08.12.2017

NS-Verbrechen: Stadt Meschede und LWL arbeiten Geschichte des Friedhofs „Fulmecke“ auf

Meschede (wh). Der Waldfriedhof "Fulmecke" in Meschede soll umgestaltet werden, um in angemessener Form an die polnischen und russischen Zwangsarbeiter zu erinnern, die 1945 im Arnsberger Wald von Waffen-SS und Wehrmacht ermordet wurden. Grundlage für diese Pläne sind neue Forschungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

"Dank der Kooperation zwischen der Stadt Meschede und dem LWL wurden die Ereignisse vor Ort umfassend aufgearbeitet, damit diese schreckliche Tat nicht vergessen wird", betont LWL-Direktor Matthias Löb. So rekonstruierte Dr. Marcus Weidner, Historiker am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, neue Details. "Der Friedhof zeigt zum Beispiel den problematischen Umgang mit ausländischen Kriegstoten vor dem Hintergrund des Ost-West-Konflikts und der Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus nach 1945", so Weidner.

Bislang gibt es an dem Ort keine Gedenktafel, die eines der größten Kriegsendphasen-Verbrechen in Deutschland sichtbar macht. Dies soll sich nun ändern. Außerdem ist geplant, die Forschungsergebnisse zu veröffentlichen und online mit einer interaktiven Karte zu publizieren. "72 Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs wollen wir der ermordeten Menschen gedenken", betont der Mescheder Bürgermeister Christoph Weber.

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