Literatur als Friedensstifter
„Westfälische Friedensgespräche“ zum Nordirland-Konflikt finden mit bekannten Literaten statt.
Die Literaturreihe „Westfälische Friedensgespräche“ des Westfälischen Literaturbüros wird nach ihrer Premiere 2023 neu aufgelegt. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen vom 5. bis 24. September steht unter der Überschrift „The Troubles“ der Nordirland-Konflikt. Hauptakteure der „Westfälischen Friedensgespräche“ sind die nordirischen Autorinnen Jan Carson und Aimée Walsh. Begleitet durch den Initiator und Kurator des Projekts, den iranisch-deutschen Schriftsteller Najem Wali, tauschten sie Essays mit ihren Gedanken zum Konflikt aus, die sie im Herbst öffentlich präsentieren und diskutieren. So sind Carson und Walsh am 5. September auf Haus Opherdicke in Holzwickede zu Gast bei einer Podiumsdiskussion, an der unter anderem auch der Friedensforscher Dr. Craig Larkin vom King’s College London teilnimmt. Die deutschen Lesungen der Texte übernehmen die Schauspielerinnen Lamin Leroy Gibba und Annett Renneberg. Am 18. Oktober, einen Tag vor der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, berichten die Autorinnen über die Westfälischen Friedensgespräche in Frankfurt am Main.
Kleines „Treffen in Telgte“
Eine Reihe literarischer Veranstaltungen begleitet die beiden Podien: Am 6. September liest Jan Carson aus ihrem Nordirland-Roman „Firestarter“. Am 7. September stellt Aimée Walsh in der Dortmunder Buchhandlung Tarana Babu ihren Debütroman „Exile“ vor. Am 19. September gibt es passend zur Friedensthematik ein kleines „Treffen in Telgte“ mit Fokus auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine; dort liest der Autor Dimitrij Kapitelman aus seinem Roman „Russische Spezialitäten“. Eine besondere Veranstaltung findet am 19. September in Münster statt. Dort gab es in den 1980er Jahren zwei IRA-Anschläge auf dort stationierte britische Soldaten, einen davon an der Mauer der damaligen York-Kaserne. Ganz in der Nähe, in der ehemaligen Panzerhalle, liest nun Schauspieler Wanja Mues aus der Autobiographie des IRA-Aussteigers und Friedesaktivisten Shane Paul O’Doherty. Es kommen auch Zeitzeugen zu Wort. Am 24. September ist der taz-reporter und Irland-Korrespondent Ralf Sotscheck in Unna zu Gast. Er liest aus seinem Band „Nordirland – Zwischen Bloody Sunday und Brexit“. Dazu gibt es historische Fotos zu sehen und Irish Folk zu hören.
„Wir sind froh darüber, dass die Erfahrungen des Projektstarts vor zwei Jahren uns Mut zur Fortsetzung der Kooperation mit unserem Kurator Najem Wali, dem PEN-Zentrum Deutschland und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels gemacht haben,“ sagt Staatsminister a. D. Wolfram Kuschke, erster Vorsitzender des Westfälischen Literaturbüros in Unna e. V.
wsp
Karten für die Veranstaltungen gibt es online. Die Anmeldungen für die Lesung mit Aimée Walsh (info@wlb.de) und das internationale Podium in Frankfurt/Main (hausamdom@bistumlimburg.de) erfolgen per E-Mail.