inrō aus Bambusfurnier und Brokatgründen mit Zikade aus dem 19. Jahrhundert (l.) und ein inrō mit fliegenden Schmetterlingen auf farbigen Streifen (r.). Foto: Museum für Lackkunst
06.11.2019

„Männer machen Mode“

Ein besonderes Kästchen aus Japan, das inrō, steht im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Männer machen Mode“ im Museum für Lackkunst in Münster. 

Bezeichnet wird mit diesem Wort ein Stapelkästchen, das Männer in Japan im 16. bis 19. Jahrhundert am Gürtel ihres Kimonos trugen. Da diese Gewänder nicht über Taschen verfügten, suchte man nach ebenso praktischen wie kleidsamen Alternativen für die Aufbewahrung von Kleinigkeiten.

"Männer machen Mode" ist im Museum für Lackkunst in Münster zu sehen. Foto: Museum für Lackkunst

„Männer machen Mode“ ist im Museum für Lackkunst in Münster zu sehen. Foto: Museum für Lackkunst

Ursprünglich war das inrō als zweckmäßiges  Behältnis für Botschaften konzipiert, mit der Zeit wurden darin Münzen, das persönliche Siegel oder Medizin für unterwegs aufbewahrt. Das inrō entwickelte sich zu einem Statussymbol und signalisierte Kennerschaft. Das handliche Format reizte die Hersteller, ihre künstlerische Virtuosität unter Beweis zu stellen. Heute fasziniert das Schachtelkästchen, das nicht aus lackverziertem Holz, sondern auch aus Elfenbein oder Keramik hergestellt wurde, mit seinen vielfältigen Varianten an Dekoren, Themen und Stilen.

Das Museum für Lackkunst präsentiert in der Sonderausstellung „Männer machen Mode“ mehr als 100 Objekte aus eigenem Bestand. Die Schau ist bis zum 2. Februar 2020 zu sehen. Weitere Informationen finden Sie hier.

wsp

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