„KI kann uns bereichern“
Bei der 14. Westfälischen Kulturkonferenz diskutierten in Unna rund 460 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Künstliche Intelligenz in der Kulturarbeit.
„Prompt:>_ Generiere eine Konferenz zum Thema KI und Kultur“ lautete das Motto der Konferenz, verbunden mit dem Anspruch, generative Künstliche Intelligenz nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen. Dr. Georg Lunemann, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), betonte bei der Begrüßung die Bedeutung des Themas: „Durch Künstliche Intelligenz verändert sich die Welt nochmals grundlegend – auch Kunst und Kultur. Deshalb blicken wir auch im Jubiläumsjahr ‚1250 Jahre Westfalen’ nach vorn. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kulturkonferenz konnten KI nicht nur besser verstehen, sondern auch erleben. Neben Vorträgen und Podiumsdiskussionen bietet die Konferenz die Möglichkeit, Fähigkeiten im Umgang mit der KI zu erproben und zu trainieren. In Foren diskutierten Fachleute Risiken und ethische Herausforderungen in Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz.
„Künstlerische Freiheit, Urheberrechte und Qualitätsansprüche sicherstellen“
Zu Gast in Unna war auch NRW-Kulturministerin Ina Brandes. Sie sagte, dass die KI bereits heute eine wichtige Rolle in Kunst und Kultur spiele. Geplant sei daher die Einrichtung einer Vernetzungsstelle zu „KI und Kultur“. „Wir wollen das kreative Potenzial von KI für Künstlerinnen und Künstler nutzbar machen und zugleich sicherstellen, dass künstlerische Freiheit, Urheberrechte und Qualitätsansprüche geschützt bleiben. Darum stärken wir Aus- und Weiterbildungen, fördern den kompetenten Umgang mit neuen Technologien und sorgen für verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen“, sagte Brandes.
Die Choreographin und Forscherin Charlotte Triebus präsentierte ihren performativen Beitrag „Precious Camouflage: The Code“: Die Inszenierung weist darauf hin, wie KI über Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit entscheide und dabei kulturelle Normen reproduziere. Gerade jene Momente, in denen kleinste Gesten oder Spuren menschlicher Präsenz maschinell nicht erfasst werden können, offenbarten, dass das Menschliche sich nie vollständig in Algorithmen übersetzen lässt.

Dr. Yasmine Freigang, Dr. Georg Lunemann, Ina Brandes und Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger bei der Westfälischen Kulturkonferenz. Foto: LWL / Hendrik Wardenga
In einem Podiumsgespräch kamen die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kulturorganisationen und der Freien Szene zu Wort. Rüschoff-Parzinger unterstrich, wie wichtig ein informierter, aber auch spielerischer Zugang zu KI sei: „Es ist wichtig, dass wir Ängste ansprechen, aber zugleich die Freude nicht vergessen: KI kann uns bereichern, aber nur, wenn wir sie verstehen und selbst gestalten.“
Die jährlich stattfindende Westfälische Kulturkonferenz will Impulse für die Kulturentwicklung in der Region und für die Kulturarbeit vor Ort setzen. Die Konferenz des LWL richtet sich an alle Kulturakteurinnen und -akteure in ganz Westfalen-Lippe. Weitere Informationen finden Sie hier.
Lesen Sie mehr über den Wandel des Deutschen Museums Bonn zum Forum für Künstliche Intelligenz hier.
aki, wsp