15.03.2023

Trauer um getötete Zwölfjährige

Nach dem Mord an einem zwölfjährigen Mädchen aus Freudenberg sind viele Menschen auch über die Region hinaus schockiert. Politiker beobachten eine Verrohung der Gesellschaft.

Besonders fassungslos macht im Fall der getöteten Luise die Tatsache, dass der Mord offensichtlich von zwei nahezu gleichaltrigen Mädchen begangen wurden. Der Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Andreas Müller, weist auf die zunehmende Verrohung der Gesellschaft hin: „Dass bei uns in NRW offenbar nun auch zunehmend Kinder und Jugendliche zu Tätern werden, lässt mich zutiefst erschaudern. Dem entgegenzuwirken ist eine große gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir alle gemeinsam anpacken müssen.“

Den Eltern der getöteten Zwölfjährigen spricht Müller sein tief empfundenes Mitgefühl aus: „Die grausame Tat hat uns alle schockiert und ich kann den Eltern nur meine herzliche Anteilnahme versichern. Ganz Siegen-Wittgenstein trauert mit Ihnen. Es gibt keine Worte, die beschreiben können, wie groß der Verlust ist, den sie erlitten haben. Der Schmerz der Eltern ist kaum nachzuempfinden. Ich hoffe, dass Sie inmitten dieser Dunkelheit Trost und Unterstützung finden, sei es durch Freunde, Angehörige oder professionellen Beistand.“

„Tat macht uns alle fassungslos“

Müller ist als Landrat auch Leiter der Kreispolizeibehörde. Daher war er seit dem Verschwinden des Mädchens in die Suche eingebunden. „Die Grausamkeit der Tat macht uns alle fassungslos. Solche Verbrechen würde man im Zweifelsfall immer eher woanders verorten, aber nicht bei uns. Umso größer ist der Schock, dass ein Kind offenbar durch die Hände anderer Kinder sterben musste“, sagte er weiter.

Die tatverdächtigen Kinder seien in der Obhut des Jugendamtes, teilt der Kreis mit. Derzeit habe die Sicherstellung der psychosozialen Versorgung aller beteiligten Familienmitglieder, sowohl der Familien der Tatverdächtigen als auch des Opfers, oberste Priorität. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kreisjugendamt ständen vor einer ganz außergewöhnlichen Situation, die viel Empathie und umsichtiges Agieren erfordere, betont Kreis-Jugenddezernent Thomas Wüst. Sobald die Familie der getöteten Luise dies wünsche, stehe das Kreisjugendamt der Familie jederzeit zur Unterstützung zur Verfügung.

Tatverdächtige Kinder von Familien getrennt

Zu den tatverdächtigen Kindern und deren Familien gebe es bereits intensiven Kontakt. Aus Sicht des Kreisjugendamtes benötigen die betroffenen Familien der minderjährigen Tatverdächtigen intensive Unterstützung. Die beiden Kinder sind außerhalb ihres elterlichen Umfelds untergebracht und besuchen nicht ihre Heimatschule. Der Kontakt zur Familie sei aber aufgrund des jungen Alters der Mädchen für die Entwicklung einer gelingenden Unterstützung sehr bedeutsam, heißt es weiter. Als nächstes stehe die Aufarbeitung der Geschehnisse an, dabei werde das Jugendamt konkret unterstützen, so der Kreis.

Das getötete Mädchen war am Samstag von einem Besuch bei einer Freundin nicht nach Hause zurückgekehrt. Am Sonntag war die Zwölfjährige dann tot in der Nähe eines Radweges in Rheinland-Pfalz unmittelbar an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen gefunden worden.

wsp

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