startet ab 14.11 Uhr der Kinderkarneval digital, einen Tag später findet dann um 19.11 Uhr die Prunksitzung ebenfalls digital statt. Rosenmontag heißt es „Wir feiern Karneval zuhause“ und am Dienstag (16.02.2021) gibt es einen Videorückblick auf die Veilchendienstagumzüge der vergangenen Jahre. Weitere Infos gibt es hier.

Auch in Marl wollen die Jecken nicht komplett auf Karneval verzichten. Dort fordern die Karnevalisten Bürgermeister Werner Arndt online zu einem Wortgefecht heraus. An Weiberfastnacht (11.02.2021) wird der etwas andere Rathaussturm pünktlich um 11:11 Uhr auf der Homepage der Stadt Marl als Video online gehen, teilt die Stadt mit. Dabei geht es in diesem Jahr unter anderem um Impfstoffmangel, Corona-Leugner und um die Zeit nach der Pandemie, so die Stadt weiter. Im dem ungewöhnlichen Duell drohen die Jecken bereits an, im nächsten Jahr beim Rathaussturm „doppelte Beute“ zu machen. Ganz nach dem Motto: „Corona geht, der Frohsinn lebt! / Im nächsten Jahr der Festsaal bebt!“.

Kleinster Umzug in Unna

Und ein Karnevalsumzug darf dann doch in Westfalen stattfinden, und zwar der offiziell „kleinste der Welt“. In Unna zieht Helmut Scherer seit den 1950er Jahren mit seinem Musikwagen durch die Stadt. Dies wird der 86-Jährige auch in Corona-Zeiten tun. Scherer sorgt im Park eines Krankenhauses als Ein-Mann-Umzug für Stimmung. Pflegekräfte, Ärzte und Patienten dürfen dort dann zumindest hinter den Fenstern mitschunkeln, wenn der Prinzenmarsch erklingt.

aki/jüb/wsp

Lesen Sie auch unser Interview mit dem verhinderten Prinzen des Düsseldorfer Karnevals, der ein gebürtiger Westfalen ist: Karnevalsprinz in Wartestellung.

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