Der Entwurf einer Mitmach-Geländestation im LWL-Freilichtmuseum Detmold zum Thema "Museum under Construction". Foto: LWL/BOK + Gärtner GmbH
14.12.2021

Mit doppeltem Boden

Von Barbarossa bis zum Klima: Der Landschaftsverband Westfalen (LWL) plant für 2022 zahlreiche Sonderausstellungen in seinen Museen. Hier eine Auswahl.

Im LWL-Museum für Naturkunde in Münster eröffnet das runderneuerte Planetarium im Frühjahr wieder. In einer Festwoche zum Neustart soll es Shows, Vorträgen Konzerte und Lesungen für Sternenfans geben. Voraussichtlich ab dem 14. Juni präsentiert das Naturkundemuseum die neue Ausstellung „Das Klima“. Die Schau vergegenwärtigt, dass die Erde einmal ein Eisplanet war. Zu anderen Zeiten herrschte auf allen Kontinenten ein heißes Wüstenklima. Der Fokus wird auch auf die klimatische Entwicklung Westfalens gerichtet. Die Ausstellung blickt nicht nur zurück, sondern wagt auch einen Blick in die Zukunft.

Das Klima steht 2022 im Focus der großen Sonderausstellung im LWL-Museum für Naturkunde. Foto: LWL/ Kriegs

Das Klima steht 2022 im Focus der großen Sonderausstellung im LWL-Museum für Naturkunde. Foto: LWL/ Kriegs

2022 startet im LWL-Freilichtmuseum in Detmold nicht nur der Bau des neuen Eingangs- und Ausstellungsgebäudes, unter dem Motto „Museum under Construction“ steht das Thema Bauen selber im Mittelpunkt. Das Museum schaut in die Vergangenheit und stellt historische Baustoffe vor, die zum Teil heute wiederverwendet werden. Über verschiedene Rundgänge werden die Museumsgäste (fast) zu Baufachleuten. Auch die offenen Baustellen auf dem Gelände wollen entdeckt werden. Zahlreiche Geländestationen animieren zum Mitmachen und die ehemalige Ausstellungsscheune Westendorf im Paderborner Dorf verwandelt sich in ein Spielparadies für Kinder.

„Handwerk hat doppelten Boden“ heißt es vom 15. Mai bis 31. Oktober im LWL-Freilichtmuseum Hagen. Es geht um all das, was beim Handwerken schiefgehen kann, aber auch um allerlei Klischees. Eine Ausstellung mit Publikumspreis und Begleitprogramm präsentiert Karikaturen zu Berufen mit dem nicht immer goldenen Boden.

900 Jahre Barbarossa

Der Geburtstag des Stauferkaisers Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) jährt sich 2022 zum 900. Mal. Ein Anlass für das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster die internationale Sonderausstellung „Barbarossa. Die Kunst der Herrschaft“ zu präsentieren. Die schillernde Figur des schwäbischen Herzogssohns, der seit 1155 als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation die Geschicke Europas mit lenkte, steht im Zentrum. Neben dem Kunstmuseum des LWL in Münster widmet sich auch Schloss Cappenberg bei Selm dem Kaiser.

Totgesagte leben länger: Das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, Stiftung Kloster Dalheim, widmet sich vom 13. Mai 2022 bis 8. Januar 2023 der lateinischen Sprache. Von Cicero über Hildegard von Bingen und Erasmus von Rotterdam bis hin zu Papst Benedikt oder Asterix – anhand von zwölf Biografien veranschaulicht die Ausstellung „Latein. Tot oder lebendig!?“ im ehemaligen Kloster die Bedeutung der Muttersprache Europas. 

Im LWL-Preußenmuseum erwartet die Besucher eine Installation, die die Innovationskraft Preußens vor Augen führt. Visualisierung: bloomimages Berlin GmbH

Im LWL-Preußenmuseum erwartet die Besucher eine Installation, die die Innovationskraft Preußens vor Augen führt. Visualisierung: bloomimages Berlin GmbH

„Potzblitz Preußen“: Das LWL-Preußenmuseum Minden eröffnet im Herbst 2022 seine neue Dauerausstellung. Jenseits von Pickelhaube und Militär geht es um die vielfältigen und unerwarteten Aspekte der preußischen Geschichte in Westfalen und darüber hinaus – und ihre Spuren im heutigen Alltag.

Die LWL-Industriemuseen präsentieren an acht Standorten in Westfalen noch bis zum Frühjahr das Medienkunstfestival Futur 21. Multimediale Installationen, Fassadenprojektionen, Datenskulpturen und Videolandschaften verknüpfen die Vergangenheit der Orte mit Themen der Zukunft. Ab 5. März rücken jeweils an vier Museen eine Woche lang die Themenkomplexe Arbeit, Energie, Ressourcen und Fortschritt in den Fokus. Informationen zum Festivalprogramm unter http://www.futur21.de.

wsp

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