Dr. Yasmine Freigang, Projektleiterin "Kultur in Westfalen", LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Kulturplanungsexperte Dr. Markus Morr und Autorin Stefanie Keil bei der Vorstellung der Publikation. Foto: LWL
09.04.2019

Neue Studie: Strategien für die Kultur

Westfalen ist ein Pionier in Sachen Kulturplanung. Nirgendwo in Deutschland haben so viele Kommunen Strategien erarbeitet, um Kunst und Kultur vor Ort fit für die Zukunft zu machen, zeigt eine neue Studie der „Kulturagenda Westfalen“, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vorgestellt hat.

In mehr als zwei Dutzend Städten und Kreisen in der Region erarbeiten Kommunen seit 2012 zusammen mit Bürgern Pläne und Konzepte, um Netzwerke, Potenziale oder auch Schwachstellen aufzuzeigen. „Die Beteiligten können Herausforderungen benennen, Lösungsmöglichkeiten diskutieren, Ziele und Maßnahmen bestimmen und priorisieren – und nach und nach die kulturelle Infrastruktur vor Ort und in unserer Region verändern, verbessern und modernisieren“, erklärt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Positive Resonanz

17 Planungsprozesse in ganz Westfalen wurden nun von dem Marburger Kulturplanungsexperten Dr. Markus Morr auf ihre Wirksamkeit hin untersucht. Mit Empfehlungen und Denkanstößen will die Studie zudem solche Kommunen unterstützen, die über den Einstieg in die Kulturplanung nachdenken.
Auf das Ergebnis der Evaluation sind die Initiatoren des Projektes um Rüschoff-Parzinger stolz: Rund zwei Drittel der 157 befragten Akteure – darunter Politiker, Verwaltungsmitarbeiter sowie Kulturschaffende und interessierte Bürger – würden anderen Kommunen empfehlen, ebenfalls diesen Weg zu gehen. Negativ geäußert haben sich in der anonymen Befragung nur sehr wenige der Beteiligten.

Bei der Frage nach den wichtigsten Ergebnissen der Kulturplanung in ihrem Ort oder ihrem Kreis waren sich die Gruppen relativ einig: „Netzwerk innerhalb der Kommune vorantreiben“, „Kulturschaffende sowie Bürgerinnen und Bürger beteiligen“, „Strategische Ziele für die Kulturpolitik definieren“ und „den Prozess mitgestalten“ hieß es immer wieder.

„Horizonte erweitert“

Die persönlichen Erfahrungen rund um die strategische Kulturplanung spiegeln sich in den Zitaten, die Morr in der Studie aufführt. „Es war einerseits anstrengend und andererseits hat es viel Freude gemacht. Ich habe neue Kontakte geknüpft und der Prozess hat auch Horizonte erweitert. (…) Es ist ein Gefühl, dass da etwas in Bewegung gekommen ist und weiterläuft, wenn man es in Gang hält“, äußerte sich der Studiendirektor Gerhard Antoni aus Höxter.

Der Band „Die Kulturagenda Westfalen ff. Eine Wirkungsanalyse“ wurde herausgegeben von der LWL-Kulturabteilung, Yasmine Freigang und Barbara Rüschoff-Parzinger. Online verfügbar ist die Studie hier.

wsp

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