Smarte Produktion ist ein Thema im Netzwerk "it´s OWL". Foto: DMG_Mori_Seiki / it´s OWL
10.04.2019

NRW will die Digitalisierung Deutschlands prägen

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hat dem Landtag heute (10. April) die Digitalstrategie 2019 für NRW vorgestellt. „Wir wollen Vorreiter werden und Nordrhein-Westfalen bis 2025 in die digitale Spitzengruppe führen, damit wir zum innovativsten und umweltfreundlichsten Industrie- und Dienstleistungsstandort Europas werden“, sagte der Minister.

Mit einem Platz im Mittelfeld gebe man sich nicht länger zufrieden, so Pinkwart: „Wir wollen die Digitalisierung Deutschlands von Nordrhein-Westfalen aus prägen und vorantreiben.“

Bei der Umsetzung der Ziele spielen auch Einrichtungen in Westfalen eine besondere Rolle. So wird etwa die Gründung des Europäischen Blockchain-Instituts am Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund vorbereitet. Gleichzeitig wird im Rheinischen Zukunftsrevier ein Reallabor für Blockchain-Anwendungen entwickelt. Beides soll dazu beitragen, „dass Nordrhein-Westfalen bei der nächsten Entwicklungsstufe des ‚Internets der Werte‘ ein Vorreiter ist“, so der Minister.

Surfen mit Gigabitgeschwindigkeit auch auf dem Land

Wichtiger Bestandteil der Digitalisierungsstrategie ist auch der „GigabitMasterplan.NRW der Landesregierung“. Er sieht vor, bis 2025 überall in NRW Breitband-Netze zu knüpfen, die Gigabitgeschwindigkeit ermöglichen –  also auch im ländlichen Raum Westfalens. Gewerbegebiete und Schulen sollen bereits 2022 ans Gigabitnetz angeschlossen sein.

Im Strategiepapier heißt es außerdem, dass sich die Zahl der Ausgründungen aus den Hochschulen im Land bis zum Jahr 2024 um mindestens 50 Prozent erhöhen soll. Dabei sollen die regionalen und überregionalen Digital Hubs und die digitalen Kompetenzzentren einen wichtigen Beitrag leisten – zum Beispiel das Kompetenzzentrum für den Mittelstand „Digital in NRW“ in Dortmund mit Partnern aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Ostwestfalen-Lippe, der Metropole Ruhr und dem Rheinland. Die Fernuniversität Hagen soll zur forschungsorientierten Open University ausgebaut werden.

Förderung für „it´s OWL“

Darüber hinaus werden konkrete Fördermaßnahmen für Initiativen in der Region benannt. So erhält das Netzwerk Intelligente Technische Systeme Ost-WestfalenLippe „it´s OWL“ in den kommenden fünf Jahren rund 50 Millionen Euro. Das Netzwerk habe vorbildliche Transferstrukturen geschaffen, um Entwicklungen in der Industrie 4.0 voranzutreiben, heißt es. Auch „LEMGO DIGITAL“ wird von der Landesregierung weiter unterstützt. Dabei handelt es sich um ein offenes Test- und Mitmachlabor (Living Lab), das zeigen soll, wie die Digitalisierung auf Basis des Internets der Dinge (IoT) Alltagsprobleme lösen kann.

Die „Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen“ umfasst fünf Fokus- und vier sogenannte Schnittstellenthemen. Sie wurde in gut einem Jahr ressortübergreifend entwickelt, heißt es aus dem NRW-Wirtschaftsministerium. Den im Juli 2018 vorgestellten Entwurf habe die Landesregierung mit Experten, Verbänden sowie Bürgerinnen und Bürgern in einem breiten Beteiligungsprozess online und in Veranstaltungen diskutiert. Mehr als 2.000 Rückmeldungen wurden ausgewertet und flossen in die nun vorgelegte und vom Landeskabinett beschlossene Strategie ein.

wsp

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