Zu sehen im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster: Silvano Bertolin, Abguss der Laokoon-Gruppe, 2006. © Foto: LWL/Neander
06.10.2020

Zeitlose Gefühle

Die Ausstellung „Passion Leidenschaft“ zeigt vom 9. Oktober 2020 bis 14. Februar 2021 im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster die Kunst der großen Gefühle.

Freude und Trauer, Hingabe und Angst, Liebe und Hass: In sechs Kapiteln erzählt die Schau, wie Künstler über die Jahrhunderte große Gefühle in ihren Werken dargestellt haben. 200 Exponate schlagen einen Bogen von der Antike bis in die heutige Zeit, vom Kindermord in Bethlehem bis zur aggressiven Wahlkampf-Propaganda von Trump.

Die Bandbreite ist groß: Anthony van Dyck schuf im 17. Jahrhundert das Gemälde „Die Beweinung Christi“. Das Werk zeigt den schmerzverzerrten Blick der Mutter Gottes, die ihren toten Sohn in den Armen hält. Erschütternd das Foto der Künstlerin Nan Goldin, die 1984 im Selbstporträt ihren misshandelten Körper zeigt. Die amerikanische Konzeptkünstlerin Martha Rosler präsentiert in einer Fotomontage von 2016 den US-Präsidenten Trump, der mit dem Finger wie mit einer Waffe in die Kamera zielt.

„Heute gibt es bei uns eine Sehnsucht nach tiefen Empfindungen ¬¬– und dies trotz oder auch gerade wegen der Bilderflut in den sozialen Medien. Die Kunst vermag diese Leidenschaften am intensivsten zum Ausdruck zu bringen“, sagt Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold. „Die Ausstellung lädt alle ein, mitzufühlen mit dem, was sie hier sehen. Und das ganz analog.“

PauwelsFranck, gen. Paolo Fiammingo, aus der Serie "Amori": "Il frutto dell'amore", 1585/89. Foto © KHM-Museumsverband

PauwelsFranck, gen. Paolo Fiammingo, aus der Serie „Amori“: „Il frutto dell’amore“, 1585/89. Foto © KHM-Museumsverband

2013 hatte Dr. Petra Marx, Mittelalterexpertin des Museums und Kuratorin der Schau, die Idee zu dieser einzigartig umfassenden Schau der großen Gefühle. Das sei gerade jetzt aktuell, ist Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), überzeugt: „Gefühle prägen unsere Gesellschaft und unser Miteinander. In Krisenzeiten, wie aktuell der Corona-Pandemie, begleiten uns Angst und Schmerz oder auch Wut und Hoffnung. Die Ausstellung soll die Besucher emotional berühren und ihnen vor Augen führen, dass große Gefühle zeitlos sind.“

Begleitet wird die Schau von einem Programm, das von der tänzerischen Interpretation von Gefühlen bis zur wissenschaftlichen Emotionsforschung reicht. Neben öffentlichen Führungen gibt es auch eine digitale Tour, die auf den Besuch vorbereitet. Weitere Informationen finden Sie hier.

wsp

 

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