Max-Fabian Volhard forscht an der FH Münster für den Umweltschutz. Foto: Jürgen Bröker
14.10.2019

Kunststoff, der sich vollständig auflöst

Vielleicht kommt die Lösung für eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit aus Steinfurt. Im dortigen Fachbereich Chemieingenieurwesen der Fachhochschule Münster arbeitet Doktorand Max-Fabian Volhard daran, Plastik herzustellen, das sich unter bestimmten Voraussetzungen vollständig auflöst. 

Volhard schreibt an seiner Doktorarbeit, in der es um den Abbau von Kunststoff mit Hilfe der Fotochemie geht. „Ich wollte bei meiner Arbeit etwas Relevantes machen“, erzählt er. Also sagte er dem Mikroplastik den Kampf an. Erste Versuche haben gezeigt, dass sich das nach seiner Methode produzierte Plastik nach Reaktion mit Meerwasser und Sonnenlicht in einigen Jahren in geringe Mengen Kohlenstoffdioxid und Wasser auflöst.

Auch Zigarettenfilter sollen sich auflösen

Im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit will er auch den Zigarettenfiltern an den Kragen. Laut Weltgesundheitsorganisation gelangen jährlich zwischen 340 und 680 Millionen Tonnen Zigaretten in unsere Weltmeere. Sie gelten damit als eines der am meisten achtlos in die Natur geworfenen Produkte weltweit. Mit einem Zusatzstoff im Filter will Volhard nun erreichen, dass die Polymer-Struktur des Zigarettenfilters angegriffen wird und sich dieser mit der Zeit komplett auflöst. Nach circa fünf Jahren, so schätzt der Doktorand, bleiben nur Wasser und Kohlenstoffdioxid von der Kippe übrig, teilt die FH Münster mit.

Verschiedene Kunststoff-Granulate im Labor von Max-Fabian Volhard. Foto: Jürgen Bröker

Verschiedene Kunststoff-Granulate im Labor von Max-Fabian Volhard. Foto: Jürgen Bröker

Für eine bestimmte Kusntstoffart hat seine Methode schon funktioniert. Inzwischen ist die Methode auf dem Weg zum Patent. „Unter Laborbedingungen konnten wir zeigen, dass Kunststoffe künftig komplett abgebaut werden können und das auch noch etwa zehn Mal schneller als bisher“, sagt Volhards Doktorvater Professor Dr. Thomas Jüstel. Nun soll die nächste Phase beginnen. Die Wissenschaftler würden gerne einen Prototypen produzieren, um zu sehen, wie sich der neue Kunststoff in einem richtigen Produkt verhält. Zum Beispiel mit einer PET-Flasche. Hierzu sucht Volhard nun Partner aus der Wirtschaft.

jüb

Die gesamte Reportage lesen Sie im WESTFALENSPIEGEL Heft 5/2019. Hier geht’s zur Inhaltsübersicht.
Weitere Texte zum Thema „Plastik“ finden Sie hier.

(Stand: 27.09.2019)

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