Im MEET-Labor in Münster werden Testzellen bis zu 1000 Ladezyklen unterzogen. Foto: Jürgen Bröker
28.05.2019

NRW will Batterie-Zentrum nach Münster holen

Nordrhein-Westfalen treibt die Bewerbung des Standorts Münster für die „Forschungsfertigung Batteriezelle“ (FFB) voran. Das Land stellt dazu eine Beteiligung von mehr als 200 Millionen Euro in Aussicht. 

Die Federführung soll dem Münster Electrochemical Energy Technology (MEET) obliegen. Unterstützt wird das MEET von der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich. Schon jetzt wird an diesen Standorten mit über 600 Personen und einem Jahresbudget von rund 90 Millionen Euro im Bereich Batterietechnologie geforscht, teilt das NRW-Wissenschaftsministerium mit. Damit gehörten die Forschungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen zur Spitzengruppe in Deutschland und Europa.

„Hervorragendes Umfeld“

Weltweit steigt der Bedarf an Batteriezellen stetig. „Die Batterie ist der Schlüssel zum Erfolg der Energie- und Verkehrswende. Die Landesregierung hat in den letzten zehn Jahren 100 Millionen Euro in die Batterieforschung investiert und so zum Aufbau einer international wettbewerbsfähigen Forschungsinfrastruktur entscheidend bei tragen. Eine Ansiedlung der für Deutschland bedeutsamen und richtungsweisenden Forschungsfertigung Batteriezelle in Nordrhein-Westfalen trifft hier auf ein hervorragendes Umfeld und beste Voraussetzungen“, sagt Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Zentrum der Batterieforschung in Westfalen: Das MEET in Münster. Foto: Julia Kraft

Zentrum der Batterieforschung in Westfalen: Das MEET in Münster. Foto: Julia Kraft

Unterstützung für die Bewerbung kommt auch aus der Wirtschaft. Mehr als 75 Unternehmen aus der Wertschöpfungskette Batterie aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich sowie aus Asien und den USA sprechen sich für die Ansiedlung der FFB in Nordrhein-Westfalen aus. „Das zeigt: Die Forschungsfertigung Batteriezelle muss ein Angebot für Wirtschaft und Wissenschaft in ganz Deutschland sein, sie darf nicht den Interessen einzelner oder nur weniger Konzerne dienen. Diese Voraussetzung erfüllt das Nordrhein-Westfalen-Konsortium perfekt, es stellt wettbewerbsneutrale, wirtschaftsnahe Forschung sicher“, sagt NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart.

Produktion in Ibbenbüren

Beim FFB-Projekt geht es nicht nur um Forschung. Vielmehr soll auch der Transfer in die Praxis beschleunigt werden. Die Produktion könnte zum Beispiel am Kraftwerk Ibbenbüren erfolgen, sieht das Konzept vor.

Zusätzlich werden die Rohstoffversorgung und die umweltverträgliche Entsorgung eine wichtige Rolle spielen. Deshalb beinhaltet das nordrhein-westfälische Konzept Forschungs- und Umsetzungsmaßnahmen zum Thema Recycling sowie die Nutzung der in der FFB produzierten Zellen in Großspeichern, die an beliebigen Standorten zur Stromversorgung aufgestellt werden können.

Auch andere Bundesländer haben sich als Standort des FFB beworben. Darunter Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Die Entscheidung über den Standort soll ab dem 8. Juli fallen.

wsp

Der WESTFALENSPIEGEL hat dem MEET im Mai 2018 einen Besuch abgestattet. Die Reportage dazu lesen Sie hier.

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