NS-Zeit: Sparkasse Dortmund arbeitet Geschichte auf
Der Wirtschaftshistoriker Karl-Peter Ellerbrock hat die Rolle der Sparkasse Dortmund im Nationalsozialismus untersucht. Während die Aufarbeitung der Sparkassengeschichte sich 80 Jahre nach Kriegsende immer noch in ihren Anfängen befindet, soll die Veröffentlichung diese Lücke für die Sparkasse Dortmund schließen.
Bei der Vorstellung des Buchs in Dortmund schilderte Ellerbrock, ehemaliger Direktor der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv (WWA), dass die Sparkasse beteiligt war an der Rüstungsfinanzierung und an der Enteignung jüdischen Vermögens. Sie unterstützten die „Sparpropaganda“ der Nationalsozialisten und die sogenannte geräuschlose Kriegsfinanzierung unter anderem durch die Abschöpfung von Sparvermögen. Jüdische Bürgerinnen und Bürger wurden enteignet, jüdische Mitarbeitende der Sparkasse entlassen, wie der Historiker bei seiner Recherche herausgefunden hat.
NS-Vergangenheit transparent machen
Moderiert von der WWA-Direktorin Dr. Kathrin Baas diskutierten neben Ellerbrock auch Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal, Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Dirk Schafelberger und die Lehrerin Viktoria Albers über die Bedeutung der Aufarbeitung der NS-Zeit. Westphal betonte, wie wichtig es sei zu erklären, wie und warum so etwas passieren konnte. Hier dürfe es keinen Schlussstrich geben. Schafelberger sagte, dass die Sparkasse Dortmund für Demokratie, Vielfalt und Offenheit stehe. Daher sei es auch ihre Aufgabe, die NS-Vergangenheit transparent zu machen. Viktoria Albers berichtete, wie wichtig es sei, dass Schulklassen im Wirtschaftsarchiv „echte Geschichte“ erleben könnten. Eine geeignete Basis für die historische Vermittlung seien Aufklärung und wissenschaftliche Fakten. Dies gelte auch für die Sparkasssengeschichte.
„Die Sparkasse Dortmund im Nationalsozialismus“ von Karl-Peter Ellerbrock, 234 Seiten, ist zum Preis von 38 Euro im Aschendorff Verlag erschienen.
wsp