Ein Spielort der Manifesta 16: Die St. Ludgerus Kirche in Bochum, die außer Dienst gestellt ist. Foto: Anton Vichrov
01.10.2025

Neue Ideen für Gotteshäuser

Das Kunstfestival Manifesta bespielt 2026 zwölf leerstehende Kirchen im Ruhrgebiet.

Die internationale Biennale für zeitgenössische Kunst, Architektur und Gesellschaft findet vom 21. Juni bis 4. Oktober in Bochum, Gelsenkirchen, Essen und Duisburg statt. Im Fokus stehen die Symbole eines gewaltigen Strukturwandels: Kirchen, die aufgegeben wurden, weil der Evangelischen wie auch der Katholischen Kirche Mitglieder und somit auch Gelder fehlen. Dazu zählt beispielsweise die 1932 erbaute Christ-König-Kirche am Rand der Bochumer Innenstadt, die für die Kulturhauptstadt 2010 zur „Kunstkirche“ des Bistums Essen wurde. Einige Jahre fanden dort Ausstellungen statt. Seit 2019 ist die katholische Kirche jedoch geschlossen. 

Das Team der Manifesta hat sein Hauptquartier in der St. Josef Kirche in Gelsenkirchen. Foto: Gerd Kaemper/ gkfoto.de

Das Team der Manifesta hat sein Hauptquartier in der St. Josef Kirche in Gelsenkirchen. Foto: Gerd Kaemper/ gkfoto.de

Im Rahmen der Manifesta entwickeln nun acht internationale Kuratorinnen und Kuratoren künstlerische und soziale Programme für solche Orte. Von einem Nachbarschafts-Café über Basketball-Felder bis hin zum Flohmarkt sei dabei vieles denkbar, heißt es vom Festival-Team. Bürgerinnen und Bürger dürfen und sollen bei der Planung mitreden. Im Team der „Creative Mediators“ vertreten sind unter anderem der ehemalige Leiter der Londoner Hayward Gallery, Henry Meyric Hughes, der deutsche Kunstsammler und Fluxus-Wegbereiter René Block und der spanische Architekt Josep Bohigas.

Das Manifesta-Team hat sein Hauptquartier im Pfarrhaus der Kirche St. Josef in Ückendorf eingerichtet. Das 1896 geweihte Gotteshaus wurde 2023 aufgegeben – seine Zukunft ist ungewiss. Nun sollen dort die Fäden des Kunstfestivals dort zusammenlaufen.

wsp

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