28.06.2016

Römerbaustelle Aliso: Originalgetreue Wehranlage eröffnet in Haltern am See

Haltern am See (wh). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eröffnet am morgigen Mittwoch, 29. Juni 2016, die Römerbaustelle Aliso in Haltern am See. Der erste Bauabschnitt umfasst die Rekonstruktion des Westtores, der vorgelagerten Spitzgräben und einer Holz-Erde-Mauer mit Zugangsrampe.

"Diese längste und größte jemals gebaute maßstabsgetreue Rekonstruktion der Umwehrungsanlage eines Römerlagers ist der Versuch, römische Bau- und Kulturgeschichte erlebbar zu machen", betonte LWL-Direktor Matthias Löb in Haltern. 156 Meter lang ist der Abschnitt der westlichen Umwehrung des früheren römischen Hauptlagers, in dem rund 5.000 Legionäre die Eroberung der rechtsrheinischen germanischen Gebiete vorbereiteten.

Das Projekt hat eine lange Geschichte: Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es erste Versuche, Teile der Lagerumwehrung nachzubauen, weitere Anläufe folgten. Erst der LWL realisierte die Rekonstruktion. Diese basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen des niederländischen Bauforschers Kees Peterse und wurde mit römischen Bautechniken errichtet.

Der erste Bauabschnitt der LWL-Römerbaustelle hat rund 1,5 Millionen Euro gekostet. In einem zweiten Schritt sollen ab 2018 noch ein Kasernengebäude und eine Offiziersunterkunft entstehen. Geplant ist, dass Besucher dabei selbst mithelfen können.

Offiziell eröffnet wird die Römerbaustelle Aliso am 30. Juli 2016. Dann stehen unter anderem die Geschichte der Römerbaustelle, die Bautechniken und die Rolle der Archäologie im Mittelpunkt.

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