Die Krippe „Geheimnis der Nacht“ wurde bereits für die ausgefallene Krippenausstellung 2020 gestaltet. Foto: Bischöfliche Pressestelle, Ann-Christin Ladermann
09.11.2021

Krippen neu interpretiert

Zum Weihnachtsfest gehört die Krippe in vielen Familien dazu. Die 81. Telgter Krippenausstellung präsentiert unter dem Titel „Geheimnis der Heiligen Nacht 2.0“ 140 außergewöhnliche und aktuelle Werke.

Die Krippenausstellung im Relígio Westfälisches Museum für religiöse Kunst zeigt, wie Künstler ihre Ideen und den modernen Zeitgeist in die Krippenkunst einfließen lassen. Die Heilige Nacht steht diesmal mit ihren Geheimnissen im Mittelpunkt. Es geht um die Suche nach dem Verborgenen, sodass ein zweiter Blick oft mehr verrät als zunächst gedacht. So schuf Annette Hiemenz eine doppelseitige Krippe. Ein Guckloch ermöglicht es, ins Innere des Stalls und den Hirten ins Gesicht zu blicken. 

Museumsleiterin Dr. Anja Schöne in der Ausstellung. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Museumsleiterin Dr. Anja Schöne in der Ausstellung. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

An der diesjährigen Telgter Ausstellung nehmen auch Krippen aus Polen und Österreich teil. Der polnische Künstler Marian Ulc weckt mit seinem Werk nicht allzu alte Erinnerungen: Die Hirten bringen dem Jesus-Kind keine Myrre oder Weihrauch, sondern Desinfektionsmittel und Toilettenpapier. Andere Künstler und Künstlerinnen sehen in der Krippe Hoffnung. „Die Krippe als Wegweiser oder Mittelpunkt einer zerstörten Welt hat sicherlich auch mit den Auswirkungen des Corona-Virus zu tun“, sagt Museumsleiterin Dr. Anja Schöne. Eine Besonderheit in der Schau sind zwölf Beiträge aus dem Wettbewerb, der gemeinsam von der Initiative „arsLITURGICA“ und der Gelsenkirchener Kirchengemeinde St. Augustinus veranstaltet wurde. „Die Werke zeigen eindringlich, wie ausdrucksstark und anregend Krippenkunst sein kann“, so die Museumsleiterin.

Die Ausstellung läuft bis zum 23. Januar 2022. Weitere Informationen gibt es hier. 

wsp

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