In Münster soll die Forschung am neuen Batteriezentrum direkt beginnen. Foto: MEET/Judith Kraft
03.07.2019

Neues Batteriezentrum in Münster startet sofort

Münster will mit der „Forschungsfertigung Batteriezelle“ sofort loslegen. Das teilte Oberbürgermeister Markus Lewe jetzt mit.

Sowohl Lewe als auch Regierungspräsidentin Dorothee Feller machten jetzt noch einmal deutlich, dass Münster bereit sei für das neue Forschungszentrum. „Auf dem Gebiet der Batterieforschung leisten das MEET Batterieforschungszentrum der Universität Münster mit dem Team von Prof. Dr. Martin Winter und das Helmholtz-institut Münster seit Jahren wegweisende Arbeit von internationaler Bedeutung“, sagte Lewe. Ihre Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen bildet die Grundlage für die Exzellenz beim Aufbau und Betrieb der Batterieforschungsfabrik in Münster.

Ibbenbüren wird Standort für Batterie-Recycling

Feller begrüßte ausdrücklich die Entscheidung für Ibbenbüren als Entwicklungsstandort eines künftigen Batterie-Recyclings. „Neben der Anerkennung für Professor Martin Winter und sein ,Münster Electrochemical Energy Technology‘-Team zeigt sich nun, wie gut es war, dass Ibbenbüren sich schon vor Jahren konsequent für die Zeit nach der Steinkohle aufgestellt hat“, betonte die Regierungspräsidentin.

Die regionale Wirtschaft rechnet mit positiven Auswirkungen der Entscheidung. „Davon wird die ganze Region profitieren. Die regionale Wirtschaft freut sich sehr über diese bedeutsame Entscheidung der Bundesregierung“, sagte Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen. 

Die „Forschungsfertigung Batteriezelle“ soll in bestehenden Gebäuden der Universität Münster sofort ihre Arbeit aufnehmen. Im Laufe des Jahres 2022 soll sie dann in komplett neue Gebäude umziehen. Das Recycling wird auf dem bisherigen Zechengelände in Ibbenbüren angesiedelt. Vom Bund fließen rund 500 Millionen Euro in das Projekt, das Land will 200 Millionen Euro beisteuern. Das Zentrum soll den Weg ebnen für eine Serienproduktion großer Batteriezellen in Deutschland.

Lewe weist Kritik an Standortvergabe zurück

Lewe wies in einer Stellungnahme die Kritik der Ministerpräsidenten aus Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen zurück. Die Länderchefs hatten sich in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Vergabe des Batteriezentrums nach Münster beschwert und die Kanzlerin aufgefordert, die Standortentscheidung nochmals zu prüfen. Ein Grund: In Münster können die Forschung erst in ein paar Jahren beginnen.

Am Freitag hatte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek verkündet, dass Münster den Zuschlag für die Batterieforschungszentrum erhalten und sich gegen Mitbewerber aus anderen Bundesländern durchgesetzt. Für diese Entscheidung musste die Ministerin in den vergangenen Tagen viel Kritik einstecken. Schließlich kommt Karliczek aus Ibbenbüren.

Karliczek selbst hatte die Entscheidung in verschiedenen Medien verteidigt. „Das überzeugendste Konzept für Batterieforschungsproduktion und Recycling hat Münster vorgelegt“, sagte sie. Die Entscheidung habe nichts mit dem Standort in der Nähe ihres Wahlkreises zu tun.

wsp

Mehr über das MEET lesen Sie auch in diesem Beitrag aus dem WESTFALENSPIEGEL Heft 3_2018.

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