Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel (von links) sind die vier Mütter des Grundgesetzes. Foto: Bestand Erna Wagner-Hehmke, Stiftung Haus der Geschichte, Bonn
23.05.2019

NRW will an „Mütter des Grundgesetzes“ erinnern

Vor 70 Jahren, am 23. Mai 1949, wurde das Grundgesetz erlassen. 61 Männer und vier Frauen haben das Fundament der  jungen Bundesrepublik Deutschland erarbeitet. Von den sogenannten „Müttern des Grundgesetzes“ kamen mit Helene Wessel und Frieda Nadig zwei aus Westfalen; Helene Weber stammte aus Wuppertal und Elisabeth Selbert aus Hessen.

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach setzt sich anlässlich des Jahrestages für eine zeitgemäße Würdigung der drei nordrhein-westfälischen Frauen in ihren jeweiligen Städten ein. Unterstützt wird die Initiative von den Oberbürgermeistern Ullrich Sierau aus Dortmund und Andreas Mucke aus Wuppertal sowie dem Herforder Bürgermeister Tim Kähle. Die Finanzierung könnte aus dem landeseigenen Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet“ kommen; nun müssen noch die Stadträte dem Vorhaben zustimmen.

Zwei westfälische Politikerinnen

Die Zentrumspolitikerin und spätere Sozialdemokratin Helene Wessel (1898-1969) wurde in Dortmund-Hörde geboren und lebte dort viele Jahre, bevor sie in Bonn starb. Oberbürgermeister Ullrich Sierau würdigt jetzt ihr Engagement für Frauenrechte und eine gerechte Sozialpolitik: „Sie blieb zeitlebens eine kritische Stimme der Vernunft und setzte sich für die Völkerverständigung und, aus der Erfahrung des Ermächtigungsgesetzes heraus, auch gegen die Notstandsgesetzgebung ein.“

Die Sozialdemokratin Friederike „Frieda“ Nadig wurd 1897 in Herford geboren, vertrat später den Wahlkreis Herford im ersten Bundestag. 1970 starb sie in Bad Oeynhausen. Der Herforder Bürgermeister Tim Kähler sagt zu ihrem Vermächtnis: „Die Herforder Stadtgeschichte wurde häufig von bedeutenden Frauen mitgestaltet, aber Frieda Nadig hat sogar die Geschichte der ganzen Bundesrepublik geprägt. Darauf sind wir besonders stolz und eine Ehrung dieses besonderen Engagements ist mehr als verdient.“

Ein Porträt der beiden westfälischen „Mütter des Grundgesetzes“ von unserem Autor Gisbert Strotdrees aus dem Westfalenspiegel 04/2009 finden Sie hier.

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