In Dortmund findet der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Foto: Dortmund Agentur / Stefanie Kleemann
14.06.2019

Kirchentag als Glaubensfest

596 Seiten dick ist das Programmheft, prall gefüllt mit über 2000 Veranstaltungen. Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag, der vom 19. bis 23. Juni mehr als 100.000 Besucher nach Dortmund locken soll, ist eine Mammutveranstaltung.

Glaubensfest, Kulturmarathon oder politische Zeitansage? Der Evangelische Kirchentag ist eine Mischung aus allem. Das zeigt auch die Losung des Kirchentages: „Was für ein Vertrauen“, ein Satz aus dem Buch der Könige im Alten Testament, nimmt Bezug zur Vertrauenskrise, unter der Staat, Politik und Kirche leiden. Man wolle „ein Zeichen setzen gegen die Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft“, erklärt Kirchentagspräsident Hans Leyendecker. Gerade Dortmund als Stadt im Strukturwandel sei ein Beispiel dafür, dass man mit Vertrauen und Zuversicht Untergangsstimmung begegnen könne. 

Viel Politik-Prominenz beim Kirchentag

Inhaltlich stehen Themen wie Migration und Integration, aber auch Umwelt und Klimapolitik im Mittelpunkt. Und dabei spielt bei Kirchentagen traditionell die Polit-Prominenz eine große Rolle. In Dortmund sind zum ersten Mal alle lebenden ehemaligen und der amtierende Bundespräsident auf einem Kirchentag vertreten. Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier spricht zur Eröffnung, seine Vorgänger Joachim Gauck, Christian Wulff und Horst Köhler sind Gäste bei Podiumsgesprächen. Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft die Friedensnobelpreisträgerin und ehemalige Präsidentin von Liberia, Ellen Johnson Sirleaf. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hält ebenso wie die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Katrin Göring-Eckardt und die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles eine Bibelarbeit.

Kommen zum Kirchentag nach Dortmund: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Fotos: Bundespräsidialamt/CDU Laurence Chaperon

Kommen zum Kirchentag nach Dortmund: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Fotos: Bundespräsidialamt/CDU Laurence Chaperon

Die Organisatoren versprechen einen „Kirchentag der kurzen Wege“. Die Westfallenhalle und die Messe Dortmund stehen neben dem Stadtzentrum im Mittelpunkt. Ganz bewusst ist die Nordstadt ein wichtiger Schauplatz. Hier gibt es Zentren für Kinder und für Jugendliche sowie ein Zentrum Kulturkirche. Die Arbeitswelt-Ausstellung (DASA) in Dorstfeld wird zum Ort für interreligiösen Dialog, in der Warsteiner Music Hall auf Phoenix-West geht es um soziale Gerechtigkeit, im Union-Gewerbehof im Union-Viertel um das Thema Wandel. Der Schlussgottesdienst am Sonntag findet gleich an zwei besonderen Orten statt – im Signal Iduna Park und im Westfalenpark.

Kirchtag mit vielen Kulturveranstaltungen

Das Kulturprogramm des Kirchentages umfasst gut 600 Veranstaltungen, von denen viele auch ohne Kirchentags-Ticket zu erleben sein werden. Das gilt besonders für die Konzerte auf den großen Bühnen in der City unter anderem mit Culcha Candela oder Adel Tawil. Für besondere Akzente sorgt das von einem Beirat der Landeskirche zusammengestellte regionale Kulturprogramm. 

Besonders „westfälisch“ wird es am Eröffnungstag: Nach Gottesdiensten auf drei großen Bühnen in der City präsentiert sich die Westfälische Landeskirche mit allen Kirchenkreisen bei einem Abend der Begegnung. Die Evangelische Kirche von Westfalen werde eine gute Gastgeberin für den Kirchentag sein, verspricht Präses Annette Kurschus. 

Oliver Volmerich

Dieser Text stammt aus dem WESTFALENSPIEGEL-Heft 03/2019 
Ein Interview mit einem Wissenschaftler der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Uni Münster lesen Sie hier.
Weitere Infos zum Kirchentag unter www.kirchentag.de

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