Die Talbrücke Rahmede auf der A45 ist seit Anfang Dezember gesperrt. Foto: Autobahn Westfalen
11.03.2022

Mehr Tempo beim Brückenbau

Bundesverkehrsminister Volker Wissing will marode Autobahnbrücken schneller modernisieren. Beim Brückengipfel der Bundesregierung war auch die gesperrte Talbrücke Rahmede an der A45 Thema.

4000 Autobahnbrücken in ganz Deutschland gelten als sanierungsbedürftig, zeigt Wissings Bestandsaufnahme. Bei 1300 dieser Brücken laufen bereits die Bauarbeiten oder sie stehen kurz bevor. Um den „Sanierungsstau“ aufzulösen, will die Autobahn GmbH des Bundes in Zukunft 400 statt wie bisher geplant 200 Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen sanieren. In die Modernisierung sollen ab 2026 2,6 Milliarden Euro fließen – eine Milliarde mehr als heute. Ein „Neun-Punkte-Plan“ des Ministers sieht zudem vor, die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und die Abstimmung vor Ort zu verbessern. So gibt es mit dem Lüdenscheider Bürgermeister Sebastian Wagemeyer erstmals einen Bürgerbeauftragten für den Brückenbau, der in Sachen Rahmedetalbrücke vor Ort vermitteln soll. 

„Achillesferse unserer Infrastruktur“

Vor allem entlang der „Sauerlandlinie“ A45 stehen zahlreiche Reparaturen oder Neubauprojekte an, berichtet die Autobahn GmbH Westfalen. „Die Brücken sind in die Jahre gekommen, die hohen Verkehrszahlen besonders im Schwerlastbereich führen dazu, dass wir uns vor allem um sie kümmern müssen, sie sind die Achillesferse unserer Infrastruktur“, so deren Leiterin Elfriede Sauerwein-Braksiek. Besonders kritisch ist die Situation an der gesperrten Talbrücke Rahmede, die noch in diesem Jahr abgerissen werden soll. Dort quält sich der Umleitungsverkehr durch Lüdenscheid. Wagemeyer schilderte beim Brückengipfel die „weitreichenden Auswirkungen“ auf die Stadt und die Region, „und was die Dauerbelastung mit den Menschen vor Ort macht.“ Diskutiert wurde auch, wie der Neubau der Talbrücke Rahmede so weit wie möglich beschleunigt werden könne, berichtete der Bürgermeister nach der Veranstaltung in Berlin.

Wagemeyer zog ein positives Fazit des Brückengipfels: „Es war ein sehr wichtiger Termin, weil viele unterschiedliche Interessensgemeinschaften und -gruppen noch mal miteinander ins Gespräch gekommen sind.“ 

wsp

Lesen Sie auch im Bereich "Politik/Wirtschaft"

Testen Sie den WESTFALENSPIEGEL!

Ihnen gefällt, was Sie hier lesen? Dann überzeugen Sie sich von unserem Magazin!